Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Presseportal

Zurück

13. Dezember 2018

OB Mentrup kondoliert zum Tod von Paul Niedermann

 

Lebensaufgabe Aussöhnung: Der Zeitzeuge und Träger der Ehrenmedaille starb mit 91 Jahren

Zum Tod von Paul Niedermann hat Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup dessen Tochter im Namen der Stadt und ihres Gemeinderats wie auch persönlich sein herzliches Beileid ausgesprochen. Mit Niedermann sei ein "mutiger und willensstarker Mensch" gegangen, der "sein Leben auf bemerkenswerte Weise gemeistert hat." Trotz seines schweren Schicksals habe sich Niedermann als Zeitzeuge für die Vermittlung eines "objektiven Bilds der deutsch-jüdischen Geschichte" eingesetzt, habe seine Botschaft "Auf Hass lässt sich nicht bauen" zeitlebens vor allem an die Jugendlichen weitergegeben. Seine alljährliche Teilnahme an der Gedenkveranstaltung in Gurs und der Mahnwache anlässlich der Reichspogromnacht in Karlsruhe habe er gerne für Gespräche und Begegnungen genutzt und Vorträge an Schulen gehalten. Für sein Engagement sei er 2007 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, 2013 mit der Ehrenmedaille der Stadt Karlsruhe ausgezeichnet worden.

"Was Ihr Vater als Kind erleben musste und wie er es bewältigt hat, ist eine unglaubliche Lebensleistung", ist Mentrup beeindruckt. Niedermann habe die Aussöhnung zwischen Karlsruherinnen und Karlsruhern und ihren ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Dass er sich trotz trauriger Erinnerungen in Karlsruher wieder "zu Hause" gefühlt habe, "hat mich besonders gefreut", erinnert sich Mentrup an persönliche Begegnungen und interessante Gespräche mit diesem "herzlichen und humorvollen Menschen." In der schweren Zeit des Abschiednehmens "möge Ihnen die Gewissheit Trost sein, dass in Karlsruhe viele Menschen um ihn trauern", schreibt Mentrup abschließend.