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Karlsruhe: Presseportal

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23. November 2011

20.000 Euro für Klimaschutzaktion "Ich mach Klima"

Karlsruher Klimavertrag

Karlsruher Klimavertrag

Details und Download

Preisverleihung Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2011":

Preisverleihung Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2011":

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Stadt Karlsruhe Preisträgerin beim Bundeswettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2011"

Die Stadt Karlsruhe gehört zu den Gewinnern des Bundeswettbewerbs "Kommunaler Klimaschutz 2011", den das Bundesumweltministerium in Kooperation mit der "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" ausgeschrieben hat. Karlsruhe erhielt die Auszeichnung für "Ich mach Klima", eine kreative und breit angelegte Klimaschutz-Mitmach-Kampagne. Die innovative Idee eines Klima-Vertrags, bei dem sich die Bürgerinnen und Bürger symbolisch zum Klimaschutz verpflichten, hat wegweisenden Charakter. Norbert Hacker, Leiter des für die Kampagne zuständigen Amts für Umwelt- und Arbeitsschutz nahm heute in Berlin den Preis aus der Hand von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen entgegen. Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 20 000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Umweltbürgermeister Klaus Stapf freute sich über die Auszeichnung und den zusätzlichen finanziellen Spielraum: "Wir werden mit dem Preisgeld im nächsten Jahr die Klimaschutzkampagne fortführen. Als neue Aktion planen wir eine Art "Klimawette", mit der wir wieder gezielt Haushalte einbinden und auf originelle Weise Einsparmaßnahmen im Alltag beleuchten wollen."

Bundesumweltminister Röttgen gratulierte der Stadt Karlsruhe und den weiteren Preisträgern. Röttgen: "Das Engagement von Städten, Gemeinden und Landkreisen ist eine wesentliche Stütze für die Energiewende. Kommunen erreichen die Menschen unmittelbar und sie zeigen in einer Vielzahl von Erfolgsgeschichten, dass Klimaschutz vor Ort möglich ist. Und damit stärken uns Kommunen auch den Rücken für die nun anstehenden UN-Klimaverhandlungen in Durban, bei denen sich die Bundesregierung für einen starken und verbindlichen Klimaschutz auf internationaler Ebene einsetzen wird."

Selbstverpflichtung für die Zukunft: Der Klima-Vertrag

Schon lange macht sich Karlsruhe für die Themen Umweltschutz und Energieeinsparung stark. 2009 startete die Stadt unter dem Motto "Ich mach Klima" eine einjährige Kampagne, um die Bürgerinnen und Bürger aktiv zum Klimaschutz zu bewegen. Eine Mitmach-Kampagne, die in Fragen der Klimapolitik auch für andere Kommunen wegweisend werden kann.

Herzstück der strategisch breit angelegten Initiative bildete der sogenannte Klima-Vertrag, bei dem jede Karlsruherin und jeder Karlsruher für ein Jahr lang eine eigene, freiwillige und symbolische Abmachung zum Schutz des Klimas treffen konnte. Eine innovative Idee, die darauf setzte, dass Klimaschutz auch mit Spaß und Kreativität verbunden sein kann. Knapp 1.700 Menschen ließen sich überzeugen und machten mit. Dabei wählten sie aus 33 Klimasparvorschlägen solche Maßnahmen aus, die sie künftig umsetzen wollen. Allesamt einfache und gut in den Alltag integrierbare Verhaltensweisen wie richtiges Lüften, Vermeiden des Standby-Modus von Elektrogeräten, Benutzen von Stofftaschen, Rad- statt Autofahren oder der Einkauf von saisonalen Lebensmitteln aus der Region. Weitere Tipps und Informationen zu den 33 vorgeschlagenen Maßnahmen ließen sich einer ergänzenden Broschüre entnehmen.

Jede ausgewählte Klimaschutz-Aktivität bekam eine Punktzahl, die sich am CO2-Einsparpotenzial orientierte. Legt man zu Grunde, dass es bei jedem der rund 1 700 Klima-Verträge zu einer durchschnittlichen Reduktion von 500 Kilogramm CO2 kam, konnten in Karlsruhe durch die Aktion etwa 850 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden. Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann. Doch außer einem guten Gewissen gab es für die Teilnehmer noch mehr zu gewinnen: Im November 2010 verloste die Stadt thematisch passende und gesponserte Preise, wie beispielsweise eine klimafreundliche Reise, besonders sparsame Kühlschränke und Carsharing-Mitgliedschaften.

Eine Klima-Kampagne mit Witz und Kreativität

Aber nicht nur der Klima-Vertrag kam bei der Bevölkerung gut an. Thematisch an die Klimaspartipps angelehnt, folgten 2010 alle zwei Monate besondere Aktionen. So definierte sich der Obststand auf dem Wochenmarkt zum "Energiespar-Birnen-Stand" um, die Klima-Modenschau zeigte ökologisch und nachhaltig hergestellte Kleidungsstücke und an der "Klima-Tankstelle" ließen sich Kfz-Besitzerinnen und -besitzer über Ressourcen schonende Fahrweisen informieren. Unter dem Namen "Klimalinge", machten Kindergartenkinder Erwachsene in Video-Clips auf falsches Verhalten aufmerksam. Zu sehen auf der Website www.ich-mach-klima.de, die eigens für die Kampagne eingerichtet wurde. Das Solar-Eismobil, ein per Photovoltaik betriebenes Lastenfahrrad, fuhr im Sommer 2010 als mobile Eisdiele durch die Stadt. Begleitet wurden alle Aktionen durch Gewinnspiele. Auch hier ging es um Klimaschutz und Energiesparen. So machten die Teilnehmer beim Preisausschreiben "24 Stunden ohne Strom" beispielsweise Vorschläge, wie ein Tag ganz ohne Elektrizität aussehen kann.

Darüber hinaus setzte die Stadt Karlsruhe über den gesamten Aktionszeitraum hinweg auf eine pressewirksame Öffentlichkeitsarbeit. Eigens für die Kampagne produzierte Rundfunk-Spots und Plakate bewarben den Klimavertrag. Finanziert wurde das Projekt durch Eigenmittel der Stadt. Die Preise für Gewinnspiele und Endverlosung stellten Sponsoren. Eingebunden war die Aktion "Ich mach Klima" in die übergeordnete Kampagne "Karlsruhe macht Klima", die eine Bündelungsfunktion für zahlreiche und langjährige Klimaschutz-Aktivitäten der Stadt darstellt, wie beispielsweise den "Tag der erneuerbaren Energien".

Beim Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2011", den das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gemeinsam mit der beim Deutschen Institut für Urbanistik angesiedelten "Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" durchgeführt hat, wurden insgesamt 237 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Stadt Karlsruhe hat sich mit der Aktion "Ich mach Klima" in der Kategorie "Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen" beworben. In dieser Kategorie gab es 72 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden, die jeweils ein Preisgeld von 20.000 Euro erhalten. Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung und vom ausgezeichneten Projekt sind ab 23. November, 18.30 Uhr, unter www.kommunaler-klimaschutz.de/wettbewerbe zu finden.