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Karlsruhe: Presseportal

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26. Oktober 2012

Östlicher Bahnhofplatz bleibt für den Durchgangsverkehr gesperrt

Planungsausschuss bestätigte mehrheitlich seine bisherigen Beschlüsse

Der östliche Bahnhofplatz bleibt für Autos gesperrt. In nichtöffentlicher Sitzung bestätigte der Planungsausschuss am Donnerstag (25. Oktober) unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert mehrheitlich die bisherige Haltung zu diesem Thema. Die derzeitige Regelung, die Anwohner vom Durchgangsverkehr entlasten und Fußgänger schützen soll, habe sich bewährt. Nach wie vor sei der Hauptbahnhof anfahrbar, Geschäfte und alle weiteren Nutzungen am Bahnhofplatz seien auf kurzem Weg erreichbar. Nun den Platz wieder zu öffnen hieße, erneut viel Durchgangsverkehr am Bahnhofplatz und in den angrenzenden Quartieren zu erzeugen. Der Planungsausschuss entsprach mit seinem aktuellen Beschluss auch dem Wunsch des Bürgervereins Südweststadt. Dieser hatte sich nach einem über eine Umfrage sowie einer Mitgliederversammlung eingeholten Stimmungsbild aus dem Stadtteil eindeutig für die Beibehaltung der Sperrung ausgesprochen.

Die dauerhafte Sperrung des östlichen Bahnhofplatzes für den Kfz-Verkehr hatte der Planungsausschuss im April 2009 nach einem Verkehrsversuch befürwortet. Nur noch Taxen und Bussen ist es erlaubt, den Platz zu befahren. Anlass, sich erneut mit dem Thema zu befassen, waren Anträge der CDU- und FDP-Fraktion, welche vom Gemeinderat im März zur weiteren Behandlung in den Planungsausschuss verwiesen wurden. Die CDU hatte sich für eine verkehrsberuhigte Zone ausgesprochen. Die FDP wollte damit einhergehende Fragen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Haltestelle Poststraße im Planungsausschuss besprechen.

Im Ausschuss vorgestellt wurden neuere Verkehrszählungen zum Bahnhofplatz. Die Zählungen kurz vor der Sommerpause und in den Sommerferien bestätigen den Trend, der sich schon in den vorangegangenen Zählungen sowie in Modellrechnungen abzeichnete. So konnten keine gravierenden Verkehrsverlagerungen nachgewiesen werden. In der Bahnhofstraße wurden zwischen 6 und 20 Uhr rund 2.100 Fahrzeuge gezählt (2005: 2.300 Kfz), auf dem westlichen Bahnhofplatz 2.400 Fahrzeuge (2005: 5.600). Vor dem Eingang zum Zoologischen Stadtgarten fuhren 2005 in den 14 Stunden insgesamt 5.400 Fahrzeuge, nach der Sperrung im Jahre 2008 waren es 750, 2009 dann 600 und aktuell 550 Fahrzeuge. Vor der Sperrung liefen Fußgänger vor allem auf Höhe der Bahnhofstraße über den Platz, nun sind sie auf der gesamten Breite vor dem Zoologischen Stadtgarten anzutreffen. An einem Samstag im August wurden in diesem Jahr 4.900 Fußgänger gezählt, davon rund 4.200 Fußgänger im Eingangsbereich des Zoologischen Stadtgartens.

Im Ausschuss teilte man mehrheitlich die Auffassung der Stadt, dass eine Tempo-30-Zone oder auch ein verkehrsberuhigter Bereich dazu führen würden, dass die Verkehrsbelastung wieder auf bis zu 5.000 Fahrzeuge/14 Stunden klettern würde. Damit einher gingen nicht gewollte Auswirkungen auf die Fußgängerströme. Ohnehin wäre aus rechtlichen Gründen ein verkehrsberuhigter Bereich bei 5.000 Fahrzeugen nicht machbar. Auch die Einführung von Shared Space - alle Verkehrsteilnehmer teilen sich eine Verkehrsfläche - wird von den Verkehrsexperten kritisch gesehen und scheitert darüber hinaus daran, dass es hierzu in Deutschland derzeit keine rechtliche Grundlage gibt.

Neben der Verkehrsführung hatte die Gestaltung des Bahnhofplatzes den Planungsausschuss in den letzten Jahren beschäftigt. Hier hatte die Verwaltung ausgeführt, dass bei erneuter Öffnung des Platzes die weitere Umgestaltung des Platzes nur teilweise umsetzbar wäre. Auf Basis eines Ideen- und Gestaltungswettbewerbs im Zusammenhang mit dem barrierefreien Ausbau der VBK-Haltestellen sind die Erweiterung der Außengastronomie, Sitzgelegenheiten und Wasserspiele vorgesehen. Im Ausschuss wurde bedauert, dass diese Aspekte nicht zeitnah umgesetzt werden können. Auch der Verwaltung sei eine rasche Umgestaltung Anliegen, bekräftigte Bürgermeister Obert, diese sei jedoch vor 2016 nicht realistisch.

Zur Haltestelle Poststraße und Kreuzung Poststraße/Ettlinger Straße mit Abzweig in die Rüppurrer Straße: Hier befürchten die Verkehrsplaner einen Rückstau, wenn sich der Verkehr in der Poststraße mit Öffnung des Bahnhofplatzes wieder verdoppeln würde. Denn der geplante Umbau der Haltestelle Poststraße geht mit der Reduzierung einer Fahrspur einher. Die Verkehrsbetriebe müssen die Haltestelle entsprechend aktueller Normen umbauen. Rund 4.000 Fahrgäste steigen hier täglich ein oder aus. Ein Großteil sind Bahnkunden, die über den Osteingang zu den DB-Gleisen gelangen. Der barrierefrei vorgesehene Haltepunk soll künftig an dieser Haltestelle den Zu- und Ausstieg auch mobilitätseingeschränkter Menschen oder Eltern mit Kinderwagen problemlos ermöglichen.