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Karlsruhe: Presseportal

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20. November 2019

Schulbeirat: Verbesserung bei Beschulung neu Zugewanderter

Viele Projekte und mehr Unterricht / Kinder und Jugendliche aus Rumänien größte Gruppe

Eine Information zu Schulangeboten für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in Karlsruhe zum Schuljahr 2018/19 legte das Schul- und Sportamt nun dem Schulbeirat in dessen jüngster Sitzung vor. Das Gremium nahm die zweite Fortschreibung des entsprechenden Berichts wohlwollend zur Kenntnis und erfuhr, dass sich an den Zahlen (375 Kinder und Jugendliche an allgemeinbildenden Schulen plus etwa 110 junge Menschen an beruflichen Schulen sowie im Übergang von der Schule zum Beruf) im Vorjahresvergleich wenig änderte, die Zusammensetzung aber stark abweicht. In den Vorbereitungsklassen (VKL) an Grund- und weiterführenden Schulen bilden rumänische Kinder inzwischen die deutlich größte Gruppe. An der Felsschule, einer Außenstelle der Schillerschule in der Landeserstaufnahmestelle Felsstraße, stammen knapp drei Viertel der Schülerinnen und Schüler aus osteuropäischen Staaten.

Unterstützende Sprachförderung

Für den schwierigen Übergang in den Regelunterricht kann jede Schule seit diesem Schuljahr für eine mindestens vierköpfige Gruppe staatlich nachgehende Sprachförderung beantragen, knapp hundert Schülerinnen und Schüler erfuhren auch auf diese Weise Unterstützung. Eigentlich ist die breiter weiterentwickelte vorbereitende Beschulung im Sinne der Bildungs- beziehungsweise Abschlusschancen auf ein Jahr angesetzt, doch das reicht längst nicht immer. Die größte Gruppe in Karlsruhe (44 Mädchen und Jungen) wechselte nun auf eine Werkrealschule, dicht gefolgt von vierzig, die in einer VKL blieben. Immerhin 16 wechselten auf das Gymnasium, 26 in eine Real- und sechs in eine Gemeinschaftsschule.

Unterstützende Sprachförderung ist ein elementarer Baustein, um voranzukommen. Das gilt auch auf Berufsschulebene, so etwa für das "Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf / Ohne Sprachkenntnisse" (VAB/VABO) mit Ferien-Blockunterricht und dem Programm SCHEFF (Schulergänzende Förderung für Flüchtlinge), vom städtischen Büro für Integration mit gefördert. Da eben auch die soziale Integration sehr entscheidend ist, weisen seit dem laufenden Schuljahr, ermöglicht durch eine Aufstockung im Zuge der Haushaltsberatungen, alle VAB anbietenden Schulen eine volle Schulsozialarbeit-Stelle auf. Der Internationale Bund setzt SCHEFF in Kleingruppen um.

Geflüchtete bilden im klassischen Schulbereich nur noch eine kleine und noch stärker heterogene Gruppe, zwischen Schule und Beruf war ihre Zahl ebenfalls rückläufig, liegt ihr Anteil noch bei rund sechzig Prozent. Statistisch mangels Daten noch schwierig zu erfassen ist der letztliche Bildungserfolg neu Zugewanderter. Konstatieren lässt sich jedoch hinsichtlich bestmöglicher Voraussetzungen, dass sich ihre Situation in den Beruflichen Schulen "deutlich verbessert" hat. "Dies ist", fährt der Bericht Beispiel gebend für die Gesamtanstrengungen fort, "vor allem auf Rücknahme der Stundenkürzungen im VABO zurückzuführen, für die sich auch viele Akteure aus Karlsruhe auf Landesebene eingesetzt haben". Netzwerke sind an vielen Stellen vonnöten und die Eltern einzubinden. Was auch über aktive Ansprache und eigene Angebote geschieht. Damit generell das gewisse Wagnis für Auszubildende und Ausbilder letztlich zu Erfolg führt, gibt es unter anderem ein Begleitprogramm, das latenter Abbruchgefahr entgegenwirken soll.

Ringen um Perspektiven

Von den Mitgliedern des Schulbeirats gab es viel Dank und Anerkennung für den Bericht, die Konzepte und das haupt- wie ehrenamtlich Geleistete. Was die Fortschreibung als zentrale Ziele formuliert, war auch Forderung aus den Reihen des Beirats: Die Jugendlichen sollten im Sinne ihrer Integration und Teilhabe, auch vor dem Hintergrund, dass sie die "Fachkräfte von morgen" seien, umfassender beschult werden als es die Landesregelungen gegenwärtig zulassen. Sowohl im Stundenumfang als auch im Fächerspektrum, wenngleich Deutschkenntnisse entscheidend bleiben, um lernen zu können. Für ihre Perspektive und Einbindung sei die ihnen noch verwehrte Möglichkeit, am Ganztagsbetrieb teilzunehmen, wichtig. Auf der anderen Seite stelle die unklare aufenthaltsrechtliche Lage mit teils drohender Abschiebung eine hohe, auch lähmende Belastung dar.

"Nun gilt es, die Strukturen der Zusammenarbeit zu festigen und erfolgreiche Konzepte qualitativ weiterzuentwickeln", schließt der Bericht in Kenntnis weiterhin großer Herausforderungen – aber: "In allen genannten Bereichen konnten im Schuljahr 2018/19 deutliche Verbesserungen erreicht werden. Es bleibt zu hoffen, dass die kurzfristig eingerichteten Maßnahmen wie Sprachförderkurse oder ausbildungsbegleitende Hilfen auch denjenigen noch nützen, die sich bereits im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr befinden."