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Karlsruhe: Presseportal

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30. August 2012

Karlsruhes Geburtstagsfeier im Schlossgarten als Bürgerpark ist "ein Zeichen gelebter Demokratie"

OB Fenrich antwortet BÜGA und Landesvereinigung/Symbolische Bedeutung von Schlossturm und Schlossareal haben Gemeinderat und beteiligte Akteure überzeugt

„Der Schlossturm bildet die Keimzelle Karlsruhes, das Schlossareal ist das historische Zentrum der Stadt“. Die symbolische Bedeutung dieses Ortes habe den Karlsruher Gemeinderat sowie zahlreiche weitere beteiligte Akteure, etwa das Kuratorium Stadtjubiläum 2015, dem unter anderen anerkannte Historiker angehören, überzeugt, den 300. Geburtstag Karlsruhes dort zu feiern. Oberbürgermeister Heinz Fenrich zählt in seinem Schreiben an den ehemaligen Leiter des Gartenbauamtes und langjährigen CDU-Stadtrat Professor Robert Mürb und Horst Schmidt, bis 2005 Mürbs Nachfolger an der Spitze des Gartenbauamtes, „vielerlei gute Gründe“ dafür auf, dass der Bereich rund um das Schloss als zentraler Ort für die Feier des Stadtjubiläums ausgewählt worden sei. Das Stadtoberhaupt nimmt darin Stellung zur Kritik, die von den beiden Adressaten in ihren heutigen Funktionen als Vorsitzender der Landesvereinigung Baden in Europa (Mürb) und Vorsitzender des BÜGA Bürgergartenschau e.V.s Karlsruhe (Schmidt) an der Wahl des Schlossgartens als Mittelpunkt des Festivalsommers in einem offenen Brief geübt wurde.

Schloss, Schlossgarten und der sich daraus entwickelnde Stadtgrundriss seien eindrucksvolle Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Städten, erinnert OB Fenrich und macht deutlich: „Ein runder Stadtgeburtstag besticht geradezu dadurch, dass er diesen Mittelpunkt der Stadt seinen Bürgerinnen und Bürgern zum Geschenk macht. Der Schlossgarten als Bürgerpark in dem gemeinsam gefeiert werden darf – das ist in Karlsruhe, der Stadt des Rechts, ein Zeichen gelebter Demokratie“.

Die vorangegangenen Stadtgeburtstage, wobei etwa das Riesenrad über zwei Monate als Attraktion im Schlossgarten stand, bestätigten die „sehr guten Erfahrungen“ mit dem Schlossgarten als Veranstaltungsort. Entstandene optische Schäden seien minimal gewesen und hätten problemlos ausgebessert werden können. Auf eine Reduktion der Bodenverdichtung und latente Verunreinigung sei geachtet worden. Daneben habe der Schlosspark im Jahr 2009 rund 80.000 Besucher aus ganz Baden-Württemberg und anderen Regionen beim SWR 4 Hörerfest begeistert. „Der Festplatz als Alternative kann hingegen nur ergänzende Funktion haben, denn er ist nicht weitläufig genug, um die Besucher größerer Veranstaltungen - etwa die Eröffnungs- und Schlussveranstaltung des Stadtjubiläums - aufzunehmen“, erläutert das Stadtoberhaupt.

Oberbürgermeister Fenrich ruft in dem Schreiben auch noch einmal den Entscheidungsprozess in Erinnerung, bei dem viele Akteure eingebunden waren und an dessen Ende ein deutliches Votum für das Schlossareal stand. So habe das Stadtmarketing unter anderem am 3. Februar 2011 den damaligen Stand des Konzepts für das Stadtjubiläum der Landesvereinigung Baden für Europa e.V. vorgestellt - auch die Absicht, den Schlossbereich als zentralen Ort für das Jubiläum 2015 nutzen zu wollen. „Den Kreis und das Schlossareal 2015 in den Fokus zu rü-cken wurde in diesem Gespräch, wie mir das Stadtmarketing berichtet, mehrheitlich positiv aufgenommen – nicht zuletzt deshalb, weil hierdurch die Einheit von Stadt und Natur in Karlsruhe demonstriert werden könne“, schreibt Fenrich.

Im Forum Stadtjubiläum sei das Gesamtkonzept am 12. April 2011 besprochen worden, „auch der Plan, den Schlossbereich als zentralen Ort der Feierlichkeiten zu nutzen“. Hier sei auch bereits die Idee des Festivalsommers von Juni bis September vorgestellt worden. „An diesem Forum haben neben rund 50 Vertretern aus Ortschaftsräten, Bürgervereinen und vieler weiterer gesellschaftlicher Gruppierungen aus unserer Stadt auch Sie als Vertreter der BÜGA bzw. der Landesvereinigung Baden in Europa teilgenommen“, so Fenrich. „Angesichts dieser langen Vorlaufzeit bis zur Entscheidung im Gemeinderat im Juni 2012, in der zahlreiche Akteure diskutierten, Vorschläge machten und an einem Konzept für das Stadtjubiläum feilten, kann ich Ihre nun öffentlich in den Medien geäußerte Besorgnis über diese Entscheidung nicht nachvollziehen“, wird das Stadtoberhaupt deutlich.

Die Absicht des Stadtmarketings, im Schlossumfeld zum Stadtjubiläum einen Schwerpunkt der Veranstaltungen zu setzen, sei 2011 auch Vermögen und Bau Baden Württemberg vorgestellt worden, stellt Fenrich klar. Hierbei sei durch das Amt die Absicht bestätigt worden, dass das Land, vorbehaltlich der Klärung der Modalitäten und Konditionen, das Vorhaben grundsätzlich unterstütze. Der Wunsch der Stadt, ein Festzelt mit Bühne im geplanten Festivalsommer auf der Grünfläche aufzustellen, sei dabei erläutert worden. Dies wurde grundsätzlich für möglich gehalten - vorausgesetzt die Belange von Pflege und Erhalt des Parks würden berücksichtigt und die denkmalpflegerischen und naturschutzrechtlichen Gesichtspunkte würden beachtet.  „Dass hierbei die Belange des Badischen Landesmuseums und sonstiger landeseigener Interessen mit einfließen müssen, wurde festgehalten. Die Abstimmung zu den Details und Modalitäten sollte stattfinden, sobald die Planungen der Stadt weiter konkretisiert sind“, unterstreicht OB Fenrich.

„Der temporäre Pavillon im Jahr 2015 wird einer Sanierung des Schlossgartens durch das Land nicht im Wege stehen“, zerstreut das Stadtoberhaupt die Bedenken von Mürb und Schmidt. „Es liegt im Interesse der Stadt Karlsruhe, dass die Sanierung des Schlossgartens umgehend weiter geführt wird. Dies wurde von Seiten der Stadt bereits gegenüber Vermögen und Bau Baden-Württemberg zum Ausdruck gebracht“. In diesem Zusammenhang bedankt sich Fenrich bei BÜGA und Landesvereinigung, dass sie sich „sehr engagiert im Sinne der Stadt beim Land zu Wort gemeldet haben“ und verspricht, sich „weiterhin persönlich dafür einzusetzen, dass die vom Land zugesagte Sanierung rasch umgesetzt wird.“