Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Presseportal

Zurück

29. Oktober 2018

Heidesee-Biotop und Naturfriedhof wegweisende Beispiele

Umweltausschuss thematisierte Bürgerprojekte im Kontext "Meine Grüne Stadt"

Die "Grüne Stadt" bleibt entlang der Handlungsfelder Klima, Gesundheit und Natur wesentliches Leitmotiv und Selbstverständnis Karlsruhes. In der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit wurde den Mitgliedern ein Überblick über die derzeitigen Bürgerprojekte gegeben, die zum Teil aus den ersten beiden Ideenwerkstätten resultieren, aber auch außerhalb dieser Foren entstanden sind. Umweltbürgermeister Klaus Stapf als Ausschuss-Vorsitzender verwies darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Projekte selbst gestalten, tragen und sich so auch mit den Ergebnissen identifizieren können. Die Stadtverwaltung unterstützt sie dabei tatkräftig. Einige der Bürgerprojekte stellten nun das Amt für Umwelt und Arbeitsschutz sowie das Friedhofs- und Bestattungsamt dem Gremium vor, das diese wohlwollend honorierte und mit interessierten Detailfragen bedachte. Verwaltung und Ausschuss waren sich mit der engagierten Bürgerschaft einig, dass die Projekte ein Steigern der Lebensqualitätsverbesserung im Quartier ermöglichen.

Bürgervereine als Initiatoren

Gemeinsame Anstrengungen tragen erste Früchte, wie näher erläutert an den Projekten "Landschaftsschutz am Heidesee" und "Naturfriedhof Heidenstücker". Das Projekt am Heidesee geht auf einen Vorschlag des Bürgervereins Neureut-Heide (BV) zurück, fand mit der Ortsverwaltung, städtischen Ämtern und der Fischerzunft helfende Akteure, ist aber zwingend auf weitere ehrenamtliche Kräfte angewiesen. Auch der BV hat seine Kapazitätsgrenzen längst erreicht. Ziel ist es, die biologische Vielfalt des Geländes zu bewahren, über ihren Wert zu informieren und gleichzeitig das Gebiet mit attraktiven Naherholungsangeboten wie Drachenwiese, Klangpfad und Seebereich auf nachbarschaftsfreundliche Weise aufzuwerten.

Probleme bereiten trotz aller Bemühungen samt Jugendarbeit und Kommunalem Ordnungsdienst weiterhin bis in die Nacht am See lärmende Gruppen. Baden, Grillen, Vandalismus und sogar illegale Autorennen – noch ist der Kampf gegen Unbilden wie diese auch in besonders schützenswerter Umgebung nicht ausgestanden. Das Ausweisen als öffentliche Grünanlage bleibt wesentlicher Meilenstein und die Kommunikation Daueraufgabe. Multiplikatoren sollen eine breitere Öffentlichkeit sensibilisieren. Wichtige Bausteine sind der Heideputz, geführte Spaziergänge (zuletzt im Oktober), Vogelstimmenwanderungen und geplante Informationstafeln. Deren Gestaltung erarbeiteten zum Beispiel Mädchen und Jungen des Partners Schulzentrum Neureut.

Naturfriedhof soll auch Lebensraum sein

Ebenfalls einen pädagogischen Schwerpunkt verfolgt das Bürgerprojekt Naturfriedhof Heidenstücker, der überdies Lebens- und Ruheräume schaffen soll. Die Anlage wurde bislang nicht als Bestattungsort verwendet, doch nun soll dort nach und nach mit dem Bürgerverein Grünwinkel als Initiator und der dortigen Grundschule ein Bestattungswald entstehen – und mehr als das. Eingangs soll die Esskastanie, aktueller Baum des Jahres, das Gelände prägen: zunächst sind 20, später einmal 80 Exemplare geplant. Dieses Entree wird mit der Zeit fließend übergehen in einen Wiesen- und Streuobstverband, zu dem vor allem die Siedler der Heidenstückersiedlung beitragen möchten, sowie eine Wiesen- und Blühfläche, auch für den Schutz von Bienen und anderen Insekten. Ergänzt schließlich durch den Bestattungswald, sodass Leben und Tod verbunden bleiben.

Offizieller Auftakt noch im November

Mädchen und Jungen der Grundschule, die beim Pflanzen und Pflegen der Bäume helfen, werden besonders, so der Projektgedanke, das sich Entfalten der Esskastanien als intensive Erfahrung miterleben können. Sie könnten sie dann auch Früchte tragen sehen, später mit ihren eigenen Kindern dorthin gehen, den Lebenszyklus begleiten und weitergeben, sich vielleicht auch einmal dort zur ewigen Ruhe legen. Pietätvoll und doch auf umfassende Weise einladend, soll der Naturfriedhof Heidenstücker auch ein besonderer Ort der Identifikation mit dem eigenen Quartier werden. Zur weiteren Pflanzung, der feierliche Auftakt ist für Samstag, 17. November, vorgesehen, sind möglichst heimische und langfristig nutzbare Arten bevorzugt, vor allem Ahorn, Buche, Eiche, Kirsche. So soll der gemeinschaftliche Weg weitergehen.