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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. September 2013

Stadt will verbindliche Erklärung vom KSC

IM WILDPARK soll der KSC auch künftig auf Punktejagd gehen. Einem Neubau an anderem Standort erteilte der Gemeinderat eine Absage. Foto: Fränkle

IM WILDPARK soll der KSC auch künftig auf Punktejagd gehen. Einem Neubau an anderem Standort erteilte der Gemeinderat eine Absage. Foto: Fränkle

 

Für den Gemeinderat gibt es keine Alternativen zum Stadionstandort im Wildpark

Für den Gemeinderat kommt als Standort für ein neues Fußballstadion nur der Wildpark infrage. Nach der jüngsten Debatte stehen die Alternativen "Untere Hub" und "Gleisdreieck" endgültig im "Aus". Es sei denn, der KSC zaubert doch noch einen Investor aus dem Hut und lässt sich an anderer Stelle auf eine lange Planungs- und Bauphase ein.

Die Steilvorlage zu einem verbalen Bekenntnismarathon am Dienstag im Plenum für den Standort Wildpark gab die Karlsruher Liste (KAL) mit einem Antrag. In einem Sieben-Punkte-Forderungskatalog hatte sie einen Investitionsplan für einen Neubau und alternativ für eine Generalsanierung des Stadions beantragt. Der KSC müsse seine Finanzen offen legen. "Im Interesse der Steuerzahler" warnte KAL-Sprecher Dr. Eberhard Fischer vor einer "Investitionsruine", falls der KSC die Miete nicht mehr zahlen könne. Die Initiative von OB Dr. Frank Mentrup, die Stadionfrage in zuletzt mehreren Abschnitten in der Öffentlichkeit zu diskutieren, sei wichtig und richtig gewesen. Fischer: "Wir beschäftigen uns jetzt nur mit dem Wildpark als Standort für einen Stadionneubau - was anderes geht nicht." Und ebenfalls mit Blick auf den Steuerzahler legte der Stadtrat mit der Forderung nach, den KSC als Mieter finanziell an dem Projekt stärker zu beteiligen. Sollte der KSC nicht bald klipp und klar sagen, dass er den Neubau im Wildpark will, sei für die KAL auch eine erweiterte Sanierung des jetzigen Stadions ein Thema.

Indessen steht für OB Mentrup fest, dass der KSC nicht alles aus eigener Tasche zahlen könne. Eine verbindliche Absprache und Übereinstimmung  zur Verteilung der Risiken und Verbindlichkeiten sei für kommende Überlegungen unabdingbar. Um einen Grundsatzbeschluss noch in diesem Herbst herbeizuführen, will sich das Stadtoberhaupt am 9. Oktober mit den KSC-Spitzen zu einem klärenden Gespräch treffen.

Für die CDU sind die KAL-Initiative und deren Forderungskatalog laut Detlef Hofmann nicht nur überflüssig, sie gehe auch an Realitäten vorbei. Zum KAL-Begehren, der KSC möge Einblick in seine derzeitige Finanzsituation geben, konterte der CDU-Stadtrat: "Zu jeder Jahresversammlung liegt das Wirtschaftskonzept vor." Hofmann machte deutlich, dass seine Fraktion für alle Varianten offen sei, jedoch nicht für Überlegungen, die den Verein in seiner wirtschaftlichen Existenz bedrohen. Wenn Karlsruhe sich Profifußball leisten wolle, dann koste das auch etwas. Einer "Nur-Sanierung" des alten Stadions erteilte der Christdemokrat eine deutliche Absage: "Die würde den KSC sportlich langsam dahin siechen lassen." Dem hielt Manfred Schubnell (GRÜNE) entgegen, dass laut Deutscher Fußball Liga (DFL) das Stadion bereits jetzt erstligatauglich sei. Schubnell sprach sich für Sanierungsplanungen als mögliche Alternative zum Komplettneubau aus.

Generalsanierung? Nein, sagte Dr. Heinrich Maul für die SPD. Dann blieben ja auch die Kurven erhalten. Die eingeschränkte Sicht sei aber nicht zumutbar in einem zeitgemäßen Fußballstadion. Für Thomas Hock (FDP) war klar: ?Wir lassen uns nicht vom KSC an der Nase herumführen.? Der Verein müsse endlich sagen, ob und welchen Investor er für ein Stadion an einem anderen Ort habe, ob er den Neubau im Wildpark oder die Fans weiter in den Kurven im Regen stehen lassen wolle.  Während auch Friedemann Kalmbach (GfK) und Jürgen Wenzel (FW) für den Neubau im Wildpark waren, stellte Niko Fostiropoulos (Die Linke) fest: vEs gibt wichtigere Dinge als Fußball, den nur die Männer im Kopf haben." Der KSC solle guten Fußball spielen, dann könne er sich auch ein modernes Stadion leisten. -Lä-

 
 

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