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NEO2017: Serienfähig, senkrechtstartend und emissionsfrei

30.11.2017

Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe geht an Volocopter GmbH aus Bruchsal – Smarte Lösung für Mobilität macht das Rennen

NEO2017 - Preisträger mit Gratulanten

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NEO2017 - Preisträger und Nominierte

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Der große Traum vom Fliegen – er könnte eines Tages für viele Menschen wahr werden und gleichzeitig Mobilitätsprobleme in großen Städten lösen. Mit seinem Fluggerät für zwei Passagiere, dem Volocopter 2x, hat das in Bruchsal ansässige Unternehmen Volocopter GmbH am 29. November den Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) erhalten. Der NEO2017 hatte in diesem Jahr neue Technologien für den Wandel der Mobilität im Fokus und ist mit 20.000 Euro dotiert. Für die Zukunft haben die Volocopter-Macher große Pläne: Als rein elektrobetriebenes Lufttaxi, das sich per App zu bestimmten Startplätzen bestellen lässt, soll der Volocopter 2x autonom fliegend wichtige Knotenpunkte wie Flughäfen oder Businesszentren mit der Innenstadt verbinden, und so Brücken, Tunnel oder Stadtautobahnen entlasten. Ein spezielles Batterie-Wechselsystem macht den Volocopter 2x in nur wenigen Minuten wieder einsatzbereit. Nächstes Jahr soll er die Musterzulassung als „Multicopter“ erhalten, dann beginnt die Serienzulassung für den deutschen Luftsport-Markt. Im Juli wurde eine Finanzierung über 25 Millionen Euro mit Daimler und weiteren Investoren abgeschlossen. Noch dieses Jahr sollen mit dem Volocopter in Dubai erste Demonstrationen als autonomes Lufttaxi durchgeführt werden.

„Wir freuen uns wahnsinnig über die Auszeichnung. Vor allem, weil unser Unternehmen hier in der TechnologieRegion Karlsruhe gegründet wurde“, betonten Stefan Klocke und Stephan Wolf, die den Preis für die Volocopter GmbH entgegen nahmen. In fünf Jahren wollen die Visionäre nach eigener Aussage einen autonomen Taxidienst etabliert haben – am besten weltweit. „Für die Herausforderungen der Zukunft sind weitreichende Konzepte gefragt“, bekräftigte Laudator Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, „auch solche, die vielleicht in unserer Lebenszeit nicht mehr zu Ende geführt werden können“. Bullinger, Arbeitswissenschaftler und langjähriger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, verwies mit Blick auf die Entwicklung von Mega-Cities – und den dort drohenden Verkehrskollaps – auf ein notwendiges Umdenken in Sachen Mobilität. „Die Frage ist letztlich: Wie bereit sind wir für den Wandel? Oder sind wir nur bereit, solange uns der Wandel nicht betrifft?“, regte er zum Nachdenken an.

Mit dem NEO2017 suchte die TechnologieRegion Karlsruhe nach der besten Lösung für die Vernetzung unterschiedlicher Verkehrssysteme, für Stadtentwicklung und Verkehrsplanung sowie für Bewusstseinsbildung und individuelles Mobilitätsverhalten. Dabei sollte die Innovation eine überzeugende Leitidee haben, die auf ein marktfähiges Produkt oder eine Dienstleistung zielt, eine globale Relevanz erwarten lassen und einem breiten Publikum vermittelbar sein. Nicht fehlen durfte der Bezug zur TechnologieRegion Karlsruhe, zur Metropolregion Rhein-Neckar oder zur Trinationalen Metropolregion Oberrhein. „Die Entwicklung des Volocopters ist exemplarisch für die Innovationskraft und Strategie der Akteure in der TechnologieRegion Karlsruhe“, betonte TRK-Geschäftsführer Jochen Ehlgötz. „Die Grundlagen am KIT erarbeitet, in Bruchsal weiterentwickelt und nun auf dem Weg, sich auf internationalen Märkten zu positionieren – so schafft regionales Handeln globale Chancen!“

Auch Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Vorsitzender des Aufsichtsrats der TRK, zeigte sich begeistert vom innovativen Potenzial der TechnologieRegion Karlsruhe. „Allein die Ausschreibung des Preises zeigt, dass Karlsruhe als starker Standort für Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Mobilität der Gegenwart bekannt ist“, so Mentrup. „Mit den Preisträgern und den Nominierten lernen wir zudem das Potenzial für die Mobilität der Zukunft kennen, das aus der TechnologieRegion Karlsruhe kommt.“

Ebenfalls für das Finale des NEO2017 nominiert waren ein Fahrradanhänger und Handwagen mit Elektromotor von Carla Cargo, die Lieferverkehr in der Stadt reduzierende Software „MixMoveMatch“ von Marlo Consultants GmbH, der Bio-Hybrid (Pedelec und Elektro-PKW) von Schaeffler Technologies AG & Co. KG und der digitale Service „pakadoo“ von LGI GmbH, der Privatpakete an der Arbeitsplatz zustellen lässt.

Der 14-köpfigen Jury unter Vorsitz von TRK-Geschäftsführer Jochen Ehlgötz gehörten Vertreter und Vertreterinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung an. Gastgeber der Feierlichkeiten war die Mineraloelraffinerie Oberrhein in Karlsruhe.

Mitglieder der Jury
Dr. Jens Fahrenberg in Vertretung von Prof. Dr. Michael Decker (Karlsruher Institut für Technologie), Dr. Thorsten Gluth (Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz), Bernd Kappenstein (Metropolregion Rhein-Neckar), Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner (Stadtplanungsamt Karlsruhe), Prof. Dr. Peter C. Lockemann in Vertretung von David Hermanns (CyberForum e. V.), Dr.-Ing. Matthias Pfriem in Vertretung von Prof. Dr. Frank Gauterin (Karlsruher Institut für Technologie), Dr.-Ing. Ronny Feuer (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), Dr. Alexander Pischon/Wolfgang Weiß (Karlsruher Verkehrsverbund), Cornelia Reimoser in Vertretung von Dr. Patrick Hoyer (Fraunhofer-Gesellschaft), Prof. Dr. Stephan Schenkel (Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe), Andreas Sorge (Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation), Herbert Striebich in Vertretung von Wolfgang Grenke (Industrie- und Handelskammer Karlsruhe), Prof. Dr. Markus Stöckner (Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft) und ein Vertreter des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg.