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Karlsruhe: Presseportal

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3. März 2011, 11 Uhr

Büromarkt überstand konjunkturelle Schwankungen relativ unbeschadet

 

Wirtschaftsförderungsausschuss beschloss zudem Verkauf von Grundstücken

Einstimmig und ohne Diskussion hat der Wirtschaftsförderungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, den 1. März, unter Leitung von Erster Bürgermeister Margret Mergen den Verkauf von zwei städtischen Grundstücken beschlossen. Außerdem beschäftigte sich das Gremium mit dem neuen Büromarkreport.

Das im Bebauungsplan als Tankstelle ausgewiesene 1886 Quadratmeter große Areal an der Badener Straße in Durlach geht an eine Firma, die Energiespar- und Niedrigenergiehäuser herstellt. Ihr derzeitiges Firmengebäude an anderer Stelle ist zu klein. Entstehen soll an der Badener Straße nun ein Bürogebäude mit 1300 Quadratmetern Baugrundfläche sowie cirka 30 Parkplätzen. Genutzt wird es zunächst zur Hälfte vom Käufer sowie einem Architekturbüro und einer IT-Firma. Der andere Teil soll übergangsweise vermietet werden, um dann nach und nach für bereits geplante Expansionen der drei Unternehmen zur Verfügung zu stehen.

Außerdem geht eine 3900 Quadratmeter große Fläche auf Neureuter Gemarkung, In den Kuhwiesen, an eine Grundstücksverwaltung, die es langfristig an eine renommierte mittelständische Firma vermieten will, die Läden und Innenausbauten herstellt. Dieses Unternehmen braucht ebenfalls Erweiterungsmöglichkeiten.

Als positives Fazit des Büromarktreports kann festgehalten werden, dass der Karlsruher Büromarkt die konjunkturellen Schwankungen der letzten Jahre relativ unbeschadet überstanden hat. Zwar lässt der Tiefstand an Baugenehmigungen im Jahr 2008 auf eine kurzzeitige Verunsicherung der Investoren schließen. Da jedoch die Nachfrage 2008 und 2009 gestiegen ist, nahmen auch die Baugenehmigungen 2009 und 2010 wieder deutlich zu. Die Konjunktur hat demnach die Investoren stärker verunsichert als die Nutzer.

Grundlage für die Erarbeitung des Büromarktreports ist die private Immobilienvermittlungsdatei der Wirtschaftsförderung, die seit über 20 Jahren in enger Zusammenarbeit mit Karlsruher Immobilienmaklern und -eigentümern geführt wird. "Dadurch erhält die Wirtschaftsförderung einen umfassenden Überblick über das Angebot- und Nachfragepotential für Gewerbeobjekte und Büroflächen in Karlsruhe und kann so ansiedlungs-, erweiterungs- oder verlagerungswilligen Unternehmen einen optimalen Service bieten", erläuterte Michael Kaiser, Leiter der Wirtschaftsförderung Karlsruhe.

Seit 1991 wird der Büroflächenbestand beobachtet und anhand der Bautätigkeitsstatistik fortgeschrieben. Zum 31. Dezember 2010 ergibt sich somit ein Büroflächenbestand von 2 913 861 Quadratmetern. Das durchschnittliche Büroflächenangebot im Jahr 2010 beläuft sich auf 133 869 Quadratmeter. Demgegenüber steht eine Nachfrage von rund 52 301 Quadratmetern. Daraus resultiert eine Leerstandsquote von 4,6 Prozent (brutto) beziehungsweise 2,8 (netto). Im Vergleich zu anderen baden-württembergischen Städten wie Mannheim mit zirka 7 und Stuttgart mit etwa 6,5 Prozent liegt Karlsruhe damit an unterster Stelle.

Der Leerstand bewegt sich damit seit Jahren in einem Rahmen, der für einen funktionierenden Markt notwendig ist und die Flexibilität am Markt sichert. Dies ist zum Teil auch darauf zurückzuführen, dass die Stadt Karlsruhe die Vergabe ihrer Grundstücke an der Absetzbarkeit am Markt orientiert. So werden Büroimmobilien nicht als reine Investitions- und Entwicklungsprojekte abgegeben, sondern nur in Zusammenhang mit einem Nutzer dem Markt zugeführt.

Während der Durchschnittsmietpreis im Jahr 2008 noch bei 7,80 Euro pro Quadratmeter lag, ist dieser in den Jahren 2009 und 2010 auf 8,54 Euro gestiegen. Diese Preissteigerung wird auch durch den Mietpreisspiegel des Immobilienverbandes Deutschlands bestätigt. Die Preisspanne reicht hierbei von 3,25 bis zwölf Euro pro Quadratmeter. "Diese große Spanne ist durch die unterschiedliche Qualität der Flächen zu erklären. Trotz des Preisanstieges bietet Karlsruhe - wie auch in den Vorjahren - günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Das Preisniveau für Büroflächen ist in Karlsruhe im Vergleich zu vergleichbaren Wettbewerbsstandorten wie Mannheim oder Stuttgart niedrig. Damit haben Unternehmen die Möglichkeit, zu moderaten Preisen Flächen anzumieten", erklärte Erste Bürgermeisterin Margret Mergen im Ausschuss.

Die Bedeutung von Karlsruhe als Technologiestandort wird durch die Verteilung der Büroflächennachfrage nach Branchen, bei der Anfragen von Firmen aus dem Bereich der Neuen Technologien rund 23 Prozent ausmachen, unterstrichen. Betrachtet man die Gründe für den Bedarf an Büroflächen näher, so stehen Neuansiedlungen und Erweiterungen an oberster Stelle. Das verdeutlicht die Attraktivität und Stabilität des Bürostandortes Karlsruhe.

Der komplette Büromarktreport steht auf der Homepage der Wirtschaftsförderung unter www.karlsruhe.de/wirtschaft zum Download zur Verfügung. Eine gebundene Fassung kann telefonisch unter 0721/133-7322 bestellt werden.