Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Presseportal

Zurück

3. März 2011

So effizient wie möglich

Pestizideinsatz und Umweltaktionen im Umweltausschuss

Die äußerst eingeschränkte Verwendung von Pestiziden auf öffentlichen Grünflächen sowie die Aktionen zur Umweltpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit nahm der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit in seiner Sitzung am letzten Freitag unter Leitung von Bürgermeister Klaus Stapf zur Kenntnis.

Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet das Gartenbauamt nur, wenn sie zugelassen sind und dann auch nur, wenn es zu ihnen keine Alternative gibt. Den Vorrang haben biologische und mechanische Methoden. So werden Rosen und verschattete Sommerblumen im Stadtgarten gegen Pilze mit Fungiziden und gegen Blatt- und Schildläuse mit nicht bienengefährlichen Insektiziden geschützt. Nur für Raupen, nicht jedoch für Menschen gefährliche Herbizide wurden an 650 Bäumen gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt sowie direkt auf Schienentrassen. Das erübrigt sich jedoch, wenn die Gleise in Rasenbetten liegen, was inzwischen, wo immer möglich, passiert.

Erfolgreich aber zu teuer ist ein gegen die Platanennetzwanze verwendetes biologisches Mittel. Deshalb wird die Wanze nicht bekämpft. Schutz vor ihrem Eindringen in Wohnungen bieten Fliegennetze. Auf Wechselbeetflächen wird Bakterien, Pilzen und Schädlingen mittels heißem Wasserdampf der Garaus gemacht. Gegen Miniermotten, die es auf Rosskastanien abgesehen haben, hilft das Sammeln der Puppen und Eier im Herbstlaub, etwa mit Schulklassen. Unkraut auf befestigten Flächen bleibt am Rand stehen oder wird mechanisch entfernt. Auch die hochallergene und andere Pflanzen verdrängende Ambrosia kann nur durch Ausreißen vor der Blüte bekämpft werden. Dem japanischen Staudenknöterich ist lediglich mit bis zu einem Meter tiefem Bodenaushub beizukommen. Bei der Pflanzenzucht in der Stadtgärtnerei setzen die Fachleute auf Nützlinge wie die Spinnmilbe oder auf Leimtafeln.

Knapp 155 000 Euro gibt die Stadt 2011 für umweltpädagogische Aktivitäten aus. Im vergangenen Jahr waren es rund 242 000 Euro. So fällt der vom Bund nicht weiter geförderte "Fahrrad-Fehlerfuchs" in Schulen fort, kann aber bei Events aufgegriffen werden. Wie etwa beim groß angelegten Tag des Fahrrads auf dem Friedrichsplatz samt begleitender Radmesse. Auf niedrigerem Niveau laufen die Klimaschutzkampagne sowie der Tag der erneuerbaren Energien weiter. Im Angebot bleiben weiterhin die "Faire Woche", die Schülertage und die Natura 2000-Kampagne. Ebenso die schulpädagogischen Angebote. In Einheiten von einem bis drei Tagen können Schulen zwischen 145 Themen auswählen. Dazu kommt die Nachmittagsbetreuung durch Umweltverbände. Auf dem Knittelberg weiter geführt wird auch das sehr gut nachgefragte Programm "Schüler erleben Naturschutz". Zusätzlich wird dieses Jahr vom 10. bis 15. April die Gedächtnisveranstaltung "25 Jahre Tschernobyl" unterstützt.