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Karlsruhe: Presseportal

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6. Mai 2011

Mensch und Eiszeit formten Naturraum

Bei Streifzug durch Rüppurrer Wiesen vielfältigen Erholungsraum entdecken

Im Mai stehen die meisten Wiesen in der Blüte und lassen die Landschaft dadurch besonders attraktiv erscheinen. Bürgermeister Michael Obert und Helmut Kern, Leiter des Gartenbauamtes, laden die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger dazu ein, die abwechslungsreiche Erholungslandschaft um Rüppurr und die Vielfalt der Wiesen bei einem Wiesenspaziergang kennen zu lernen. Der eineinhalb- bis zweistündige Streifzug beginnt am Sonntag, 15. Mai, um 10.30 Uhr an der Auferstehungskirche, Lange Straße 28, in Rüppurr - einen zehnminütigen Fußmarsch von der Straßenbahnhaltestelle Tulpenstraße (S1/11) entfernt.

Die Rüppurrer Wiesen gehören zum Naturraum der so genannten "Kinzig-Murg-Rinne", die während der letzten Eiszeit entstand. Ein breites Flussbett verlief damals westlich von Rüppurr, die Gewässerablagerungen brachten unterschiedliche Bodentypen hervor. Vom Wasserlauf abgeschnittene Teile, wie die Salmenwiesen, verlandeten im Laufe der Zeit: Aus abgestorbenen Pflanzen bildeten sich Niedermoorböden. Eine gute Einführung dazu gibt der bodenkundliche Lehrpfad, der von Weiherfeld aus durch die Rüppurrer Wiesen führt.

Aufgrund der verschiedenen Böden und der Nutzung durch den Menschen zeigen die Wiesenflächen westlich des Stadtteils unterschiedliche Ausprägungen. Auf mäßig feuchten Böden kommt die typische Glatthaferwiese vor. In Wiesen auf nassen Standorten wächst dagegen der Große Wiesenknopf mit seinem kugelig bis walzigen, rotbraunen Blütenstand. In nassen Senken über Niedermoorböden kommen auch viele Binsen und Seggen vor.

Die zum Teil jahrhunderte alte Bewirtschaftung brachte eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft hervor und erschloss damit zahlreiche neue Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt: Landschaftselemente wie Baumreihen, Streuobstwiesen, Feldgehölze und kräuterreiche Raine sind die Folge. Aber auch Röhrichte, Hochstaudenfluren, Gräben mit artenreicher Vegetation sowie Wiesen-, Acker- und Waldflächen lassen sich zum Teil auf die Nutzung durch den Menschen zurückführen.

Die Wiesenspaziergänge führten in den vergangenen Jahren bereits durch die Gemarkungen der Stadtteile Daxlanden, Knielingen, Neureut, Hohenwettersbach, Grünwettersbach, Grötzingen und Stupferich.