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Karlsruhe: Presseportal

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7. März 2018

Gute Erfahrungen mit Drogenkonsumraum im Bochum

 

Städtische Drogenkommission informierte sich vor Ort

Bochum betreibt seit 2002 einen Drogenkonsumraum – und Karlsruhe diskutiert derzeit, ob ein solches Angebot zur Entschärfung der Situation am Werderplatz beiträgt. Aus den Erfahrungen der Bochumer lernen und sich vor Ort ein Bild machen wollte deshalb kürzlich die städtische Drogenkommission mit Bürgermeister Martin Lenz an der Spitze. Durchweg positiv sei das Fazit nach sechzehn Jahren Betrieb, erfuhren die Karlsruher bei ihrem Besuch im Gespräch mit der dortigen Sozialdezernentin Britta Anger sowie mit Fachleuten der Einrichtung, aus Gemeinderat und Verwaltung. Auch Bochum hatte zuvor mit einer offenen Drogenszene, deren negativen Begleiterscheinungen und Beschwerden aus der Bevölkerung zu kämpfen. Die anfängliche Skepsis sei jedoch gewichen. Obwohl der Drogenkonsumraum mitten in der Innenstadt und in der überregional bekannten Kneipenmeile „Bermudadreieck“ liege, gebe es keinerlei Probleme mit Bürgern und Anwohnern. Auch Gewerbetreibende in der Nähe sähen die Einrichtung der geschützten Stätte positiv, seit deren Inbetriebnahme habe der illegale Konsum auf den Toiletten ihrer Lokale aufgehört.

Der langjährige Leiter der Einrichtung Torsten Polesch berichtete aus der Praxis. Die Kombination aus konsequenter Akzeptanz der Erkrankten, Drogenkonsumraum und medizinischer Ersthilfe habe sich bewährt, das Angebot werde angenommen, die Drogentodesfälle seien zurückgegangen. Einig waren sich die Bochumer Verantwortlichen in der Einschätzung, dass gemeinsames Vorgehen und Einbeziehung aller Beteiligten für das Gelingen des Projekts ausschlaggebend gewesen seien. In der „Projektgruppe Drogen“ arbeiten in Bochum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts, des Gesundheitsamts, der Ordnungs- und Sicherheitsbehörden und der beteiligten Träger und Verbände zusammen. Gemeinsame Ziele sind die Versorgung drogenabhängiger Menschen zu gewährleisten, das Sicherheitsgefühl von Bürgerinnen und Bürgern zu stärken und die Bildung größerer Drogenszenen zu verhindern. Bochum und Karlsruhe seien nicht nur Städte vergleichbarer Größenordnung, sie hätten weitere Gemeinsamkeiten, bei denen man künftig voneinander lernen könne, bilanzierte Bürgermeister Martin Lenz.

Der Karlsruher Gemeinderat diskutiert das Thema Drogenkonsumraum in der Sitzung am 20. März.