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Karlsruhe: Presseportal

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15. Juni 2018

Barrierefreiheit hat beim Marktplatz Vorrang

Planungsausschuss: Entscheidung für taktiles Leitsystem aus dunklen Steinen

Die Belange der Sehbehinderten haben Vorrang vor der Ästhetik. Eindeutig fiel die Entscheidung des Planungsausschusses am Donnerstagnachmittag zur Barrierefreiheit des künftigen Marktplatzbelags aus: Damit Sehbehinderte optimal auf ihrem Weg unterstützt werden, soll das gesamte taktile Leitsystem für Blinde in einem dunklen Stein ausgeführt werden. Durchgängig, nicht nur an den Gefahrenstellen – etwa an den Zugängen und Aufzügen der unterirdischen Haltestellen – wird für Sehbehinderte das Blindenleitsystem kontrastreich ausgeführt. Das sei zwar gestalterisch ein gewisser Stilbruch, es dürfe aber keine Kompromisse in Bezug auf die Barrierefreiheit geben, war sich der Planungsausschuss einig. Der unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert nichtöffentlich tagende Ausschuss folgte damit den Wünschen des Beirats für Menschen mit Behinderungen und der kommunalen Behindertenbeauftragten. Mit diesen wird die Verwaltung auch das Leitsystem für die Kaiserstraße besprechen.

Zierband mit allen Farben der Musterfläche

Auch die Farbigkeit des Zierbandes selbst sowie des übrigen Plattenbelags auf dem Marktplatz und in der Kaiserstraße war Thema im Ausschuss. So sollen für das Zierband nun alle auf der Musterfläche in der Kreuzstraße verwendeten Steine eingesetzt werden. Damit könne die gewünschte Lebendigkeit des Zierbands auch über die Jahre erhalten werden. Die Testfläche in der Kreuzstraße, die der Untersuchung der Funktionalität, Haltbarkeit und des Arbeitsaufwands dient, hat gezeigt, dass die Farbigkeit der Steine im Laufe der Zeit deutlich abnimmt. Daher ist man nach rund einem Jahr Musterfläche von der ursprünglichen Überlegung abgekommen, auf die dort verlegten dunkelgrauen Steine zu verzichten.

Im Gegensatz zum Zierband soll der seitliche Plattenbelag in Form und Farbe homogener gestaltet werden, weshalb die Stadt hier auf eine einheitliche Oberfläche sowie eine Farbpalette ohne graue Platten setzt.

Die optische Akzentuierung des Plattenbelags gehört zu den Gestaltungselementen, mit dem das Büro Mettler Landschaftsarchitekten den Wettbewerb zur Neugestaltung der Kaiserstraße und Karl-Friedrich-Straße 2010 gewonnen hatte. Das Wettbewerbsergebnis werde seitdem weiterentwickelt, hatte Obert im Ausschuss betont. Ein anderes Gestaltungselement, das für den Marktplatz ausgewählte Lichtkonzept, wird den Gemeinderat am Dienstag (19. Juni) aufgrund eines Antrags der CDU-Fraktion beschäftigen.

Erster Zwischenbericht zur Umfahrung Hagsfeld

Für die Südumfahrung Hagsfeld ist ein Planfeststellungsverfahren vorgesehen. Vor Einleitung eines Verfahrens durch das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) muss durch die Stadt eine umfassende Variantenuntersuchung erfolgen. Nach europaweiter Ausschreibung hat die Verwaltung die Planungsgemeinschaft Mailänder Consult/Schüssler Plan mit diesen Vorplanungen beauftragt und nun im Ausschuss gemeinsam mit dem Planerbüro einen ersten Zwischenbericht gegeben. Nach einem Jahr Planungsphase habe man einen gewissen Vertiefungsstand erreicht, wenngleich die Voruntersuchungen sich noch in einem sehr frühen Stadium befinden, so die Verwaltung.

Anfang 2016 hatte der Gemeinderat sich mehrheitlich für ein Planfeststellungsverfahren für die Südumfahrung Hagsfeld zur Entlastung des Stadtteils ausgesprochen. Damals hatte ein Rechtsgutachten aufgezeigt, dass entgegen früherer Annahmen die damals bevorzugte Variante nicht über den bestehenden Bebauungsplan realisiert werden kann.

Die Variantenuntersuchung für das Planfeststellungsverfahren erfolgt auf Grundlage der aktualisierten Verkehrsgutachten mit Trendprognose  2030 für die Haid-und-Neu-Straße sowie Elfmorgenbruchstraße. Neu hinzugekommen ist die Forderung, den Technologiepark Karlsruhe (TPK) an die Südumfahrung anzubinden. Dieser Anschluss war bei den bisherigen Variantenuntersuchungen nicht enthalten.

Absicht ist eine zweistreifige Führung der Trasse mit leistungsfähigen Knoten. Für die Knotenpunkte untersucht wurden Kreuzungen mit Lichtsignalanlagen sowie Kreisverkehrsszenarien mit und ohne Bypässe oder auch zusätzlicher Unterführung der Hauptverkehrsrichtung. Jeweils betrachtet wurde dabei die verkehrliche Wirkung. Kriterien waren zudem unter anderem Flächenverbrauch sowie die Fuß- und Radwegebeziehungen. In der aktuellen Planungsphase ist bisherige Erkenntnis, dass eine rein technische Sicht auf die  Knotenpunkte Elfmorgenbruchstraße und Haid-und-Neu-Straße für eine mit Ampeln gesteuerte Kreuzung spricht.

Bei der Querung der Bahntrasse bearbeitet das Planerbüro Varianten mit Trogbauwerk sowie Brücke - aufgeständert oder mit Böschungen – und betrachtet die technischen Erfordernisse sowie die jeweiligen Auswirkungen auf Landschaftsbild und Lebensraum, Lärmimmissionen oder auch die Einbindung vorhandener Wegebeziehungen.

Öffentlicher Scoping-Termin im Spätjahr

Aktuell wird an der faunistischen Kartierung gearbeitet. Bis zum Spätjahr soll die schalltechnische Untersuchung fortgeschrieben werden. Im nächsten Schritt ist neben der Beteiligung der Bürgerschaft auch der öffentliche Scoping-Termin vorgesehen. Diese Informationsveranstaltung ist dem förmlichen Planfeststellungsverfahren durch das RP vorgeschaltet. Dies ist bei Baumaßnahmen vorgesehen, die der Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegen, um den Umfang des Untersuchungsraumes abzustecken. Dabei werden den zu beteiligenden Behörden und Naturschutzverbänden die geplanten Maßnahmen vorgestellt und erörtert. Diese haben die Möglichkeit, sich einzubringen. Der Termin dient der gegenseitigen Information. Der endgültige Umfang des Untersuchungsraumes und der beizubringenden Unterlagen werden dann vom RP als Planfeststellungsbehörde festgelegt.

Sobald die Variantenuntersuchung einschließlich Umweltverträglichkeitsstudie vorliegt, ist der Gemeinderat aufgefordert, sich auf eine Vorzugsvariante festzulegen, mit der das Planfeststellungsverfahren beantragt werden soll.