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TechnologieRegion Karlsruhe erinnert an Heinrich Hübsch

08.03.2013

Umfangreiches Veranstaltungsprogramm ehrt "einen Großen der Architektur" zum 150. Todestag/Rund 20 Führungen, Vorträge und Gesprächsforen zwischen April und Oktober 2013/Programmbroschüre ab sofort erhältlich

"Hübsch ist unbestritten einer der Großen der Architektur", sagt Josef Offele, Vorsitzender der Kulturkonferenz der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) am 7. März bei der Vorstellung einer "Hübsch-Broschüre" im Haus der Region in Karlsruhe. Aus Anlass des 150. Todestages von Heinrich Hübsch, der am 3. April 1863 in Karlsruhe starb, erinnert die TRK mit rund zwanzig Führungen, Vorträgen und Gesprächsforen zwischen Bruchsal und Bühl an den prominenten Baumeister der Region.

In Karlsruhe hat er die Staatliche Kunsthalle geschaffen und das heutige Domizil des Regierungspräsidiums oder die Bauten rund um den Botanischen Garten beim Schlosspark. Aber auch das Westportal des Doms zu Speyer geht auf seinen Plan zurück. Allein rund 30 Kirchen für beide Konfessionen am Übergang von Klassizismus zum Historismus zählen überdies zu seinem Oeuvre.

Hübschs ebenso einflussreiche wie umstrittene Schrift "In welchem Style sollen wir bauen?" läutete eine neue Ära der Baukunst ein. Seine architektonischen Überzeugungen spiegeln sich in den eigenen Werken - viele davon in Konstruktion und Farben wahre Meisterwerke der Romantik - und variieren bestimmte Grundprinzipien je nach der Zweckbestimmung eines zu errichtenden Bauwerkes. So entstammt der Entwurf zur elegant-luftigen Trinkhalle in Baden-Baden ebenso seiner Hand wie die Planungen des festungsartigen Oktogons der Bruchsaler Justizvollzugsanstalt, deren Belegung im Jahre 1848 mit den Revolutionären der Demokratiebewegung ihren Anfang nahm.

Städte, Gemeinden und Landkreise, öffentliche Institutionen, Vereine und Kirchengemeinden haben sich am Veranstaltungsprogramm beteiligt. Sie beleuchten jeweils mit Blick auf das "eigene" Hübsch-Bauwerk dessen Historie und architektonische Bedeutung. Dabei beschränkt sich die Perspektive wo immer möglich nicht auf das rein Geschichtliche, sondern verfolgt Spuren und künstlerische Zusammenhänge bis weit über das 19. Jahrhundert hinaus. "Es ist unsere Aufgabe, diese Spuren sichtbar zu machen", so Offele, "und zwar nicht reduziert auf einen rein historischen Blick in die Vergangenheit, sondern auch als Ansporn und Anregung für unsere kreativen Kräfte in Gegenwart und Zukunft."

Dies umso mehr, als sich Hübsch in seiner Zeit trotz seiner zahlreichen Rückgriffe auf mittelalterliche Architekturelemente bewusst als "Modernisierer" verstand, als Künstler und Konstrukteur einer neuzeitlichen Welt. Kein anderer wagte es so offen, Rationalität und Spiritualität zu verbinden. "Aus dem Material und der Technik des Bauens sollte eine neue Kunst entstehen", erläutert Dr. Ulrich Maximilian Schumann, Präsident der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft. "Die Architektur sollte farbig, luftig, sinnlich und ehrlich werden." Dies bedeutete aber auch eine harsche Abkehr von den bisherigen klassizistischen Idealen, die Hübsch selbst noch als Schüler von Friedrich Weinbrenner mit auf den Weg bekommen hatte, später aber bewusst über Bord warf.

Die Veranstaltungsbroschüre "Heinrich Hübsch 2013" aus Anlass des 150. Todestages des bedeutenden Architekten ist ab sofort erhältlich an zahlreichen öffentlichen Auslagestellen sowie bei der TechnologieRegion Karlsruhe GbR, c/o Regionalverband Mittlerer Oberrhein, Baumeisterstraße 2, 76137 Karlsruhe, Telefon 0721/35502-0, E-Mail: rvmo@region-karlsruhe.de. Als PDF ist sie außerdem abrufbar unter www.technologieregion-karlsruhe.de.

Die TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) ist einerseits ein Lebens- und Wirtschaftsraum im Südwesten Deutschlands, der sich auf einer Fläche von rund 3.240 km² rechts und links des Rheines erstreckt. Anderseits ist die TRK eine freiwillige Aktions- und Interessengemeinschaft von zehn Städten, vier Landkreisen und dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein. Ihr Ziel ist es, die Vorzüge der Region national und international noch bekannter zu machen. Seit über 25 Jahren gestalten die heute fünfzehn Gesellschafter gemeinsam den Erfolg und die Attraktivität der Wirtschafts-, Forschungs- und Kulturregion am Mittleren Oberrhein.