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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. September 2013

Aspekte der Selbsthilfe

Veranstaltungen zum Welttag der seelischen Gesundheit

Seelische Leiden werden mehr und mehr zur Volkskrankheit. Auf die Belange psychisch kranker Menschen macht seit 1992 immer am 10. Oktober der Welttag der seelischen Gesundheit aufmerksam.

Er will Hemmschwellen abbauen und Ausgrenzung vermeiden. Um den Welttag herum haben die Gemeindepsychiatrischen Verbünde der Stadt und des Landkreises Karlsruhe vom 28. September bis 22. Oktober eine Veranstaltungsreihe organisiert.

Im Mittelpunkt steht das Thema ?Selbsthilfe bei seelischen Erkrankungen. Chancen und Risi-ken von Selbsthilfe". Die zentrale Veranstaltung findet am 10. Oktober ab 14 Uhr im IBZ statt und solle die Vielfalt der Angebote und der Arbeit in diesem Bereich sichtbar machen, betonte die städtische Psychiatriekoordinatorin  Marion Schuchhardt am Montag bei der Vorstellung des Programms im Karlsruher Rathaus.

Bürgermeister Martin Lenz ging es vor allem darum, seelische Erkrankungen zu ?entstigmatisieren". Bei der Gesundung sei die Selbsthilfe ?unverzichtbare Ergänzung" zu professionellen Diensten sozialpsychi-atrischer Versorgung, verdeutlichte Sozialdezernent Peter Kappes vom Landkreis Karlsruhe.

Zu Unrecht würden Selbsthilfegruppen von manchen belächelt, zählte Christine Jung-Weyand von der Karlsruher Ortsgruppe der Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP) positive Aspekte wie gegenseitige Unterstützung, Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten und ?Raum für Gemeinschaft" auf.

Die Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Maria Rave-Schwank unterstrich die wichtige Rolle derer, die eine seelische Katastrophe überwunden haben und über das Geschehene sprechen können. Diese ?Genesungshelfer" brächten Kompetenz und ?empathische Zuwendung? von gro-ßem Wert ein.

Schmerzlicher Weg

Für die Angehörigen sprach Evi Musso. Zu erkennen, dass ein naher Mensch erkrankt sei, ?ist ein langer und schmerzlicher Weg". Und mit früheren Freunden könne man darüber nicht sprechen, ?sie verstehen das nicht?. ?Hätte ich einen Gips, Krücken oder einen spektakulären Verband, dann wäre mir das Mitgefühl der anderen sicher", fand Uschi Franz ein passendes Bild für das Dilemma der Betroffenen.

Die Krankheit mache einsam. Geholfen habe ihr, die neun Klinikaufenthalte, private und berufliche Rückschläge hinter sich hat, unter anderem der ?Freitagsclub" der Psychiatrischen Klinik in Karlsruhe, deren Institutsambulanz nach Aussage von Oberarzt Dr. Hans Kastl viele Angebote mache, um die Selbsthilfe zu stärken. -maf-

 
 

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