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NEO2014: Jury nominiert Finalisten

25.07.2014

Technologien für die Fabrik der Zukunft / Preis der TechnologieRegion Karlsruhe

Die Stärke der TechnologieRegion Karlsruhe liegt in ihrer Innovationskraft. Deshalb vergibt sie seit 2010 jährlich den mit 20.000 Euro dotierten Innovationspreis NEO. Im Fokus der diesjährigen Ausschreibung stand "Industrie 4.0", also die vierte industrielle Revolution. Gesucht wurden Modelle und Projekte, die im Bereich des "Internets der Dinge" mit cyber-physischen Systemen neue Technologien anwenden, die integrierte Gesamtlösungen für Steuerungs- und Informationsverarbeitungs­aufgaben bieten und die im Hinblick auf Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit neue Maßstäbe setzen. Kriterien der Bewertung für die Jury waren: Überzeugende Leitidee, Marktfähigkeit sowie globale Relevanz/Internationalität. Die Fachjury mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft hat jetzt fünf Finalisten nominiert:

Supply Chain Event Management für Global Road Transportation
Frank Felten, Vice President Entwicklung und Produktmanagement der PTV Group Karlsruhe, bewirbt sich mit dem sogenannten Supply Chain Event Management für Global Road Transportation. Bei diesem cloud-basierten Dienst geht es darum, allen Beteiligten der logistischen Lieferkette die erwartete Ankunftszeit von Transporten zur Verfügung zu stellen. Bei Störungen - etwa durch Staus oder andere unplanbare Ereignisse auf der Straße - werden vom Versender über den Transportdienstleister bis zum Empfänger alle Teilnehmer in Echtzeit über Abweichungen informiert, um darauf reagieren zu können. Ziel ist eine dynamische Optimierung der Lieferkette, die Unternehmen aus Industrie, Handel und Transportlogistik eine höhere Effizienz in vor- und nachgelagerten Prozessen ermöglicht.

Universelle Schnittstellen für die Automatisierung
Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe arbeitet daran, dass Anlagen und Komponenten eines Produktionssystems über eine USB-ähnliche Schnittstelle verfügen, durch die die steuernde Software neue oder geänderte Elemente erkennt. So könnten alle benötigten Informationen zur automatischen Integration in den Produktionsablauf übertragen werden. Basieren soll sie auf offenen Industriestandards. Bislang existieren auf den verschiedenen Fabrikebenen meist auch verschiedenartige Softwaresysteme mit jeweils eigenen Schnittstellen, die bei jeder Änderung manuell angepasst oder umprogrammiert werden müssen. Für das Fraunhofer-IOSB eingereicht hat diese Idee der Stellvertreter des Institutsleiters Olaf Sauer.

Intuitive Roboterprogrammierung
Eine Software für die schnelle, intuitive Programmierung komplexer Bewegungs­muster von Roboterarmen hat die ArtiMinds Robotics GmbH entwickelt, ein Spin-off des Karlsruher Instituts für Technologie. Sie soll die komplexen Bewegungsmuster mittels Techniken aus dem Bereich maschinelles Lernen und autonome Robotik automatisch erzeugen - aus einigen wenigen intuitiven Eingaben am Roboter oder in einfachen grafischen Schnittstellen. Bislang können Roboter in vielen Szenarien - gerade bei kleinen Stückzahlen - nicht ökonomisch eingesetzt werden, weil die benötigten Bewegungsmuster zu komplex sind. Beworben für ArtiMinds Robotics hat sich Sven Schmidt-Rohr, CEO, Mitbegründer.

"FiFi" - ein gestengesteuertes Transportfahrzeug
Ebenfalls am Karlsruher Institut für Technologie entwickelt wurde "FiFi", ein Transportfahrzeug, das dem Bediener berührungslos folgt und auf Gesten reagiert - wie ein gut erzogener Hund. Das Fahrzeug, das Menschen im Bereich Logistik unterstützen soll, ist Ergebnis eines Forschungsprojektes am Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme, dessen Leitung Prof. Kai Furmans inne hat. Entwickelt haben es Andreas Trenkle und sein Team in Zusammenarbeit mit der Bär Automation GmbH. "FiFi" erkennt mit Hilfe einer 3D-Kamera, was der Mensch möchte. Einfache, intuitive Gesten reichen aus, um "FiFi" zu bedienen. Ein Mitarbeiter im Lager entnimmt beispielsweise Ware aus einem Regal, gibt "FiFi" an eine Linie ab und am Ziel übernimmt ein anderer Mitarbeiter das Fahrzeug.

CodeMeter - Know-how-Schutz und Sicherheit für Industrie 4.0
Sicherheit im Bereich Industrie 4.0 ist eine globale Anforderung, technisch präventive Schutzlösungen sind unverzichtbar. Laut einer Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. aus dem Jahr 2014 liegt der Schaden in den Anwenderbranchen durch Produktpiraterie bei rund 7,9 Milliarden Euro. Deshalb sind Know-how-Schutz, flexible Funktionsfreischaltung und Sicherheit vor Manipulation sowie Cyber-Security überlebenswichtig für Unternehmen. Das Produkt CodeMeter will hier neuartige, umfassende Lösungen bieten. Durch Verschlüsselung, elektronische Signaturen und Embedded Software sowie durch die automatisierte Erzeugung und Verteilung von Lizenzen und Zertifikaten. Eingereicht hat die Entwicklung Oliver Winzenried, Vorstand der Wibu-Systems AG.

Preisverleihung
Im Rahmen der vom SWR Studio Karlsruhe moderierten Preisverleihung am 14. Oktober 2014 im Technologiepark Karlsruhe werden alle nominierten Arbeiten präsentiert und der Preisträger des NEO2014 bekannt gegeben.

Weitere Informationen zum NEO2014 - Der Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe gibt es unter www.technologieregion-karlsruhe.de.

Die einzelnen Unternehmen und Institutionen finden Sie im Internet unter:

www.ptvgroup.com

www.mes.fraunhofer.de

www.artiminds.com

www.ifl.kit.edu

www.wibu.com