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Karlsruhe: Presseportal

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22. April 2015

Waldmaikäfer fliegen wieder

Keine Bekämpfungsmaßnahmen vorgesehen

Obwohl der Wonnemonat Mai noch nicht begonnen hat, fliegen in den Abendstunden in einigen Waldbereichen bereits die Maikäfer. In diesem Jahr ist in und um Karlsruhe das Flugjahr des sogenannten Südstammes.

Wo sind die meisten Käfer?

Im Karlsruher Stadtgebiet werden die meisten Waldmaikäfer im Hardtwald bei Oberreut und im Hardtwald zwischen Schlossgarten und der L 604 erwartet. Diese Flugprognose ist abgeleitet aus den Probegrabungen nach Engerlingen in den letzten Jahren.

Keine Bekämpfung

In den Karlsruher Wäldern hat es in den zurückliegenden Jahren keine Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Waldmaikäfer gegeben. Dies ist auch in den kommenden Jahren nicht vorgesehen. "Für den Wald sind die Maikäfer und der Blattfraß im Frühjahr keine existentielle Gefahr. Viel schlimmer für den Wald ist der Wurzelfraß der Engerlinge, der den Anbau von Eichen und anderen Laubbaumarten, aber auch die natürliche Waldverjüngung erheblich gefährdet", so Ulrich Kienzler, Leiter des Forstamtes Karlsruhe. Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen dagegen gibt es nicht. Die Forstleute versuchen, die Risiken durch die Verwendung von Jungbäumen mit gut entwickeltem Wurzelwerk und durch Pflanzung im Flugjahr zu reduzieren, wenn die kleinen Engerlinge im ersten Larvenstadium noch nicht so hungrig sind.

Erstes Blattgrün kann verschwinden

Maikäfer sind sehr eiweißreiche Insekten. Dies wissen ihre natürlichen Feinde wie Wildschweine, Vögel, Fledermäuse oder Marder sehr zu schätzen. Mit großen Mengen an Käfern werden sie jedoch nicht fertig. Es ist also davon auszugehen, dass durch den Blattfraß der Waldmaikäfer wieder ortsweise in den Hardtwäldern das erste Blattgrün verschwindet und manche Bäume wieder neu austreiben müssen. Für die Bäume zwar eine Kraftanstrenung, aber bei guter Wasserversorgung erholen sie sich schnell wieder.

Entwicklung der Käfer

Nach drei Jahren als Larve oder Engerling im Boden sind die Käfer bereits im letzten Herbst aus ihren Puppen geschlüpft und haben im Boden überwintert. Jetzt graben sie sich an warmen Abenden zum Flug aus dem Waldboden aus. Nachdem sich die Engerlinge im Boden an den Wurzeln von Bäumen satt gefressen haben, machen sich die Maikäfer nun über die frisch ausgetriebenen Blätter und Triebe von Eichen, Roteichen und anderen Laubbäumen her. Bevor es zu einer Begattung und damit zur Begründung der nächsten Käfergeneration kommt, müssen die Maikäfer zunächst fressen. Erst nach dem sogenannten Reifungsfraß paaren sie sich. Die Weibchen legen etwa 15 bis 30 Eier in kleinen Erdhöhlen ab. Dies geschieht meist an offenen und lichten Stellen im Wald, bevorzugt auf sandigen Böden. Ein Weibchen kann sich in den folgenden Wochen nach dem Reifungsfraß noch mehrfach paaren und Eier ablegen. Die Larven schlüpfen nach etwa vier bis sechs Wochen und leben meist drei Jahre als Larve im Boden. Im Winter graben sie sich zum Schutz vor Kälte bei Bedarf immer wieder tief ein. Im letzten Jahr schaffen sie eine tiefe Höhle und verpuppen sich dort zum fertigen Käfer.