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Karlsruhe: Presseportal

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17. Juli 2020

"Viel in und für Karlsruhe bewegt" - OB würdigt Dieter Ludwig

Kondolenz zum Tod des Ehrenbürgers und Erschaffers des Karlsruher Modells

Er revolutionierte das Bahnfahren zwischen Umland und Stadt ohne Beschränkung auf Bahnhöfe über das weltweit beachtete, auch immer wieder nachgeahmte Karlsruher Modell der Zweisystemfahrzeuge und galt seitdem als Nahverkehrspapst: Nun ist Karlsruhes Ehrenbürger Dr. Dieter Ludwig einen Tag nach seinem 81. Geburtstag gestorben. Auch im Namen der Stadt und des Gemeinderats sprach Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup der Frau des Visionärs und Machers, Eva-Maria Ludwig, sein herzliches Beileid aus. Mit dem gebürtigen Westfalen, sei "eine geschätzte und profilierte Persönlichkeit von uns gegangen, die sich beispielhafte Verdienste um Stadt und Gemeinwohl erwarb", hob das Stadtoberhaupt in seinem Kondolenzschreiben hervor.

Fahrgastzahlen verdoppelt und weltweit gewirkt

Ende der fünfziger Jahre war Ludwig in der Fächerstadt angekommen, studierte dort Bauingenieurwesen und arbeitete nebenher als studentischer Triebfahrzeugführer bei der Albtalbahn. Noch viel später sollte es vorkommen, dass der Oberste selbst in der Lok zur finden war. Nach einem Abstecher zur Deutschen Bundesbahn kehrte er 1971 als Planungsingenieur zu den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) zurück, um dort bald die Werksleitung zu übernehmen. Schon 1978 wurde Ludwig zusätzlich Geschäftsführer der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), und von 1993 an leitete er die Geschicke des neu gegründeten Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV). Wie dessen heutiger Aufsichtsratsvorsitzender weiter würdigte, zeichnete sich der Pionier durch beeindruckende Tatkraft aus. Ludwig habe "im wahrsten Wortsinn viel in und für Karlsruhe bewegt. Gegen den scheinbaren Trend für den motorisierten Individualverkehr erkannte er die Zeichen der Zeit und setzte auf einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs".

Dem unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und der Landesverdienstmedaille Ausgezeichneten gelang es, die Fahrgastzahlen durch den Ausbau des Karlsruher Streckennetzes nahezu zu verdoppeln. "Auch weit über die Grenzen der Fächerstadt hinaus war Ihr Mann ein renommierter Experte", unterstrich Mentrup. Ludwig unterstützte Partnerstädte wie vor allem Nottingham und Temeswar, war aber auch wie das Stadtbahn-System und seine Übertragbarkeit von Brasilien bis Indien gefragt. Von 1995 bis 2003 Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, zwischenzeitlich Vizepräsident der Union Internationale des Transports Public, trat er offiziell 2006 als langjähriger Geschäftsführer von VBK, AVG und KVV in den verdienten Ruhestand. "Indes war er bis zuletzt aufgrund seines immensen Erfahrungsschatzes weit über die Region hinaus ein gerne gehörter Rat- und Ideengeber", betonte Mentrup ebenso wie die Gewissheit, dass seiner Person und Lebensleistung "stets mit Achtung und Respekt" gedacht werde. Im Wissen, dass Dr. Dieter Ludwig, der die Kombilösung sowie den steten Netzausbau gespannt verfolgte und einordnete, etwas Bleibendes geschaffen hat.