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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2013

Der Bedarf war groß

KINDERPFLEGE 1913 im neuen "Sybelheim". Bild: Stadtarchiv

KINDERPFLEGE 1913 im neuen "Sybelheim". Bild: Stadtarchiv

 

Vor 100 Jahren wurde in Südstadt "Sybelheim" eröffnet

Seit 1913 gibt es am Rande der Südstadt eine Einrichtung, die seither im Volksmund eigentlich einen falschen Namen trägt: "Das Sybelheim" in der nach dem Historiker Heinrich von Sybel benannten Straße.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren Überlegungen konkret geworden, für den wachsenden Bedarf, ein "Kinderasyl außerhalb der Stadt" zu errichten. Der Leiter des Hochbauamtes, Stadtbaudirektor Friedrich Beichel, plante das Haus, das 146 Säuglinge und Kleinkinder aufnehmen sollte. Seit der Eröffnung im Herbst 1913 fanden auch 68 Kinder aus dem "Armenpfründnerhauses" Aufnahme.

Dies verdeutlicht, wie Katja Förster in ihrem Buch "Heimerziehung in Karlsruhe" darstellt, dass das Haus, das seit 1995 „Kinder- und Jugendhilfezentrum der Heimstiftung“ ist, in einer langen Tradition steht.

Schon in den 1830er Jahren gründeten Karlsruher Bürger einen "Lokalwaisenfonds" mit dem Ziel, eine eigene Erziehungsanstalt für "unbemittelte bedürftige Kinder" zu errichten. Als erstes Kapital, weiß Förster, beanspruchten sie "die vom Stadtrat bei den Gewährungen und bei Antritt des Bürgerrechts seit dem Jahr 1817 gesammelten und unter dem Namen Schulfonds verwalteten Beiträge", was die großherzogliche Verwaltung ablehnte. Dennoch entstand 1849/49 am Karlstor das Waisenhaus, 1898/99 ein Neubau in der Stösserstraße.

Heute hat das Kinder- und Jugendhilfezentrum Platz für etwa 150 Kinder und Jugendliche, davon 31 Plätze in vier stationären Wohngruppen, 37 Plätze in fünf Inobhutnahmegruppen und 82 Plätze in acht Tagesgruppen, einschließlich sozialpädagogischer Gruppenarbeit. Daneben bietet es fünf Plätze in betreutem Wohnen und zehn Plätze in Bereitschaftspflegfamilien. Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. -erg-

 
 

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