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Karlsruhe: Presseportal

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25. April 2018

Hohe Auslastung und neue Entwicklungen im kommunalen Tiefbau

Tagung der Leiter der Tiefbauämter und Stadtentwässerungen

Tagung der Leiter der Tiefbauämter und Stadtentwässerungen

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Erfahrungsaustausch der süddeutschen Großstädte im Bereich Tiefbau und Stadtentwässerung in Karlsruhe

Die weitere Ertüchtigung kommunaler Kläranlagen sowie umfassende Investitionen in eine städtische Infrastruktur: Komplex sind die Anforderungen, mit denen städtische Tiefbauer und Fachleute der Stadtentwässerung aktuell konfrontiert sind. Und zunehmend haben Kommunen als Auftraggeber das Problem, für diese anspruchsvollen Projekte geeignetes eigenes Fachpersonal zu gewinnen sowie angesichts voller Auftragsbücher ausführende Unternehmen zu finden. Welche Strategien Kommunen hier verfolgten, war ein Thema der Koordinierungsbesprechung der Leiter der Tiefbauämter und Stadtentwässerungen.

Rund 24 Leitungen der Tiefbauämter und Stadtentwässerungen der süddeutschen Großstädte waren Ende letzte Woche auf Einladung der Stadt Karlsruhe zum zweitägigen Erfahrungsaustausch in die Fächerstadt gekommen. Zudem bot der regelmäßige Fachaustausch Gelegenheit, das Karlsruher IQ-Leitprojekt Mobilität mit Fachreferaten zu beleuchten.

"Gerade in Zeiten, in denen Kommunen bei der Personalgewinnung und bei der Auftragsvergabe nicht aus dem Vollen schöpfen können, bietet dieser regelmäßige Fachaustausch zielgerichtete Anstöße aus der Praxis", betonte Bürgermeister Michael Obert bei der Begrüßung der Teilnehmer. "Die Anzahl der Bieter in Wettbewerben nimmt aufgrund der guten Wirtschaftslage deutlich ab, die Angebotspreise schnellen nach oben", brachte Martin Kissel, Leiter des städtischen Tiefbauamts, die Situation auf den Punkt.

In allen Großstädten herrschen derzeit schwierige Wettbewerbssituationen. Die Teilnehmer bestätigen einhellig, dass sich die Unternehmen derzeit nur an attraktiven, großflächigen Projekten beteiligen. Bei kleinräumigen, schwierigen Maßnahmen mit mehreren Baugewerken werden bisweilen überhaupt keine Angebote mehr abgegeben. Zusätzlich erschwerend kommen große Bau- und Fördermaßnahmen von Bund und Land hinzu, die mit kommunalen Maßnahmen im Wettbewerb konkurrieren.

Insgesamt ist der Tiefbaumarkt gesättigt und es gibt kaum mehr freie Kapazitäten. Die Beratungen haben ergeben, dass es derzeit angezeigt ist, Maßnahmen, die technisch dringend erforderlich sind, weiterhin auszuschreiben, aber durchaus auch unwirtschaftliche Ausschreibungsergebnisse und Wettbewerbsergebnisse abzulehnen. Dies führt zwangsläufig dazu, dass nicht mehr alle vorgesehenen Maßnahmen realisiert werden können.

Städtisches Zukunftsthema Mobilität

Strategische Ansätze im IQ-Leitprojekt Mobilität (IQ steht für eine innovative und quervernetzte Arbeitsweise, um wichtige städtische Zukunftsthemen voran zu bringen) sowie ein Blick in die Alltagspraxis bestimmten die weiteren Karlsruher Vortragsthemen.

Das EU-Projekt "Urbane Mobilität" stellte Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Karlsruher Stadtplanungsamts, vor. Bei diesem Vorhaben haben die Kommunen erstmals die Möglichkeit, Vorschläge, Anregungen und Konzepte zur Mobilität auf EU-Ebene einzubringen. Dieses Angebot wurde in dem Gremium positiv aufgenommen.

Digital im Blick hat das Tiefbauamt Straßen und Kanäle. In anschaulichen Vorträgen erläuterten die Experten des Tiefbauamtes, Wilfried Schreiber und Albrecht Dörr, die Vorgehensweise der Stadt Karlsruhe. Die Stadt erfasst und wertet den Zustand ihrer Infrastruktur digital aus. Die Sanierungskonzepte und –programme bauen auf diesen Datengrundlagen auf. Diese sehr modernen Arbeitsinstrumente werden bereits in einigen Großstädten bereits erfolgreich eingesetzt.

Baustellen sind in Städten ein Stück weit Alltag – auch in anderen Kommunen. Auf Interesse stieß bei der Tagung daher der besondere und herausragende Stellenwert des Baustellenmanagement in Karlsruhe. Ein wichtiger Aspekt dabei sei die Führung und Leitung für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende durch und um Baustellen, hatte der städtische Baustellenkoordinator, Jürgen Lohmeyer, ausgeführt. Er erläuterte anschaulich an zahlreichen Praxis-Beispielen, wie wichtig es ist, bei wechselnden Vor-Ort-Situationen die Beschilderung zu prüfen und klare und eindeutige Wegeführungen vorzugeben.

Der regelmäßige Austausch unter Fachkollegen sei insbesondere wichtig, um gemeinsame Konzepte und Lösungsstrategien zu entwickeln, so Kissel. Das große Themenspektrum der Tagung habe deutlich aufzeigt, wie vielfältig die Aufgaben und Herausforderungen im kommunalen Tiefbau sind, fasste er eine Erkenntnis der Tagungsteilnehmer zusammen. Dabei sei Karlsruhe bei vielen Entwicklungen erfreulicherweise ganz vorne dabei.