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Karlsruhe: Presseportal

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19. Juni 2012

Karlsruhe in punkto Nachhaltigkeit deutschlandweit auf Platz 4

Fächerstadt bei Ranking der Wirtschaftswoche "Sustainable City" erfolgreich

Karlsruhe erreicht in Sachen Nachhaltigkeit deutschlandweit Platz 4 und spielt damit in der Top-Liga. Das ergab das jüngste Gesamtranking der Wirtschaftswoche Sustainable City Indikator. Oberbürgermeister Heinz Fenrich sieht so jahrelanges Engagement der Stadt Früchte tragen: "Ich freue mich besonders, dass wir unter den 50 größten Städten Deutschlands die viertbesten Beschäftigungsmöglichkeiten und damit wirtschaftliche Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie die viertniedrigste Verschuldungsrate der öffentlichen Hand aufweisen können. Letzteres erfüllt mich mit Stolz, denn es zeigt, dass sich solide Haushaltsführung und öffentliche Investitionen, auf die wir in den letzten Jahren massiv mit einem kommunalen Konjunkturprogramm gesetzt haben, keinesfalls ausschließen."

Bei der wissenschaftlichen Untersuchung "Sustainable City Indikator" untersuchte die Wirtschaftswoche zusammen mit dem Institut für Weltwirtschaft, Kiel Economics und der Christian Albrechts Universität zu Kiel die 50 größten deutschen Städte mit einem ganzheitlichen Ansatz anhand von 56 ökologischen sowie sozial-ökonomischen Kriterien. Karlsruhe erreichte in den sechs Nachhaltigkeitskriterien Umwelt, Wirtschaftskraft, Soziales, Humankapital, Energie und Verkehr sowie Transparenz und Engagement jeweils überdurchschnittliche Bewertungen.

In der Kategorie Humankapital (Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildung und Kinderbetreuung) weist die Fächerstadt den fünftbesten Wert auf. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,3 Prozent (Durchschnitt 10), die Jugendarbeitslosenquote 4,8 (8,8). Das ist bundesweit Platz 4. Bei der Bildung kommt die Stadt mit Rang 8 und bei der Kinderbetreuung mit Platz 7 ebenfalls unter die Top 10.

Bei der Lebensqualität im sozialen Bereich landet Karlsruhe insgesamt auf Platz 8. Hinsichtlich Gesundheit, Erholung und Gemeinwesen erreicht die badische 295.000 Einwohner-Stadt nach Münster den zweiten Rang. Ein Arzt versorgt hier 429 Menschen (Durchschnitt 478 bei allen 50 untersuchten Städten). Auch mit 101 Krankenhausbetten (Durchschnitt 89) liegt Karlsruhe vorn. Ebenso mit 81,3 Jahren Lebenserwartung (Schnitt 79,8). Demografisch liegt Karlsruhe auf Rang 43. Zwar beträgt das Verhältnis von alten zu jungen Einwohnern überdurchschnittlich 22,5 (Schnitt 24,1), aber das Verhältnis von Männern zu Frauen ist im Städtevergleich deutlich unausgewogener.

Einen sehr guten siebten Platz belegt die Fächerstadt in der Umwelt. So ist das Abfallmanagement das siebtbeste. Denn trotz mit 484 Kilogramm pro Einwohner etwas höherem Hausmüllaufkommen (Schnitt 462) liegt die Recyclingquote mit 66,1 Prozent nach Oldenburg, Freiburg und Münster auf dem vierten Rang. Trotz hoher Ozonwerte, die an 18 Tagen (Schnitt 14 Tage) über dem Grenzwert liegen, kann die Stadt auf Platz 21 verhältnismäßig gute Luftqualität liefern.

Bei der Wirtschaftskraft (Wirtschaftsleistung, öffentliche Finanzen und Innovationsfähigkeit) punktet Karlsruhe und erreicht Platz 6. Das ist vor allem den soliden öffentlichen Finanzen geschuldet. So liegt der Schuldenstand bei 494 Euro pro Einwohner (schnitt 1.886 Euro). Pro Kopf laufen 863 Euro Steuer auf (Schnitt 659). Bei der Wirtschaftsleistung findet sich die Stadt auf Rang 10. So betragen das Bruttoinlandsprodukt pro Person 50.910 Euro (Schnitt. 36.951 Euro) sowie das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen 19.880 Euro (Schnitt 18.498 Euro). Bei der Innovationsfähigkeit erreicht die drittgrößte Kommune Baden-Württembergs Platz 17.

Fragezeichen setzt OB Fenrich allerdings bei der Auswertung im Bereich Energie und Verkehr. Denn laut Stadtwerken Karlsruhe verbraucht jeder Karlsruher jährlich nur 1.400 kwh Strom, bei 147.000 Haushalten liegt der einzelne Haushalt bei 2.700 kwh Verbrauch. Das Ranking attestiert Karlsruhe jedoch 2.139 kwh pro Einwohner und damit den fünfthöchsten Stromverbrauch der 50 Städte. Deshalb gebe es in der Nachhaltigkeitskategorie Energie und Verkehr lediglich den leicht überdurchschnittlichen Platz 22.

Überdurchschnittlich ist laut Ranking jedoch die installierte Fläche für Solarthermie bezogen auf 100.000 Einwohner mit 3.483 Quadratmetern (Schnitt 2.802 Quadratmeter). Bei durchschnittlicher Autodichte von 44,3 Pkw auf 100 Einwohner (Schnitt 44,5 Pkw) sei das Radwegenetz mit 8,7 Metern pro Hektar noch ausbaufähig, so die Studie. Diese regt über den Ausbau des Radwegenetzes auf 14,8 m/ha eine Reduzierung des Autoverkehrs an. Beim Radwegenetz sieht OB Heinz Fenrich die Stadt auf dem richtigen Weg. Denn: "Es ist unser erklärter politischer Wille, dass sich hier in den nächsten Jahren viel bewegen wird. Dafür haben wir 2005 ein ambitioniertes Radförderkonzept mit 20 Punkten aufgelegt, das derzeit umgesetzt wird. Neben den beiden bereits realisierten und stark frequentierten Cityrouten sind in allen Quartieren neben bereits drei ausgewiesenen Stadtteilrouten 16 weitere in Planung und Ausbau." Wo immer sich die Gelegenheit ergibt, werde an neuen Abschnitten der Stadtteilrouten gearbeitet. Platz 2, den Dr. Jonas Dovern von Kiel Economics der Stadt in Aussicht stellte, sofern die Aspekte Energie und Radwegenetz optimiert werden, sieht Fenrich daher in greifbarer Nähe.