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Karlsruhe: Presseportal

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16. Juni 2011

Projektpartnerschaft Rijeka-Karlsruhe auf dem Weg zu einem starken Bündnis

Rijeka: Unterzeichnung der Vereinbarung

Rijeka: Unterzeichnung der Vereinbarung

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Rijeka: Kazalisniplatz

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Rijeka - Stadtfest

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Rijeka: Hafenrundfahrt

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OB Heinz Fenrich und Bürgermeister Vojko Obersnel unterzeichneten in der Adriastadt Vereinbarung zur Zusammenarbeit

"Beide Städte bringen ihren Willen zum Ausdruck, im Rahmen einer Projektpartnerschaft zu kooperieren. Die Zusammenarbeit erstreckt sich vor allem auf Projekte in den Bereichen Gesundheitswesen, Wirtschaft, Kultur, Soziales und Jugend. Gerade vor dem Hintergrund des Beitritts Kroatiens zur Europäischen Union leisten die Stadt Rijeka und die Stadt Karlsruhe mit dieser projektbezogenen Kooperation einen wertvollen Beitrag zur europäischen Völkerverständigung und Freundschaft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte." So steht es in der Vereinbarung, die Vojko Obersnel, Bürgermeister der Stadt Rijeka, und der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich am Mittwoch, 15. Juni, im Rathaus von Rijeka unterzeichneten.

"Die engen und freundschaftlichen Verbindungen vieler Menschen haben mich darin bestärkt, die bestehenden Beziehungen zwischen unseren Städten weiter zu fördern und auszubauen", hatte OB Heinz Fenrich betont. Mit 2 200 Menschen sei Kroatien in Karlsruhe das drittgrößte Herkunftsland unter den Bürgerinnen und Bürgern mit ausländischen Wurzeln - dabei sei die Deutsch-Kroatische Gemeinschaft einer der Motoren für die Projektpartnerschaft mit Rijeka gewesen. Die Gespräche, die er bislang in Rijeka führen konnte, hätten bei ihm viele Ideen für weitere gemeinsame Projekte ausgelöst. "Für mich hat sich beispielsweise eine weitere Zusammenarbeit geradezu aufgedrängt", berichtete er. So habe er am Dienstagabend in Gesprächen mit Prof. Dr. Pavao Komadina und Prof. Dr. Rajka Jurdana-Sepic von der Universität Rijeka von einem Wissenschaftsfestival für den jungen Forschernachwuchs erfahren. "Wir haben gerade den Titel 'Karlsruhe - Stadt der jungen Forscher 2012' errungen, da bieten sich gemeinsame Themen an."

Ein Eindruck, dem sich Komadina anschloss. Momentan werde in Rijeka der Campus ausgebaut, dies schaffe ideale Voraussetzungen, um künftig mit Karlsruhe etwa im Rahmen des ERASMUS-Programms zu kooperieren. Der Rektor der Universitaet Rijeka, Prof. Dr. Pero Lucin, hatte die Fakultät für Informatik oder auch Ingenieurswissenschaften für einen Austausch ins Gespräch gebracht. "Die ersten Initiativen sind in der Kriegszeit entstanden, als es bei uns viel Not gab. Die Deutsch-Kroatische Gemeinschaft hatte den Wunsch, ihren Landsleuten zu helfen - aus dieser Unterstützung ist unsere Freundschaft entstanden", blickte Bürgermeister Vojko Obersnel zurück. Und die Präsidentin des 35-köpfigen Stadtrats, Dorotea Pesic Bukovac, fügte an: "Uns verbindet viel - und die Unterschiede bereichern uns."

Der offizielle Akt im Rathaus war eingebettet in die mehrtägigen Feierlichkeiten zum Tag der Stadt Rijeka sowie Tag des St. Veit (Heiligen Vitus), dem Schutzpatron von Rijeka. Das jährliche religiöse Volksfest unter umfänglicher Beteiligung von Vereinen, Institutionen und der Bürgerschaft von Rijeka kennzeichnet das Ende des Frühlings. Auch dieses Jahr startete Rijeka mit einem bunten, fröhlichen und traditionellen Veranstaltungs-Strauß in den Sommer. Zu den Höhepunkten zählt am 15. Juni, am Namenstag des Schutzpatrons, die Prozession des Heiligen Vitus mit Heiliger Hauptmesse im Freien.

Mit Oberbürgermeister Fenrich waren Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, die Stadträte Johannes Krug (CDU) und Michael Borner (Grüne) und die Stadträtinnen Gisela Fischer (SPD) sowie Margot Döring (KAL) am Dienstag (14. Juni) für drei Tage in die drittgrößte Stadt Kroatiens gereist. Die FDP-Fraktion hatte kurzfristig absagen müssen.

Am Dienstagabend waren die Karlsruher vom Bürgermeister Vojko Obersnel und Erzbischof Dr. Ivan Devcic in das Kroatische Nationaltheater "Ivan von Zajc" eingeladen worden. In dem nach dem in Rijeka geborenen Komponisten und Dirigenten benannten Theater wurden im Rahmen einer feierlichen Sitzung des Stadtrats 16 verdiente Bürgerinnen und Bürger aus den Bereichen Kultur, Sport oder auch Wissenschaft durch Stadtratspräsidentin Dorotea Pesic Bukovac ausgezeichnet, darunter auch Prof. Dr. Pavao Komadina für sein Engagement als Prorektor für die Kooperation mit der Wirtschaft und Anstellung von Studenten sowie Prof. Jurdana Sepic für ihre Initiativen für den studentischen Nachwuchs. Mit einer Medaille und 30 000 Kuna (rund 4 000 Euro) wurde der in Rijeka geborene Historiker Akademik Petar Strcic für sein Lebenswerk geehrt. Das Preisgeld spendete er einem Gymnasium in Rijeka, mit dem er über seine verstorbene Tochter verbunden ist.

In Gesprächen und bei einem Rundgang hatte die Gruppe am Dienstagnachmittag (14. Juni) einen ersten Eindruck von der Projekt-Partnerin bekommen. Und dabei unter anderem auch Miroslav Matesic, einen der beiden stellvertretenden Bürgermeister, wieder getroffen. Er erinnere sich mit großer Freude an den Besuch seiner Delegation in Karlsruhe im Januar dieses Jahres auf Initiative der Deutsch-Kroatischen Gemeinschaft. Das Engagement der Karlsruher für Projekte mit Rijeka und die Unterstützung durch die Stadt habe ihn beeindruckt. "Um dies fortzuführen, sind wir hier", hatte OB Fenrich betont.

In Trsat, dem Wallfahrtort und ältesten Stadtteil von Rijeka, besichtigte die Karlsruhe-Gruppe nach dem offiziellen Besuch im Rathaus am Mittwoch unter anderem das Franziskanerkloster und den Universitätscampus sowie bei einer Rundfahrt in der Bucht von Kvarner die Hafenanlagen von Rijeka und der Region - um in Gesprächen weitere Anknüpfungspunkte für eine künftige Zusammenarbeit auszuloten.

Die wechselvolle Geschichte Rijekas beginnt mit den Kelten und der Ansiedelung der Kroaten im VII. Jahrhundert und reicht über Epochen unterschiedlicher Herrschaft bis zum Status eines Industrie- und Handelszentrums sowie einer Kultur- und Universitätsstadt, zu der sich Rijeka nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat. Heute präsentiert sich die knapp 150 000 Einwohner zählende Hafenstadt an der Kvarner-Bucht als moderne Stadt mit historischen Wurzeln. Mit ihrer Kombination aus Meer und Bergen zählt sie zu den bevorzugten touristischen Regionen Kroatiens.

Der gemeinderätliche Hauptausschuss hatte dem Abschluss der Projektpartnerschaft mit der kroatischen Hafenstadt vor Pfingsten zugestimmt. Dem waren in den letzten Jahren bereits Verbindungen auf unterschiedlichen Ebenen vorangegangen. Neben der Zusammenarbeit des Städtischen Klinikums Karlsruhe mit dem Klinikum in Rijeka sowie der regelmäßigen Teilnahme von Studierenden am internationalen Studentenprojekt der Stadt Karlsruhe im August gibt es bereits Kontakte des Technologieparks Karlsruhe (Unterstützung beim Bau eines Technologieparks), der AWO (im Bereich Altenhilfe) und natürlich der Deutsch-Kroatischen Gemeinschaft nach Rijeka und die Region.

Nach einem kurzen Gang über den Fischmarkt sowie dem Besuch des Geschichts- und Marinemuseums wird die Delegation heute (16. Juni) am Nachmittag die Rückreise antreten. Sie nehmen jede Menge Impressionen sowie eine ganze Reihe von persönlichen Kontakten mit nach Karlsruhe - Basis für eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit. Und während OB Heinz Fenrich unter anderem an die "Stadt der jungen Forscher" als Plattform für eine Kooperation denkt, freut sich SPD-Stadträtin Gisela Fischer vor allem auf weitere Kooperationsstränge im sozialen Bereich. Für sie sei es äußerst befriedigend zu spüren, dass die Zusammenarbeit mit weiterem Leben erfüllt wird, freute sich Fischer, die neben Altstadträtin Marianne Krug eine der Impulsgeberinnen für die Projektpartnerschaft mit Rijeka war. "Die Vereinbarung ist für mich die Krönung dessen, was wir mit der Deutsch-Kroatischen Gemeinschaft 1991 mit unseren Hilfstransporten begonnen haben - und Auftakt für weitere Projekte", fügte CDU-Stadtrat Johannes Krug an. Die Bürgerinnen und Bürger möchte Grünen-Stadtrat Michael Borner insbesondere in den Mittelpunkt künftiger Projekte stellen - und auch im ökologischen Sektor könnte er sich "angesichts der durch die Industrie verursachten Probleme an manchen Küstenabschnitten" eine "unterstützende Zusammenarbeit" vorstellen. KAL-Stadträtin Margot Döring würde vor allem die medizinischen und sozialen Projekte gerne verstärkt ausbauen. "Durch die Vereinbarung haben die bisherigen Projekte einen offiziellen Charakter bekommen - neue Projekte wurden durch sie beflügelt", lässt auch OB Fenrich keinen Zweifel daran, dass sich Karlsruhe -Rijeka zu einem starken Bündnis entwickeln wird.