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Karlsruhe: Presseportal

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6. Mai 2020

Gemeinsam Signal für Europa senden

Nach Europa ausgerichtet

Nach Europa ausgerichtet

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OB Dr. Frank Mentrup wendet sich mit Aufruf zum Europatag an die Bevölkerung

Zum Europatag am 9. Mai und zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai wendet sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup mit folgendem Aufruf an die Bevölkerung:

"Liebe Karlsruherinnen und Karlsruher,

wie so vieles in diesem Jahr hatten wir uns den Europatag am 9. Mai anders vorgestellt. Die Vorbereitungen für eine EuroParade mit Picknick vor dem Schloss waren in vollem Gange. Unsere Stadt mit engen Bezügen etwa zum nahen Frankreich hat auch allen Grund dazu – schließlich legte vor genau siebzig Jahren die Schuman-Erklärung den Grundstein für die Europäische Union. Es kam anders: Das gesamte Festival der Europäischen Kulturtage musste ausfallen, und wir werden die Versprechen Europas zu einem anderen Zeitpunkt und mit geschärftem Blick betrachten.

Karlsruhe setzt trotz allem ein starkes Signal für Europa. Etwa durch Ihre Beiträge zur Videoaktion mit dem Motto „Karlsruhe in Europa: Wir halten zusammen!“, zu erleben auf den städtischen Sozialen Medien. Von der spontanen Resonanz verschiedener gesellschaftlicher Gruppen bin ich begeistert! Unter anderem vom Video von Schulkindern, die uns in verschiedenen Muttersprachen einen schönen Europatag wünschen.

Die Grundwerte leben und verteidigen

Auch von Europaabgeordneten und aus Frankreich haben uns Grußbotschaften erreicht. So ruft uns Michèle Lutz, die Oberbürgermeisterin von Mulhouse, zu: „Vereint sind wir stärker!“ Das ermutigt mich in einer Situation, in der wegen der Bedrohung durch das Corona-Virus das bisher selbstverständliche Zusammenleben dies- und jenseits des lange verschwundenen Schlagbaums vor neue Hürden gestellt wird. Umso wichtiger ist es, sich eng mit den französischen Nachbarn auszutauschen, Solidarität zu zeigen und sich gegenseitig zu helfen.

Zeigt uns doch der Rückblick auf das Ende des Zweiten Weltkriegs eindringlich, wie von einem Karlsruher Bürger formuliert: „ 75 Jahre Frieden sind nicht genug“. 75 Jahre, in denen in Deutschland eine stabile Demokratie entstand und aus Feinden Freunde in Europa wurden. Ein solcher Krieg und die Verbrechen des NS-Staates dürfen sich niemals wiederholen. Dafür steht zum einen unsere Bildungs-, Jugend- und Gedenkarbeit. Zum anderen müssen wir für Frieden in und dank Europa unsere freiheitlich-demokratischen Grundwerte leben und verteidigen – gerade in der gegenwärtigen Situation. Quasi als Impfstoff gegen nationalistische Abschottungsreflexe und antidemokratische Bestrebungen.

Die Ode an die Freude intonieren

Auch mit unseren Partnerstädten fühlen wir uns momentan besonders verbunden und stehen gerade jetzt in regem Kontakt, vieles natürlich derzeit digital. Mit Nancy sind wir seit nun 65 Jahren eng befreundet! Besonders freut mich, dass unsere französische Partnerstadt genau wie wir hier in Karlsruhe dazu aufruft, die gemeinsame Europahymne am Europatag zu singen und zu spielen. Wie ein Geburtstagsständchen auf unsere Partnerschaft im Herzen Europas

Zu diesem Signal für und an Europa möchte ich Sie herzlich einladen: Treten Sie am 9. Mai um 18 Uhr auf die Balkone und an die Fenster mit Musikinstrumenten oder Ihrer Stimme. Schmettern Sie, auf dass die ganze Stadt erschalle. So wie es uns die Schulkinder in ihren Beiträgen eindrucksvoll vorgemacht haben. Mit der Ode an die Freude machen wir deutlich: Wir leben Europa. Wir wollen Europa weiterentwickeln. Ein Hoch auf das gemeinsame Europa!"