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Karlsruhe: Presseportal

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29. August 2011

OB gratuliert Moslems zum Fest des Fastenbrechens

 

30 Tage lang Entbehrungen auf sich genommen, um Glauben zu bekennen

Mit dem heutigen Montag (29. August) endet in diesem Jahr der muslimische Fastenmonat Ramadan. Ab morgen feiern die Moslems auf der ganzen Welt das Fest des Fastenbrechens. Oberbürgermeister Heinz Fenrich wendet sich aus diesem Anlass mit einem Grußwort an alle Karlsruherinnen und Karlsruhern muslimischen Glaubens:

 

Liebe Karlsruherinnen und Karlsruher muslimischen Glaubens!

Sie feiern ab morgen über drei Tage das Fest des Fastenbrechens. Es ist eines Ihrer höchsten Feste und steht am Anfang des Monats Schawwal, dem Monat nach dem Ramadan. 30 Tage haben Sie die Entbehrungen der Fastenzeit auf sich genommen. In dieser Zeit haben Sie sich intensiv mit Ihrem Glauben auseinandergesetzt und die vierte der fünf Pflichten im Islam erfüllt, das Fasten. Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang mussten Sie auf leibliche Genüsse verzichten. Jetzt sind Sie zu ausgelassener Fröhlichkeit zusammen gekommen, treffen sich mit Freunden, besuchen sich gegenseitig in Ihren Familien oder gehen in Ihre Moschee. Sie feiern miteinander und genießen ein festliches Mahl, weil Sie davon überzeugt sind, dass Allah Ihre Bemühungen während des Ramadan anerkennt.

In seiner Bedeutung kann man das islamische Fest des Fastenbrechens mit den christlichen Festen Ostern oder Weihnachten vergleichen. Damit erkennt man auch als Christ, wie wichtig für Sie die Tage des „Zuckerfestes“ sind, wie das Fest des Fastenbrechens wegen der zahlreichen servierten Süßspeisen auch genannt wird.

Ich weiß, wie üppig ein solches Essen zum Fest des Fastenbrechens ausfällt. Denn auch ich durfte als Nicht-Muslim schon an einem solchen Mahl teilnehmen und erinnere mich immer gerne an die ausgelassene Stimmung bei diesem Fest. Es hat sich in vielen muslimischen Familien und ungezählten Moscheen längst eingebürgert, zu diesem Fest auch nicht-muslimische Nachbarn, Freunde, Bekannte oder Kollegen einzuladen. Vor allem auch als Oberbürgermeister der weltoffenen und allen Kulturen zugewandten Stadt Karlsruhe kann ich diese Hinwendung zu Anderen nur außerordentlich begrüßen.

Schon von seinen ersten Anfängen an war Karlsruhe ein Ort der religiösen Toleranz. Als Markgraf Carl-Wilhelm von Baden-Durlach diese Stadt am 17. Juni 1715 und damit vor demnächst 300 Jahren gründete, erließ er einen Privilegienbrief für die Menschen, die in die neue Stadt einziehen und sie mit ihm errichten sollten. Eines der wichtigsten Privilegien war das Recht eines Jeden, seinen eigenen Glauben zu leben. Wenn heute ausländerfeindliche und antiislamische Bestrebungen in Karlsruhe keine Chance zur Ausbreitung haben, dann liegt es nicht zuletzt an dieser hier traditionell gepflegten Toleranz.

Ich beglückwünsche Sie, auch im Namen des Karlsruher Gemeinderats und im Wissen, dass diese interkulturelle Toleranz weiterhin hier blühen und gedeihen wird, von ganzem Herzen zum Fest des Fastenbrechens und wünsche Ihnen alles Gute.