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Karlsruhe: Presseportal

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2. April 2012

Straßenumbau in Mühlburg sowie Platzgestaltung in Alt-Rintheim

Aufwertung von Stadtquartieren war Thema im Planungsausschuss/ Vorbereitungen für Sanierungsgebiet Durlach-Aue/Tempo-Begrenzungen für innerstädtische Straßenzüge

Die Aufwertung einzelner Stadtquartiere stand im Mittelpunkt der nichtöffentlichen Sitzung des Planungsausschusses. Unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert stimmte das Gremium einvernehmlich dem weiteren Umbau von Straßenzügen im Sanierungsgebiet Mühlburg zu. Außerdem bestand Einigkeit darüber, im zentralen Bereich von Durlach-Aue mit den so genannten "Vorbereitenden Untersuchungen" zu beginnen mit dem Ziel, das Kerngebiet des Stadtteils für 2013 in ein städtebauliches Sanierungsprogramm zu bekommen. Schließlich ging es um Überlegungen für die Kreuzung Rintheimer Hauptstraße/Forststraße. Hier greift die Stadt Ideen auf, welche im Rahmen einer Bürgerbeteiligung für Alt-Rintheim entwickelt wurden.

Die Lameystraße gehört zu den stark belasteten Straßen im Sanierungsgebiet Mühlburg, für welches bei einer Laufzeit bis 2015 ein aktuell aufgestockter Förderrahmen von 5,6 Millionen Euro zur Verfügung steht. Ein besseres Erscheinungsbild ist Anliegen der Stadt wie auch der Mühlburgerinnen und Mühlburger. Für den Abschnitt zwischen Hardtstraße und Entenfang liegt die Planung vor, welche neben der ergänzenden Haltestelle "Entenfang Nord" auch eine Baumreihe auf der Südseite des Rasengleises vorsieht. Mit dem weiteren Abschnitt zwischen Hardtstraße und Lameyplatz hatte sich der Ausschuss am Freitag befasst. Die Verlängerung der Baumreihe bis zum Lameyplatz soll die Straße aufwerten und den Stadteingang von der B36 aus betonen. Zudem wird der Straßenquerschnitt neu aufgeteilt. Der Gehweg soll vom Radverkehr getrennt werden, der mit einem Schutzstreifen auf der Fahrbahn geführt wird. Richtung Lameyplatz und B36 ist die Straße mit 5,5 Meter so breit, dass Pkw zweistreifig fahren können. Zum Entenfang hin soll der Verkehr im Normalfall einspurig auf einer mit vier Metern großzügig bemessenen Fahrbahn rollen. Wird es eng, etwa wenn aufgrund einer Baustelle eine Umleitung erforderlich ist, wäre auch Richtung Entenfang unter Einbeziehung des Radfahrer-Schutzstreifens eine zweistreifige Verkehrsführung möglich.

Das B-Zentrum Mühlburg soll zudem von einem Umbau der Hardtstraße zwischen Rhein- und Sonnenstraße profitieren. Für eine Baumreihe auf der Ostseite müssen die Bordsteine etwas verschoben werden. Dennoch bleibt der breite Gehweg erhalten, Radfahrer erhalten einen Schutzstreifen. Da die Markierungen auf der Straße die Fahrbahn optisch schmaler erscheinen lässt, erhofft man sich vom Umbau auch einen Rückgang der Geschwindigkeiten. Ob dieser Effekt sich in der Praxis einstellt, sollen Messungen ergeben. Die Umsetzung in beiden Straßenabschnitten ist im Doppelhaushalt 2013/2014 vorgesehen.

Das Sanierungsgebiet Innenstadt-West wird noch in diesem Jahr offiziell beendet - Grund für die Stadt, sich das nächste Sanierungsgebiet vorzunehmen. Auf einer vom Gemeinderat 2007 festgelegten Prioritätenliste für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf findet sich unter anderem Durlach-Aue im Umfeld der Westmark- und Ostmarkstraße. Hier sei die Beantragung einer Sanierungsmaßnahme Erfolg versprechend, so die Einschätzung der Stadtplanungsamts. Denn zum einen gebe es bereits erste konkretere städtebauliche Überlegungen, etwa für einen öffentlichen Platz oder auch zur Verkehrsführung in den engen Straßenräumen. Außerdem möchte die Stadt den Handlungsbedarf in der Untermühlsiedlung - insbesondere im westlichen Teil - sowie in Knielingen mit einer Grobanalyse umreißen, um für künftige Förderprogramme gewappnet zu sein.

Für Alt-Rintheim ist zwar der Versuch, in ein Sanierungsprogramm zu kommen, gescheitert. Dennoch möchte die Verwaltung auf ein Anliegen aus dem Bürgerbeteiligungsprozess eingehen. Einstimmig plädierte auch der Planungsausschuss dafür, an der Kreuzung Rintheimer Hauptstraße und Forststraße einen Platz zu modellieren und so die alte Ortsmitte des Stadtteils aufzuwerten. Dort, wo früher das Rathaus des Dorfes Rintheim stand, soll die vorhandene Grünfläche erweitert werden zu einem Rathausplatz mit Aufenthaltsqualität. Erreicht werden soll dies durch die Verschwenkung der Rintheimer Hauptstraße. Das verlangsamt den Verkehr und bietet die Möglichkeit, die durch die neue Straßenführung freigewordene Fläche dem vorhandenen Grün zuzuschlagen. Eine Sitzbank, ein neuer Baum oder auch eine Beleuchtung könnten den Platzcharakter hervorheben. Der Verkehrsberuhigung dienen soll zudem eine Aufpflasterung der Straßenkreuzung, welche sich im östlichen Abschnitt der Forststraße bis zum Koyweg ziehen soll.

Innerorts darf maximal mit einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern gefahren werden, wobei es einige Straßenzüge gibt, auf denen die erlaubte Geschwindigkeit höher liegt. Nach Überprüfung von insgesamt elf Straßenabschnitten, auf denen man derzeit mehr als 50 Stundenkilometer fahren darf, kündigte das Ordnungs- und Bürger­amt im Planungsausschuss an, dass es als Untere Straßenbehörde in fünf Fällen die maximal erlaubte Geschwindigkeit aus verkehrlichen Gründen reduzieren wird. Die Über­prüfung geht auf einen Antrag der Grünen im Gemeinderat zurück, der im November 2011 in den Planungsausschuss verwiesen wurde.

Zu den Abschnitten, auf denen künftig langsamer als bisher gefahren werden muss, gehört die Südtangente im Bereich Mühlburg. Ab Höhe Abfahrt Mühlburg/Rheinhafen soll man von Westen kommend sowie in Gegenrichtung im Bereich der Brücke künftig statt 100 nur noch 80 Stundenkilometer fahren dürfen. Für diese Entscheidung spielte der Kurvenverlauf eine Rolle. Tempo 50 soll in der Neureuter Straße künftig im südlichen Abschnitt bis zur Siemensallee gelten. Ab der Siemensallee ist eine Lärmschutzwand bei vierspurigem Ausbau vorhanden. Zur Kenntnis nahm der Ausschuss, dass auch im Ostring zwischen Gerwigstraße und Haid-und-Neu-Straße bei maximal 50 Stundenkilometer Schluss sein soll - aktuelle Informationen der Polizei weisen hier auf gefährliche Situationen durch einmündende Fahrzeuge hin. In der Rheinbrückenstraße wird die Ortstafel zurück versetzt, womit auch hier Tempo 50 einzuhalten ist. In den nächsten Wochen sollen die alten Schilder abgebaut und gegebenenfalls durch neue ersetzt worden sein. Spätestens wenn in der Ludwig-Erhard-Allee die Südost-Bahn in Betrieb geht und Fußgänger die Straße queren, um zu den Haltestellen zu gelangen, wird auch hier die Geschwindigkeit von 60 auf 50 Stundenkilometer reduziert.

Dagegen sieht das Ordnungs- und Bürgeramt Stand heute aufgrund des Ausbauzustands in der Kriegsstraße bis zum Beginn des Umbaus im Zuge der Kombilösung keinen Handlungsbedarf. Bei 60 Stundenkilometer bleibt es in der Haid-und-Neu-Straße zwischen Sinsheimer Straße und Hirtenweg, da die Straße außerörtlichen Charakter hat. Gleiches trifft auf die Ettlinger Allee, die Daxlander Straße zwischen Rheinhafenstraße und Waidweg und die Fiduciastraße zu. Zurückgestellt wurde die Herrenalber Straße, die Frage der höchst zulässigen Geschwindigkeit wird im Zuge der geplanten Einspurigkeit geprüft.