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Karlsruhe: Presseportal

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16. Mai 2011

Gedenkveranstaltung im Lager Gurs

Gedenkveranstaltung im Lager Gurs

Gedenkveranstaltung im Lager Gurs

Details und Download

 

Durchweichtes Gelände nach Regen vermittelte authentischen Eindruck

"Der Friedhof von Gurs ist nicht nur der Ort, an dem viele Tausende Menschen begraben wurden, die den katastrophalen Bedingungen im Internierungslager zum Opfer gefallen sind. Er ist auch ein Symbol für das Unrecht, das hier geschehen ist." Dies sagte die Oberbürgermeisterin von Offenburg, Edith Schreiner, am Sonntag bei der alljährlichen Gedenkveranstaltung in dem Pyrenäen-Ort, der für viele badische und pfälzische Juden nach der Verschleppung durch die Nationalsozialisten der "Vorhof zur Hölle" war. Etwa 6 500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland, darunter rund 900 aus Karlsruhe, hatten die Nazis 1940 nach Gurs deportiert. Viele starben in diesem Lager, nur wenigen gelang die Flucht, für die meisten ging der Weg von Südfrankreich weiter in die Vernichtungslager im Osten. Schreiner war 2011 die Leiterin der Reisgruppe nach Gurs. Die Karlsruher Gruppe leitete Stadtrat Dr. Albert Käuflein.

Jedes Jahr fährt eine Delegation mit Vertreterinnen und Vertretern badischer Städte und des Bezirksverbandes der Pfalz zur Gedenkfeier nach Gurs. Die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft, die diese Besuche organisiert, ist beim Hauptamt der Stadt Karlsruhe angesiedelt. Begleitet werden die Gäste stets von jungen Leuten. Zwei der insgesamt zwölf Jugendlichen waren die beiden Karlsruherinnen Madelaine Bernardy und Annalena Herter, beide Schülerinnen an der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik "Agneshaus". Mit dabei sind auch jedes Mal Angehörige der Jüdischen Gemeinden sowie Zeitzeugen. In diesem Jahr war dies Eva Mendelssohn, die am Samstag im Rathaus der Stadt Navarrenx, Nachbarstadt von Gurs, darüber berichtete, wie es ihr ergangen war.

Einen kleinen Eindruck von den seinerzeitigen Beschaffenheiten im Lager Gurs hatten die Gäste zuvor erhalten können. Denn beim Rundgang über das Lagergelände hat es heftig geregnet. Das Gelände war völlig durchweicht. So - und noch viel schlimmer - haben es die die dort hin deportierten Jüdinnen und Juden im Herbst und Winter 1940/1941 ebenfalls erleben müssen. Die hygienischen Zustände, aber auch die mangelnde Versorgung hatten dazu beigetragen, dass viele die ersten Monate in dem Lager nicht überlebt hatten und auf dem dortigen Friedhof begraben werden mussten.