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Karlsruhe: Presseportal

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2. Februar 2011

Genesung der vier Elefanten macht gute Fortschritte

Dokumentation mit Wärmebildkamera

Dokumentation mit Wärmebildkamera

Details und Download

Dokumentation mit der Wärmebildkamera

Dokumentation mit der Wärmebildkamera

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Wärmebildkamera der Hochschule Karlsruhe dokumentiert den Heilungsprozess


"Die Entzündungen sind enorm zurückgegangen, Jenny hat bereits wieder eine dunkle Haut mit nahezu vollständiger Pigmentierung. Am langsamsten verläuft die Genesung bei Rani, doch auch sie macht große Fortschritte, langsam gehen bei ihr die Schorfplatten auf dem Rücken weg", freut sich Zooleiterin Dr. Gisela von Hegel. Rani ist mit ihren mindestens 56 Jahren der Oldie unter den vier Elefantendamen, da heilen Wunden nicht so schnell. "Sie ist aber auch diejenige gewesen, die beim Brand im Zoo Mitte November die massivste Hitzewelle abbekommen hat", so von Hegel.

Die Fortschritte im Heilungsprozess dokumentierte am Dienstag Professor Klaus Wolfrum von der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft mit einer Wärmebildkamera. In Regenbogenfarben gibt die Kamera die unterschiedlichen Wärmezonen von Rani, Shanti, Ilona und Jenny wieder. Kalte Zonen werden in blau dargestellt, rot die gut durchbluteten Bereiche. Je intensiver das Rot ist, desto höher ist die Temperatur an der Oberfläche der Haut - was Rückschlüsse auf entzündliche Prozesse zulässt. Auf dem Display erscheint Rani mit blauen Ohren, einem rötlichen Rüssel sowie einem roten Rücken mit dunkelroten Flecken. Die Bilder wertet der Zoo anschließend aus. Vor sechs Wochen hat Prof. Wolfrum zum ersten Mal mit seiner Kamera im Dickhäuterhaus vom Besucherraum aus Aufnahmen der vier Elefanten gemacht. "Im Vergleich mit diesen Bildern können wir feststellen, wie sich die Entzündungsherde verändert haben", erläuterte Dr. Gisela von Hegel.

"Die Genesung verläuft gut", so von Hegel. Schmerzmittel bekommen die Vier schon länger keine mehr. Rani wird noch mit einer stark desinfizierenden Salbe behandelt, die anderen drei werden mit einer Ringelblumensalbe eingecremt, um den regenerativen Prozess zu unterstützen. Jeder Elefant habe Flächen von rund vier Quadratmetern gehabt, auf denen der Brand Spuren hinterlassen hat. Dreimal am Tag sind diese von Revierleiter Lars Klett und seinem Team versorgt worden. Die intensive Behandlung durch die Tierpfleger habe den Tieren "unglaublich gut getan", ist sich Zooleiterin Dr. von Hegel sicher.

Klaus Wolfrum war von einer früheren Mitarbeiterin, die nun bei den Stadtwerken Karlsruhe mit einer Wärmebildkamera Kältebrücken in Gebäuden aufspürt, auf die Elefanten angesprochen worden. "Ich war sofort bereit - quasi auf dem kleinen Dienstweg - Bilder von den vier Elefanten zur Verfügung zu stellen", berichtete der Professor für Elektronik und Messtechnik. Normalerweise komme die Technik in der Hochschule bei elektrischen Anlagen zum Einsatz, um Überhitzung zu registrieren. Noch ein bis zwei Mal wird Wolfrum kommen, um Rani, Shanti, Ilona und Jenny in immer der gleichen Weise und bei gleichen Bedingungen im Stall aufzunehmen, damit ein Vergleich möglich ist. Die Technik ist recht teuer, in der Tiermedizin werde sie etwa bei Wildtieren eingesetzt. "Mit Distanz und damit ohne Stress für das Tier kann man sehen, ob entzündliche Prozesse da sind", erläuterte von Hegel.

Täglich lässt Tierpfleger Klett seine vier Damen auf die Außenanlage: "Die Dauer hängt vom Wetter ab, aber zwischen 10 und 11 Uhr sind sie auf jeden Fall dort anzutreffen." Voraussichtlich Anfang März sind dann Flusspferde und Elefanten auch wieder im Dickhäuterhaus zu sehen. "Wir warten noch auf das neue Türblatt", informierte Dr. von Hegel.