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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Oktober 2013

Auftakt für eine Frische-Kur des Knielinger Sees

SCHAUFELN FÜR DEN KNIELINGER SEE: Mit dem offiziellen Spatenstich begann letzte Woche die Sanierung des Gewässers unter dem Motto "Weniger Belastungen, mehr Frischwasser". Foto: Fränkle

SCHAUFELN FÜR DEN KNIELINGER SEE: Mit dem offiziellen Spatenstich begann letzte Woche die Sanierung des Gewässers unter dem Motto "Weniger Belastungen, mehr Frischwasser". Foto: Fränkle

 

Gesamtkonzept zur Sanierung

Frische-Kur für den Knielinger See: Ein vielschichtiges Gesamtkonzept wird künftig sicherstellen, dass dem durch Kiesabbau aus einer Altrheinschlinge entstandenen Gewässer nicht die Puste ausgeht. Bis 2016 sollen alle Maßnahmen umgesetzt werden.

Der erste Spatenstich mit OB Dr. Frank Mentrup und Hansjörg Wahl, Abteilungspräsident Umwelt vom Regierungspräsidium Karlsruhe, markierte in der vergangenen Woche den Beginn der 4,6 Millionen Euro teuren Investition in die Sanierung des Gewässers. "Dem Knielinger See wünsche ich eine gute Erholung - in unser aller Interesse", gab Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup "dem Patienten" mit auf den Genesungsweg.

Weil es zu viel Phosphate und Stickstoff aus den Ablagerungen des Sees gibt und darüber der belastete Federbach auf 550 Meter Länge durch den nördlichen Teil des Sees fließt, wurde der ökologische Zustand des Sees bereits Ende der 1980er Jahre äußerst kritisch gesehen. Eine Lösung scheiterte jedoch an der komplexen Materie, viele Überlegungen waren aus unterschiedlichen Gründen nicht geeignet zu verhindern, dass der See "umkippt".

Neuen Auftrieb bekam die Suche nach einem Gesamtkonzept, welches der besonderen Bedeutung für den Natur- und Artenschutz, für die Fischerei und die lokale Freizeit- und Erholungsnutzung genügte, als der See im Zuge der europäischen Wasserrahmenrichtlinie als sanierungsbedürftiges Gewässer aufgenommen wurde. Der Sache dienlich war zudem, dass die Stadt 2005 den See vom markgräflichen Hause erwarb.

In einer Arbeitsgemeinschaft führte das Tiefbauamt Fachbüros unterschiedlicher Sparten zusammen, welche aus alten und neuen Lösungen sowie nach Begutachtung des gesamten Ökosystems von Rheinstetten bis zur Albschleuse das Gesamtkonzept entwickelte und mit allen Beteiligten und der Öffentlichkeit diskutierte.

Vor allem Väterchen Rhein soll nun für Abhilfe sorgen. Denn während der Federbach mit seinem belasteten Wasser den See nicht mehr durchströmen wird, fließt künftig zusätzliches Rheinwasser in den See und trägt so zur Verbesserung der Wasserqualität bei.

"Das Regierungspräsidium ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden", betonte dessen Vertreter Hansjörg Wahl. Das Land  übernimmt die Hälfte der Baukosten, dies sei "der bisher höchste Zuschuss, der auf diesem Sektor im Regierungsbezirk bewilligt wurde".

Mit 1,8 Millionen Euro ist das Einlassbauwerk für das Rheinwasser der größte Einzelposten. Zu den ineinandergreifenden Maßnahmen gehören zudem die Erhöhung des Wasserspiegels im Knielinger See, der Auslauf des Sees in den Willichgraben durch ein Auslassbauwerk sowie ein Verbindungsgewässer zwischen Willichgraben und Alb, und schließlich die Trennung von Federbach und See und Verbindung des  Federbachs mit dem Willichgraben durch einen "naturnahen Bypass".

Im Gesamtkonzept eine wichtige Rolle spielt zudem die vor zwei Jahren fertig gestellte Albschleuse, über welche größere Wassermengen direkt in den Rhein abgeleitet werden können. Drei Brücken nehmen das vorhandene Wegesystem auf - eine für den Weg zwischen dem Einlassbauwerk und Knielinger See, zwei weitere sind über das neue Bachbett des Federbachs im Norden bis zum Willichgraben notwendig. -rie-

 
 

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