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Karlsruhe: Presseportal

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19. Juli 2012

Planungsausschuss: Turmbergterrassen mit einem Veranstaltungsraum wiederherstellen

Herrenalber Straße und "kleine" Rheinstraße weitere Themen/gestalterische Aufwertung für drei Eisenbahnüberführungen

Die Planung für die Terrassen auf dem Turmberg sollen in öffentlicher Hand bleiben. Das bekräftigte der Planungsausschuss einhellig in nichtöffentlicher Sitzung am Mittwoch (18. Juli) unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert. Die Terrassen sollen wiederhergestellt werden, zudem soll das beliebte Ausflugsziel eine barrierefreie Toilettenanlage bekommen. Auch der Idee, die Arbeiten an der Platzanlage dazu zu nutzen, unterhalb der Aussichtsterrasse einen Veranstaltungsraum einzubauen, verschloss sich das Gremium nicht. Damit bestätigte er den einstimmigen Beschluss im Ortschaftsrat Durlach. Nicht weiter verfolgt wird die Überlegung, im Rahmen eines Investorenprojekts eine öffentlich zugängliche Terrasse mit Hotel und Tagescafé zu kombinieren.

Handlungsbedarf besteht, weil die bestehende Aussichtsplattform einschließlich des Unterbaus ersetzt werden muss, die Bausubstanz ist marode, der Baugrund nicht mehr tragfähig. Die Kosten für den Neubau der Terrasse mit kleinem Veranstaltungsraum und barrierefreier Toilettenanlage werden auf rund 2,2 Millionen Euro geschätzt. Darin enthalten sind eine Treppenanlage und ein Aufzug zur Verbindung der beiden Ebenen. Treppe und Aufzug sind zudem in den neu geplanten Rundweg durch den "Schauweinberg" des Staatsweinguts Karlsruhe-Durlach integriert. Der "Schauweinberg" unterhalb der Terrasse soll an die frühere Situation erinnern, als der Turmberg durchgehend als Weinberg angelegt war. Zwischen "Schauweinberg" und Veranstaltungsraum soll in den Hang hinein eine weitere Terrasse berücksichtigt werden. Intention im Ausschuss war, den Turmberg bis zum Stadtgeburtstag 2015 herauszuputzen. Die genaue Ausgestaltung der Terrassen mit Veranstaltungsraum wird über eine Mehrfachbeauftragung entwickelt. Im nächsten Schritt steht dann die kostenkontrollierte Planung an als Voraussetzung dafür, dass der Gemeinderat über die Mittel im Doppelhaushalt 2013/2014 entscheiden kann.

Einstreifig auf der Herrenalber Straße

In Rüppurr wird der zunächst provisorisch errichtete Radstreifen auf der einstreifigen Herrenalber Straße stadtauswärts dauerhaft hergestellt. Diesen Weg ging der Planungsausschuss mehrheitlich mit. Und auch in gegenläufiger Richtung soll die Zweispurigkeit zurückgenommen werden. Die mehrheitlich getroffene Entscheidung, in die kostenkontrollierte Planung für den Abschnitt zwischen Tulpenstraße und Ostendorfplatz einzusteigen, war auch durch das Stimmungsbild bei einer Informationsversammlung in Rüppurr in der letzten Woche geprägt. Dort hatte rund 300 Rüppurrer engagiert das Pro und Contra diskutiert.

Um abzuklären, welche Folgen stadteinwärts eine einspurige Strecke hat, hatte die Stadt 2011 eine Verkehrssimulation in Auftrag gegeben. Diese ergab, dass sich auf der einen Seite die Verkehrsqualität auf der Herrenalber Straße geringfügig verschlechtern wird. Auf der anderen Seite eröffnen sich Chancen auf eine gestalterische Aufwertung sowie auf zusätzliche Querungsmöglichkeiten. Die Umbaukosten wurden auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Auf Wunsch des Planungsausschusses hatte die Verwaltung im nächsten Schritt den Abschnitt zwischen Diakonissenstraße und Ostendorfplatz näher betrachtet und für diesen Teilabschnitt Kosten von 700.000 Euro ermittelt. In diesem Bereich liegt das Bauprojekt "Am Sonnengrün". Die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte Architektur ist auch dem von der Herrenalber Straße ausgehenden Verkehrslärm geschuldet. Zudem hatte der Ausschuss auf eine Informationsveranstaltung im Stadtteil Wert gelegt.

Konzeption für die "kleine" Rheinstraße

Die "kleine" Rheinstraße zwischen Hardtstraße und Entenfang ist vor allem durch Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung geprägt, der östliche Abschnitt der Straße muss zudem ausgeprägten Verkehr aufnehmen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur Sanierung Mühlburg wurde für die "kleine" Rheinstraße unter anderem der Wunsch nach mehr Grün und einer "Flaniermeile" formuliert. Die räumliche Situation gibt die optimale Lösung für alle Bedürfnisse nicht her, die Stadt möchte mit einer Umgestaltung dennoch möglichst allen Nutzungsansprüchen gerecht werden. Die im Ausschuss vorgestellte Konzeption fand die Zustimmung aller Stadträtinnen und Stadträte. Im nächsten Doppelhaushalt sollen die erforderlichen Mittel eingestellt werden. Die Planung: Mit einer von 4 auf 4,5 Meter verbreiterten Fahrbahn wird der Verkehrsablauf gewährleistet einschließlich eines Lückenschlusses für Radler durch ein Radangebot in Richtung Entenfang. Mehr Platz soll es zudem auf den Gehwegen und Vorflächen vor den Geschäften geben. Die ins Auge gefasste durchgehende Baumreihe von der Rheinstraße bis an den Lameyplatz scheitert an den zahlreichen unterirdischen Leitungen - einige Bäume mit schmalen Kronen sind aber in einzelnen Abschnitten möglich. Das großzügigere Platzangebot vor den Geschäften geht zu Lasten der Stellplätze. Hier stehen künftig statt 44 noch 26 zur Verfügung.

Eisenbahnüberführungen bis 2015 in präsentablen Zustand bringen

Einen Überblick verschaffte sich der Planungsausschuss über die drei Eisenbahnüberführungen Ettlinger Straße, Weiherfeldstraße und Mittelbruchstraße und den Überlegungen zu deren gestalterischen Aufwertung. Den Bericht hatte die Verwaltung dem Gemeinderat im Mai aufgrund einer Anfrage der KAL zugesagt. Ziel ist, alle drei Eisenbahnüberführungen bis 2015 in einen präsentablen Zustand zu bekommen.

Die Erneuerung der Überführung Weiherfeldstraße möchte die Bahn 2013 beginnen, danach folgen die Arbeiten an den beiden anderen Eisenbahnüberführungen. Den gestalterischen Aspekt des neuen Bauwerks in der Weiherfeldstraße wird die Stadt mit einer Mehrfachbeauftragung für Künstler angehen. Überlegung ist, analog zur Lichtwand in der Unterführung in der Schwarzwaldstraße über die Beleuchtung sowie die Gestaltung der Wände und Brüstungen Akzente zu setzen. An der Aufwertung mit einem Kostenrahmen von rund 200.000 Euro wird sich die Bahn mit 160.000 Euro beteiligen.

Auch bei der Unterführung Mittelbruchstraße soll mit Licht gearbeitet werden. Über den Wettbewerb "Lebendige Stadt" hat die Stadt hier 25.000 Euro als finanzielle Unterstützung für ein Beleuchtungskonzept erhalten. In den Betonrahmen sollen schlichte, energieeffiziente Leuchten integriert werden. Diese verbessern die Lichtqualität und nützen so vor allem Fußgängern und Radfahrern. Im Gesamtbudget von 75.000 Euro enthalten sind zudem farbige Akzente sowie eine Grundreinigung der seitlichen Wände.

Die Überführung Ettlinger Straße wird die Bahn erst nach 2015 voraussichtlich durch einen Neubau ersetzen. Im Planungsausschuss befürwortet wurde, für diese Überführung mit Blick auf den Stadtgeburtstag eine temporäre Lösung zu suchen, damit auch dieser wichtige Stadteingang sich im Jubiläumsjahr einladend präsentiert. Das Konzept möchte die Stadt über einen künstlerischen Ideenwettbewerb in Kooperation mit Studierenden der Hochschule für Gestaltung entwickeln.