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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2013

Erinnern an die Pogromnacht

LOB FÜR ENGAGEMENT: OB Dr. Frank Mentrup besuchte mit Zeitzeuge Paul Niedermann (Mitte) und Amtsvorhänger Heinz Fenrich (links) die Drais-Schüler bei ihrer Mahnwache. Foto: Fränkle

LOB FÜR ENGAGEMENT: OB Dr. Frank Mentrup besuchte mit Zeitzeuge Paul Niedermann (Mitte) und Amtsvorhänger Heinz Fenrich (links) die Drais-Schüler bei ihrer Mahnwache. Foto: Fränkle

 

In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938 haben NS-Schergen überall in Deutschland und auch in Karlsruhe Synagogen geschändet, jüdische Geschäfte zerstört, Menschen jüdischen Glaubens misshandelt und in Konzentrationslager verschleppt. Seit dem 50. Jah-restag vor 25 Jahren halten junge Karlsruherinnen und Karlsruher immer am 9. November vor dem ehemaligen Standort einer Synagoge eine Mahnwache, diesmal in der Karl-Friedrich-Straße, wo einst die orthodoxe Synagoge stand.

Zehntklässler der Drais-Gemein­schafts- und -Realschule hatten unter Anleitung ihres Geschichtslehrers Detlef Puhl Stelltafeln erarbeitet und beiderseits der Straße aufgestellt.

OB Dr. Frank Mentrup lobte ihren Mut, an Passanten auch einen Flyer zu verteilen. Weil man ja nie weiß, wie die auf ihrem Einkaufsweg behinderten Menschen reagieren würden. Die Schülerinnen und Schüler räumten ein, davor etwas Bammel zu haben. Doch sie zeigten Zuversicht. Denn, wie der 15-jährige Jonas meinte, sei "das was wir hier machen, gut." Und die aus Serbien stammende Gordana ergänzte: "Schlimm, dass Menschen sterben mussten und gut, dass ihrer gedacht wird."

Der 81 Jahre alte Gerhard Lustig war vor 75 Jahren Zeuge in der Karl-Friedrich-Straße. Er wird demnächst in der Drais-Schule erzählen, was er damals erlebt hat. Am Abend des 9. November spielten Musikstudenten bei der Gedenkveranstaltung im Tollhaus Werke jüdischer Komponisten, die von den Nazis ermordet wurden. -erg-

 
 

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