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Karlsruhe: Presseportal

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11. September 2012, 11 Uhr

Glückwünsche zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana am 17. und 18. September 2012

Oberbürgermeister Heinz Fenrich schrieb Grußwort für das Mitteilungsblatt der Israelitischen Relifionsgemeinschaft Baden

Auch im Namen des Karlsruher Gemeinderats hat Oberbürgermeister Heinz Fenrich der Israelistischen Religionsgemeinschaft die herzlichsten Grüße zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana am 17. und 18. September 2012 gesandt.

Wörtlich schrieb das Stadtoberhaupt: "Es ist mir eine besondere Ehre, an dieser Stelle den Jüdinnen und Juden in Karlsruhe, in Baden und in aller Welt meine besten Wünsche übermitteln zu dürfen. Es freut mich sehr, dass es in unserer Stadt wieder eine blühende jüdische Gemeinde gibt, zu der in den letzten Jahren immer wieder neue Mitglieder gefunden haben. Nach dem unfassbaren und schrecklichen Geschehen des Holocausts können wir in Karlsruhe heute wieder an eine jahrhundertlange Tradition des Miteinanders zwischen Menschen jüdischen und christlichen Glaubens anknüpfen."

In einem historischen Rückblick erinnerte Fenrich außerdem daran, dass Jüdinnen und Juden als fleißige und innovative Menschen schon dem toleranten Markgraf Karl Wilhelm herzlich willkommen waren. Danach stellten sie schon wenige Jahre nach der Stadtgründung ein Zehntel der Bevölkerung. Nach dem Auslaufen der Gründungsprivilegien im Jahre 1752 wurde im Vergleich zu anderen deutschen Ländern nur ein geringes Schutzgeld erhoben. Die jüdische Gemeinde konnte sich zu einem wichtigen Bestandteil des Karlsruher Stadtlebens entwickeln. Davon zeugte etwa der Bau der Synagoge, als erstem großen Werk Friedrich Weinbrenners. Seit 1809 war ihre Rechtsstellung durch das "Konstitutionsedikt der Juden" in wesentlichen Punkten verbessert worden. Großherzog Friedrich I konnte im Jahre 1862 gleich zu Beginn der "Neuen Ära" das "Gesetz über die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten" erlassen und damit die seit Jahrzehnten angestrebte Emanzipation der Juden durchsetzen. Mit der Ernennung von Moritz Ellstätter zum  Finanzminister übernahm erstmals ein Jude Regierungsverantwortung und sollte sie 15 Jahre lang ausüben. Ende des 19. Jahrhunderts machte sich dann der im ganzen Reich grassierende Antisemitismus auch in Baden bemerkbar. Er gipfelte, so Fenrich, "letztlich auch bei uns in der jüdischen Tragödie zwischen 1933 und 1945". Sofort nach dem Krieg hätten dann die wenigen noch in Karlsruhe lebenden Jüdinnen und Juden ihre Gemeinde in einem Betsaal in der Herrenstraße aufs Neue gegründet. 1971 konnte die stets wachsende Gemeinde ihre heutige Synagoge in der Knielinger Allee einweihen.

"Wir sind sehr froh darüber",betont Heinz Fenrich,  "dass jüdisches Gemeindeleben bei uns wieder zu einem Stück Normalität geworden ist und wir in gutem Einvernehmen miteinander stehen. Stets wachsam gegenüber politischem Radikalismus, sorgen wir unter anderem mit einer umfassenden Erinnerungsarbeit dafür, dass Intoleranz und Antisemitismus sich bei uns nie mehr breit machen können."