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Karlsruhe: Presseportal

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25. September 2019

Erste Schule aus ressourcenschonendem Beton

Besichtigung der Baustelle "Erweiterungsbau für die Draisschule": Über den Einsatz des ressourcenschonenden Betons informierten sich die am Projekt Beteiligten.

Besichtigung der Baustelle "Erweiterungsbau für die Draisschule": Über den Einsatz des ressourcenschonenden Betons informierten sich die am Projekt Beteiligten.

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Recyclingmaterial für Erweiterungsbau der Draisschule

Mit dem Erweiterungsbau der Draisschule entsteht in Karlsruhe das erste Gebäude, das komplett mit ressourcenschonendem Beton hergestellt wird. Auf der Baustelle hatten sich kürzlich die Akteure der Stadt und ausführenden Firmen getroffen, die sich für den Einsatz des nachhaltigen Baustoffs stark gemacht hatten. Bei einer kurzen Begehung hatte sich Anne Sick, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft, zusammen mit dem städtischen Projektleiter Wolf Kessel sowie Vertretern des Planungsbüros, des Rohbauers sowie Transportunternehmens einen eigenen Eindruck vom Bauprojekt gemacht. Die Rohbauarbeiten sind mittlerweile fast abgeschlossen.

Noch kein flächendeckendes Angebot für ressourcenschonenden Beton

Schon zuvor hatte die Stadt Karlsruhe erste Bauvorhaben in Teilen mit ressourcenschonendem Beton (RC-Beton) umgesetzt. Die ganze Schulerweiterung mit aus Betonabbruch hergestelltem frischem Beton zu realisieren, ist Neuland für die Stadt. In Deutschland haben solche Projekte noch Pilotcharakter, in der Schweiz ist der Einsatz dieses Materials seit rund zehn Jahren breitere Praxis. "Soweit sind wir in Karlsruhe leider noch nicht", stellt Sick fest. "In Baden-Württemberg haben wir noch kein flächendeckendes Angebot für ressourcenschonenden Beton. Hier greift das Henne-Ei-Problem: Wegen geringen Angebots und mangelnder Bekanntheit scheuen sich Planungsbüros und Bauherren noch vor dem Einsatz. Und aufgrund der geringen Nachfrage ist es für die Baustoffindustrie derzeit nicht attraktiv, Angebote aufzubauen."

Um dieses Prinzip zu durchbrechen, sollen alle städtischen Bauvorhaben seit 2016 mit ressourcenschonendem Beton ausgeführt werden. "Wir haben hervorragende Ergebnisse in der Bauausführung mit dem Material erzielt, obwohl wir damit zum ersten Mal gearbeitet haben", so Architekt Sven Wilhelm vom Architekturbüro OHO Architekten aus Stuttgart.

75 Prozent Müll sind Bauabfälle

Etwa 75 Prozent des Mülls in Baden-Württemberg sind Bauabfälle. Jährlich 30 Millionen Tonnen dieser Reststoffe belasten die Umwelt, weil sie nur teilweise verwertet werden. Für Abbruch aus Stahlbeton und Mauerziegel bedeutet dies bisher oft eine dauerhafte Deponierung. Sortenrein erfasster Abbruch kann aber auch wieder als hochwertiger Zuschlag in frischem Beton eingesetzt werden.

"Auch für die Erweiterung der Draisschule musste der Baustoff leider noch außerhalb des Stadt- und Landkreises bezogen werden", so Anne Sick. Dadurch sei der sogar mögliche Preisvorteil des Materials gegenüber Kies noch nicht zum Tragen gekommen.

Um für die Zukunft das Angebot für RC-Beton zu verbessern, steht die Stadtverwaltung im Kontakt mit Karlsruher Anbietern von Recyclingmaterial, Transportbeton, anderen städtischen Dienststellen und Gesellschaften. "In Zukunft soll der in der Stadt anfallende Abbruch direkt auf ganz kurzem Wege wieder als vollwertiger Beton zum Einsatz kommen", wünscht sich Anne Sick für die städtischen Baustellen. "Nur wenn weitere Akteure in Karlsruhe die Nachfrage unterstützen, können wir lokal einen Wirtschafts- und Stoffkreislauf schließen und weitere Eingriffe in unsere Natur reduzieren."