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Karlsruhe: Presseportal

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22. März 2016

Ein starkes und schlüssiges Konzept: Gemeinderat beschließt Masterplan Zoologischer Stadtgarten

Fütterung der Pelikane an der Seebühne. Das Programm der Seebühne soll ausgebaut werden - denkbar ist auch eine Tier-Show

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Kleinvieh macht auch Mist: Die Einnahmen aus dem Spendentrichter kommen dem Ausbau des Luchsgeheges zugute

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Klares politisches Signal für die konzeptionelle Leitlinie zur Weiterentwicklung /Schwerpunkt Tier- und Artenschutz

Mit voller Überzeugung und Begeisterung hat sich der Gemeinderat am Dienstag (22. März 2016) hinter das Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten (ZSG) gestellt. Das integrierte Gesamtkonzept sei eine hervorragende Basis, um dem ZSG in seiner Gesamtheit einen attraktiven Weg in die Zukunft zu ebnen – mit den Schwerpunkten Tier- und Artenschutz unter den strategischen Leitthema „Park der Dialoge“.

Einhellig stellte sich der Gemeinderat hinter den Masterplan, der - verbunden mit über 40 Einzelbausteinen – die zentralen Ergebnisse des Entwicklungskonzepts zusammenfasst. Diese können je nach wirtschaftlicher Situation und Vorhandensein von Drittmitteln umgesetzt werden. Sollten ein oder mehrere Projekte - im Masterplan unterteilt in kleine, mittelgroße und große Maßnahmen sowie geordnet in „dringend“ und „weniger dringend“ - nicht umgesetzt werden können, steht das Gesamtkonzept nicht grundsätzlich in Frage – es erfährt lediglich eine Schwächung.

Vorbildlich sei die Erarbeitung in mehreren interdisziplinären Projektgruppen mit umfassender Beteiligung der Öffentlichkeit gelungen, dankten alle Sprecherinnen und Sprecher im Gemeinderat für das „abgestimmte, kreative und zukunftsweisende Konzept“.

Auch wenn der Gemeinderat alle Einzelbausteine zur gegebenen Zeit konkret diskutieren und entscheiden muss: Der politische Wille, möglichst vieles aus dem Masterplan zu ermöglichen, war in der Aussprache spürbar. Nur das im Bereich der Erweiterungsfläche des Zoos im Sallenwäldchen geplante Großprojekt Asien-Anlage (eine der insgesamt 42 Einzelbausteine, Investitionen rund 30 Millionen Euro) wollten die GRÜNEN - letztlich erfolglos – per Antrag heute schon aus dem Masterplan herausnehmen, woher bei der Abstimmung dann auch neun Enthaltung bei ansonsten Ja-Stimmen herrührten.

Diskussion um die Asien-Anlage mit Orang Utan

„Wir unterstützen die Weiterentwicklung mit den übergeordneten Zielen Tierschutz, Artenschutz und Zoopädagogik“, bestätigte Renate Rastätter (GRÜNE) für ihre Fraktion die Zustimmung zu einem „schlüssigen Gesamtkonzept“. Nur die Konzeptidee, Tiere als Botschafter für Lebensräume zu halten bei konkreter Unterstützung der Lebensräume rechtfertige die Haltung von Wildtieren. Nicht jedoch Orang Utan auf einer Asien-Anlage; der flächenmäßig begrenzte Zoo „kann die Haltung von Menschenaffen mit den höchsten Ansprüchen an die Haltung nicht leisten“.

Er vertraue - auch bei der Asien-Anlage - darauf, dass Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt mit fachlichem Weitblick für die Tiere das Beste tut, meinte FDP-Stadtrat Thomas Hock. „Auch Besucher spüren, wenn es den Tieren gut geht, und kommen wieder“, so Dr. Paul Schmidt (AfD). Es lohne sich, in die „absolute Nummer 1 aller Einrichtungen“ zu investieren – der Output ist entsprechend positiv: mehr Besucher, mehr Einnahmen und der Artenschutz als Gewinner, führte Friedemann Kalmbach (GfK) aus. Nun erst einmal den großen Plan denken und das Asien-Haus nicht schon heute wegdenken, befand Sabine Zürn (Die Linke).

Attraktivität lebt von der Weiterentwicklung

Freude kam bei Jan Döring (CDU) angesichts des intelligenten Gesamtkonzepts auf. Die Stärkung der Symbiose Zoo und Stadtgarten sei gut, ebenso der Schwerpunkt Arten- und Tierschutz für den „Ort mit Bildungsauftrag“ - und prima sei, dass „heute schon die 2016 geplanten kleineren Maßnahmen komplett mit Drittmittel gedeckt sind“. Die Attraktivität lebe von der Weiterentwicklung, betonte Gisela Fischer (SPD). Bei über eine Millionen Besucher jährlich sei nicht nur das Eintrittsgeld, sondern auch die sogenannte Umwegrentabilität zu sehen. Die Projektarbeit habe das Verständnis von der Bedeutung der Gesamtanlage geschärft. Für die Unterstützung Dritter sei das politische Signal wichtig, dass der Gemeinderat hinter der Gestaltung einer modernen Anlage für Tier, Mensch und Pflanzen stehe.

Leitmotiv "Park der Dialoge" schlagkräftiger formulieren

Anregungen aus dem Gemeinderat: Die Unterstützung der Lebensräume konzeptionell vertiefen oder auch das sperrige Leitmotiv „Park der Dialoge“ sprechender machen. OB Dr. Frank Mentrup hatte eingangs klargestellt, dass das Konzept „als Rahmenplan eine gewisse Verbindlichkeit hat und die Richtung aufzeigt“, alle Einzelmaßnahmen jedoch im Zuge der Umsetzungsdiskussion ergänzt und geändert werden können. Da sich KULT und GRÜNE am Wort„verbindlich“ an dieser Stelle der Beschlussvorlage gestört hatten, wurde es gestrichen. „Das Konzept ist auch ohne den Begriff Verbindlichkeit stark und gut“, meinte Erik Wohlfeil (KULT). Wie andere betonte er, das zwingende Maßnahmen – wie der Ausbau der Elefantenanlage zur Altersresidenz – zeitlichen Vorrang habe. „Die Seniorenidee wird ein Vorzeigeprojekt – und ist eine der tollen Facetten des Konzepts, die Neugierde wecken“, so Jürgen Wenzel (FW) sicher.

Projektseite Entwicklungskonzept: www.karlsruhe.de/zoostadtgarten-ek.