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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2013

Ausbau Klärwerk: Investitionen für Mensch und Umwelt

SCHAUFELN FÜRS KLÄRWERK: OB Mentrup und Regierungspräsidentin Kressl markieren zusammen mit am Projekt Beteiligten mit dem ersten Spatenstich den Baubeginn für die vierte Reinigungsstufe. Foto: Fränkle

SCHAUFELN FÜRS KLÄRWERK: OB Mentrup und Regierungspräsidentin Kressl markieren zusammen mit am Projekt Beteiligten mit dem ersten Spatenstich den Baubeginn für die vierte Reinigungsstufe. Foto: Fränkle

 

Baubeginn Filtrationsanlage

Das Klärwerk Karlsruhe wird in den nächsten drei Jahren durch den Bau einer Filtrationsanlage zur Rückhaltung von Feinststoffen er-gänzt. In einem zweiten Bauab-schnitt wird die für die 875.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt und angrenzender Regionen ausgelegte Anlage anschließend um eine Adsorptionsanlage für Spurenstoffe ergänzt.

"Mit dem Bau einer vierten Reinigungsstufe, bestehend aus einer Filtration- und Adsorptionsanlage, werden wir höchste Ansprüche an den Gewässer- und Umweltschutz erfüllen", ging Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beim ersten Spatenstich für die Filtrationsanlage auf die zentrale Funktion des Klärwerks für Mensch und Umwelt ein. Neben dem jetzigen 50-Millionen-Projekt, an dem sich das Land mit 20 Prozent beteiligt, habe die Stadt bereits in den vergangenen Jahren viel ins Klärwerk investiert.

Nach mechanischer und biologischer Reinigung des Abwassers folgte bis 2008 mit einem Kostenaufwand von 35 Millionen Euro die Nährstoffelimination - mit dem Fokus auf der Reduzierung der Stickstoffbelastung - als dritte Reinigungsstufe.

Mit der vorgeschalteten Adsorptionsstufe übernimmt Karlsruhe nun bereits Zielvorgaben der Landesregierung. Die Anlage entfernt aus dem im Klärwerk jährlich behandelten Abwasser - rund 35 Millionen Kubikmeter - Hormonstoffe, Medikamentenrückstände und andere Spurenstoffe, die die Ökosysteme in den Gewässern beeinflussen und verändern.

"Ich danke Ihnen für den Weitblick, dieses Projekt ohne zwingende gesetzliche Erfordernisse anzugehen", würdigte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl das Engagement der Stadt. Karlsruhe zähle zu den Vorreitern im Bereich Abwasserversorgung und -reinigung und gehe damit, so Kressl,  den mit Inbetriebnahme der Anlage vor 100 Jahren eingeschlagenen Weg konsequent weiter.

Die Gesamtausbaufläche ist rund zwei Hektar groß. Nördlich der bestehenden Nachklärbecken werden zunächst bis Ende 2016 insgesamt 32 je 40 Quadratmeter große Filterbecken gebaut. Anlass für die Flockungsfiltration ist, dass die Wasserzulaufmenge zum Klärwerk in den letzten Jahren unter anderem durch Wasserspartechniken deutlich abgenommen hat. Bei unveränderten Schmutzfrachten  steigen deshalb die Ablaufwerte des Klärwerks  trotz gleichbleibender Reinigungsleistung. Daher war der Bau der Filtrationsanlage beschlossen worden. -rie-

 
 

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