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Karlsruhe: Presseportal

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7. September 2017

Wildtierbeauftragter kümmert sich um wilde Stadtbewohner

 

Stefan Lenhard beantwortet Bürgerfragen, ist Netzwerker und Brückenbauer

Mit Stefan Lenhard hat die Stadt Karlsruhe seit April einen Wildtierbeauftragten bei der Unteren Jagdbehörde. Er berät beispielsweise Bürgerinnen und Bürger, was bei einem Dachsbau im Garten oder mit Füchsen und Wildschweinen in der Stadt zu tun ist. Lenhards Aufgaben leiten sich aus dem Wildtiermanagementgesetz ab und so koordiniert er nicht nur das Wildtiermonitoring im Stadtkreis, sondern bildet auch die Schnittstelle zwischen Jagd, Naturschutz, Tierschutz, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.  

„Dachse, Füchse, Wildschweine, Nutrias, Steinmarder, Gänse oder Rabenkrähen sind für die Karlsruher mittlerweile kein seltener Anblick mehr“, berichtet Stefan Lenhard aus seiner Praxis. Viele Wildtiere haben Strategien entwickelt, sich an den Menschen anzupassen und finden im städtischen Raum trotz Verkehr, Gebäuden und versiegelten Flächen gute Behausungen. Gärten, Grünflächen, Parks und Wälder, Ritzen und Nischen an Gebäuden bieten ihnen Unterschlupf. Lenhard prognostiziert sogar eine Zunahme der Wildtiere in der Stadt, da das Nahrungsangebot in Form von Komposthaufen oder zugänglichen Mülleimern groß sei. Der Wildtierbeauftragte weist darauf hin, dass eine ordnungswidrige Fütterung von Wildtieren nicht nur dem Tier selbst schade, sondern auch dem Ökosystem. Als Beispiel nennt er die Günther-Klotz-Anlage, wo durch Fütterung vor allem die Zahl von Nutrias und Enten so stark gestiegen ist, dass die Seen veralgen, das Wasser arm an Sauerstoff wird und der See umzukippen droht.

Für die neue Pflichtaufgabe eines Wildtierbeauftragten hat die Stadt Karlsruhe eine halbe Stelle geschaffen, zeitgleich wurde die Untere Jagdbehörde in das städtische Forstamt integriert. Jagdscheinangelegenheiten werden weiterhin vom Ordnungs- und Bürgeramt wahrgenommen. Für die Wildtiere, die nicht dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz unterliegen, bleibt für allgemeine Fragen weiterhin das Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz Ansprechpartner, sowie die Abteilung Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen des Ordnungsamts für die Koordination beim Auffinden verletzter Wildtiere.