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Karlsruhe: Presseportal

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29. Oktober 2018

Karlsruhe und Elsass-Lothringen seit 1871

 

Ausstellung zur wechselhaften Geschichte einer grenzübergreifenden Nachbarschaft

Den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen der badischen Residenz mit den elsässichen Nachbarn widmet sich eine neue Ausstellung im Stadtmuseum Karlsruhe im Prinz-Max-Palais. Ab Freitag, 9. November, gibt es bei "Karlsruhe und Elsass-Lothringen seit 1871 - Die wechselhafte Geschichte einer Nachbarschaft" viel Wissenswertes zu entdecken.

Die Ausstellung spannt den Bogen von der Annexion Elsass-Lothringens 1871 durch das deutsche Kaiserreich, bis zur Rückgabe der "Reichslande" 1918 an Frankreich und untersucht jeweils die Folgen für die badische Landeshauptstadt. So gründeten Karlsruher Geschäftsleute wie etwa der Kaufhausinhaber Max Knopf Filialen im Elsass, die nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgegeben werden mussten. Daneben war Elsass-Lothringen ein Absatzmarkt für die Karlsruher Industrie geworden, einige Architekten aus Karlsruhe beteiligten sich auch an der dort einsetzenden reichen Bautätigkeit. Natürlich gab es auch Firmen im Elsass und in Lothringen, die ihren Absatzmarkt nunmehr in Karlsruhe hatten. 

Die Folgen der Trennung nach dem Ersten Weltkrieg bilden einen weiteren thematischen Schwerpunkt. Zahlreiche Flüchtlinge aus dem benachbarten Elsass-Lothringen kamen nach Karlsruhe. Die Stadt musste knapp ein Fünftel der ca. 32.000 Elsass-Lothringer aufnehmen, die nach Kriegsende flüchteten oder ausgewiesen wurden. Daneben war der Verlust dieses Absatzmarktes für die Karlsruher Industrie ein wesentlicher Grund für die wirtschaftliche Stagnation der Stadt in der Weimarer Republik. Nach der erneuten Annexion von Elsass-Lothringen 1940 war die Verlegung der Hauptstadt nach Straßburg von Gauleiter Robert Wagner bereits beschlossen. Der andauernde Krieg und dann die deutsche Niederlage verhinderten aber die Umsetzung dieses Plans.

Mit einem Blick auf die aktuelle Bedeutung des Elsasses für Karlsruhe wird schließlich der zeitliche Bezug zur Gegenwart gesetzt. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 28. April 2019.