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Karlsruhe: Presseportal

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11. September 2018

Schau zu 1968 und den Folgen schlägt finales Kapitel auf

 

Ringen um Vietnam-Krieg und die Deutungshoheit der BNN als Vortragsthemen

Das Jahr 1968 steht für eine Zeit des Umbruchs und gesellschaftlichen Aufbruchs. Aber was war damals eigentlich in der Fächerstadt los? Dieser Frage geht die so facetten- wie erfolgreiche Sonderausstellung "Bewegt euch! 1968 und die Folgen in Karlsruhe" im Stadtmuseum (Prinz-Max-Palais) in einer finalen Runde weiter nach. Am Freitag, 14. September, erfolgt ab 18 Uhr die Vorstellung der letzten Wechselpräsentation der noch bis zum 14. Oktober besuchbaren Schau.

Zum Thema Internationale Solidarität stehen dabei Vietnam und dessen Krieg (zunächst gegen Kolonialherr Frankreich, dann gegen die USA) im Mittelpunkt, auch nach dem Sieg des von China und Sowjetunion unterstützten Nordens und des Vietcong 1975. Daneben wird die legendäre Karlsruher Fiesta Latina mit ihren 21 Veranstaltungen in Erinnerung gerufen. Zu Vietnam und dem lokalen Medien-Aufreger gibt es kostenfrei besuchbare, informative Veranstaltungen, die nachfolgend erläutert werden. Der Eintritt zur Ausstellung beträgt vier, ermäßigt zwei Euro.

Diskussion ausdrücklich erwünscht

Am Dienstag, 18. September, ab 18 Uhr, spricht der stellvertretende Vorsitzende der bundesweit agierenden Freundschaftsgesellschaft Vietnam, Stefan Kühner, zum Thema "Mit Dekret 26/CT-TTG zu Industrie 4.0 – Vietnam auf dem Weg zu einer Hightech-Industrie". Ein halbes Jahrhundert nach dem Massaker durch US-Soldaten im Dorf My Lai, das ebenfalls folgenreich für 1968 steht, und in Folge bitterer Armut nach Kriegsende  macht sich Vietnam auf den Weg vom Reisbauernland zur modernen Industrienation. Der Vortrag zeigt, wie es in Vietnam heute aussieht und wie sich das nach wie vor kommunistische Land im Spannungsfeld zwischen China und den USA den Herausforderungen einer globalen Ökonomie stellt.

Wie die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) ihre Sonderstellung als Regionalzeitung verteidigten und was die linke respektive liberale Öffentlichkeit dagegen in Stellung brachte, schildert und erklärt BNN-Redakteur Michael Nückel am Donnerstag, 20. September, ab 17 Uhr. Die 1968 rebellisch Engagierten und ihre Nachfolger kritisierten die BNN als "rechtes Monopolblättle", die BNN kommentierten den Protest als "Aufstand der Unmündigen". Im Anschluss an seine Einführung "Vom Protest zum 'Gegendruck'. Wie die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) und die Bewegung miteinander umgingen" ist eine Diskussion ausdrücklich erwünscht. Fest daran beteiligen werden sich ehemalige Redakteure von BNN und Karlsruher Rundschau als Zeitzeugen, Josef-Otto Freudenreich und Jörg Brillen.