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Karlsruhe: Presseportal

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22. Juli 2014

Karlsruhe auf dem Weg zu Gold

 

Sprung nach oben beim European Energy Award (eea)

Karlsruhe hat beim „European Energy Award (eea)“ - einem internationalen Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für Kommunen auf dem Weg zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz - in diesem Jahr einen weiten Sprung nach vorne gemacht.

Lag Karlsruhe beim letzten Zertifizierungsdurchgang noch im Mittelfeld der inzwischen rund 170 deutschen ausgezeichneten Kommunen, ist die Fächerstadt mit der neuesten Beurteilung durch eine unabhängige Gutachterin etwa auf Platz 40 vorgerückt. Teilgenommen haben knapp 300 Städte und Gemeinden aus Deutschland.

Nach einem Punktebewertungssystem muss eine Kommune mindestens 50 Prozent der möglichen Maximalpunktezahl erreichen. Dann ist sie ein „eea-Partner“ mit silberner Auszeichnung. Diese Hürde übersprang Karlsruhe 2010 erstmals mit 63 Prozent. Bei der diesjährigen Zertifizierung hat Karlsruhe etwa 70 Prozent erreicht. Bei gut der Hälfte der rund 80 bewerteten Maßnahmenbereichen hat Karlsruhe sogar mehr als 75 Prozent erzielt. Besonderes vorbildlich sind etwa der breite Klimaschutzansatz der Stadtverwaltung und der aktive Einbezug städtischer Gesellschaften. Dabei hebt die Gutachterin vor allem die Stadtwerke Karlsruhe hervor. Zentrale Klimaschutzmaßnahmen wie der konsequente Ausbau der Fernwärme, die Energie-Einsparprojekte in Schulen und Dienststellen oder Kooperationsvorhaben wie das Energieeffizienz-Netzwerk mit Unternehmen haben sich bei der Bewertung positiv ausgewirkt.

Das Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz, das die Bewerbung Karlsruhes beim eea betreut, hat kürzlich den Ausschuss für Umwelt und Gesundheit über den derzeitigen Stand informiert. Das Ziel des Amtes ist es nun, das erreichte Niveau zu verstetigen und da, wo noch Defizite vorhanden sind, diese gezielt anzugehen, um mit mindestens 75 Prozent die eea-Auszeichnung in Gold zu erhalten. So ist etwa - ohne bisherige konkrete Planung - vorgesehen, Stadtteilprojekte wie den Effizienzkonvoi Waldstadt oder das Energiequartier Alt-Rintheim auch in anderen Stadtviertel zu initiieren. Um beim privaten Gebäudebestand besser abzuschneiden, müsste die Sanierungsrate in etwa verdoppelt werden. Ein Schwachpunkt mit einer Einzelbewertung von unter 50 Prozent war neben anderem ein fehlendes Abfallwirtschaftskonzept. Aber dieses ist derzeit im Entstehen. Kritisiert hat die Gutachterin zudem, dass Anforderungen im Hinblick auf Energieeffizienz bei Baugenehmigungen nicht genügend kontrolliert würden. Hier besteht noch „Luft nach oben“.