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Karlsruhe: Presseportal

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13. Januar 2012

Südseite der Kaiserstraße homogener gestalten

Informationsveranstaltung für Geschäftsleute zum vorgesehenen Bebauungsplan

Wie könnte sich die Kaiserstraße künftig in ihrem Erscheinen weiterentwickeln? Hier richtet die Stadt nicht nur den Blick auf Maßnahmen im öffentlichen Raum. Über den Bebauungsplan "Kaiserstraße Süd", zu dem der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss gefasst hat, möchte sie auch den gestalterischen Weg weisen für eine Neuordnung der Baublöcke an der Südseite der Kaiserstraße zwischen Lamm- und Douglasstraße. "Dies ist uns so wichtig, dass wir noch vor der im Verfahren vorgesehenen Beteiligung mit Ihnen ins Gespräch kommen wollen", begrüßte Bürgermeister Michael Obert am Donnerstag (12. Januar) im Rathaus Gebäudeeigentümer aus dem betroffenen Gebiet. Beim gültigen Bebauungsplan handle es sich um einen über 60 Jahre alten Wiederaufbauplan. Da mache es Sinn, über eine Neuordnung nachzudenken, meinte Obert.

Der gültige Plan legt in der Kaiserstraße das Erdgeschoss auf die historische Bauflucht und springt für die Obergeschosse der bis zu sechsgeschossigen Gebäude sechs Meter zurück. Im Erdgeschoss gibt es Vorgaben für einheitliche Vordächer. Allerdings entwickelte sich die tatsächliche Bebauung im Vergleich zu dieser Planungsidee relativ heterogen - klare Raumkanten fehlen, unterschiedliche Vordächer und Werbung verstärken den uneinheitlichen Eindruck.

"Neue Nutzungen haben es oft schwer, im alten Gebäudebestand unterzukommen", erläuterte Stadtplanungsamtschef Dr. Harald Ringler, warum man einen Änderungsbedarf für das Gebiet erkenne. Ein weiterer Aspekt sei die energetische Sanierung, weshalb damit zu rechnen sei, dass sich der Gebäudebestand in den nächsten 15 Jahren erneuern wird.

Auslöser für den Aufstellungsbeschluss waren die Neubauvorhaben in der Kaiserstraße (Kaufhaus Müller) sowie Herrenstraße (ehemalige Drogerie Roth). Überlegung für den neuen Bebauungsplan sei nun, das derzeitige Sammelsurium mit einer viergeschossigen Baumöglichkeit auf der historischen Flucht aufzulösen und auch im Inneren erweiterte Baumöglichkeiten anzubieten, erläuterte Clemens Fritz von Stadtplanungsamt. Im Blockinneren soll dabei die Erschließung weiterentwickelt werden. Vordächer sieht der Plan nicht mehr vor.

"Der Bebauungsplan soll ein Angebot sein, Sie müssen nicht bauen", informierte Michael Obert die rund 25 anwesenden Grundstückseigentümer und Geschäftsleute. Für die Gebäude gilt ein Bestandschutz - wenn Neubauten anstehen, dann werden diese jedoch nach dem neuen Bebauungsplan geprüft. Die Überlegung, künftig auf Vordächer zu verzichten, stieß wie schon im Planungsausschuss auf Skepsis. "Wir beobachten einen Trend zum Schaufenster auch in der zweiten Ebene, weshalb immer wieder eine Befreiung von der Vordach-Verpflichtung beantragt wird", hatte Obert ausgeführt. Weil sich das Bild in Form und Material ohnehin ausgesprochen uneinheitlich zeigt, sei Überlegung, Vordächer nicht mehr als Gestaltungselement vorzugeben. In diesem Zuge soll dann auch die Größe und Höhe der Werbung neu geregelt werden. Hinterfragt wurde von einem Eigentümer zudem der politische Wille, die oberen Etagen für Wohnraum vorzuhalten.

"Ihre Beteiligungsrechte sind mit dem heutigen Informationstag nicht verbraucht", betonte Bürgermeister Michael Obert am Ende der Veranstaltung. Der Planungsausschuss wird sich mit den Inhalten des Plans "Kaiserstraße Süd" nochmals befassen, ehe das Verfahren im Laufe des Jahres in das offizielle Beteiligungsverfahren geht.