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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2013

Neuer Fernreisebus-Terminal am Hauptbahnhof geplant

WO SOLL DER NEUE BUSTERMINAL HIN? Die Victor-Gollancz-Straße ist aus dem Rennen. Noch in der Diskussion sind Standorte neben dem Südausgang Hauptbahnhof und an der Fautenbruchstraße. Grafik: Stadtplanungsamt

WO SOLL DER NEUE BUSTERMINAL HIN? Die Victor-Gollancz-Straße ist aus dem Rennen. Noch in der Diskussion sind Standorte neben dem Südausgang Hauptbahnhof und an der Fautenbruchstraße. Grafik: Stadtplanungsamt

 

Noch zwei Standorte im Gespräch / Bürgeranhörung mit OB Mentrup / Auch Busunternehmer und Stadträte kamen zu Wort

Start- und Landeplatz gesucht für einen neuen Fernreise-Busterminal. Unter dieser Überschrift hatte OB Dr. Frank Mentrup für vergangenen Donnerstagabend zu einer Bürgeranhörung ins Rathaus geladen. Auch Stadträte, Busunternehmer und Bürgervereine nutzen die Gelegenheit, sich über die möglichen Standorte zu informieren.

Nötig geworden ist der Neubau eines Busterminals unter anderem, weil seit diesem Jahr auch Bahnkonkurrenten Fernbuslinien innerhalb Deutschlands be­treiben dürfen. So informierte Dr. Mentrup, dass "sich fast alle Städte mit diesem Thema beschäftigen". Laut Dr. Peter Ottmann vom Stadtplanungsamt ist die Zahl der Anträge und Genehmigungen auch in Karlsruhe sprunghaft angestiegen. "Außerdem ist der jetzige Busbahnhof südlich des Hauptbahnhofs sehr beengt und keine Visitenkarte für Karlsruhe", so Ottmann.

Mögliche neue Standorte wären direkt nördlich des jetzigen Busbahnhofs (unmittelbar neben dem Südausgang des Hauptbahnhofs), auf Brachflächen an Güterbahn- und Fau­tenbruchstraße südöstlich des Bahnhofs oder auf der Südseite der Victor-Gol­lancz-Straße. Gegen diesen Standort hat sich jedoch bereits der gemeinderätliche Planungsausschuss auf seiner Sitzung Mitte Oktober aus­gesprochen.

Werner Gerhardt von Büro Gerhardt.Stadt­pla­ner.­Ar­chi­­tekten, das die Standorte im Auftrag des Stadtplanungsamts untersucht hat, erklärte, dass hier Beeinträchtigungen der Anwohner zu befürchten wären, außerdem gäbe es keine Flächen für Kurzzeit­park­plätze und die Integration der KVV-Linienbusse sei problematisch. Der Standort neben dem Südausgang des Hauptbahnhofs habe den Vorteil kurzer Wege und einer "wettergeschützten Verbindung zwi­schen allen Verkehrsarten". Entstehen könnten hier höhere Gebäude, die den Platz rahmen. Unten der Terminal mit entsprechender Infrastruktur, darüber Büros.

Für diesen Standort sprachen sich Stadträtin Rita Fromm (FDP) und Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE) sowie die Busunternehmer aus. Auch an den Stellwänden, an die die Teilnehmer Meinungen und Fragen heften konnten, favorisierten die meisten diesen Standort. Michael Kaiser, Leiter der Wirtschaftförderung, gab zu bedenken, dass dieser Standort die Vermarktung des Areals südlich des Hauptbahnhofs, für das bereits ein Bebauungsplan ("hochwertiger Büro- und Gewerbestandort") existiert, erschweren könne. Der Terminal würde eine trennende Wirkung haben und das Areal könnte nur in zwei Losen angeboten werden. Außerdem sei hier keine Erweiterung des Terminals möglich. Im Gegensatz zum Standort Güterbahnstraße.

Hier könnten laut Gerhardt 14 Bussteige, Gebäude und sogar eine Grünzäsur entstehen. An der Stellwand hefteten auch Bemerkungen wie: Lange Wege, Wie ist der Terminal zu finden? Soziale Kontrolle? Dr. Men­trup machte sich dennoch für diesen Standort stark, denn er biete "viel Fläche und Entwicklungsmöglichkeiten". Jürgen Si­ckinger vom Bürgerverein Südstadt sprach sich ebenfalls für die Güterbahnstraße aus: "Hier ist auch ein Parkhaus denkbar." Stadtrat Michael Zeh (SPD) appellierte, bei der Entscheidung "auch an ältere Menschen zu denken." Und Stadtrat Dr. Thomas Müller (CDU) meinte, an beiden Standorten könne "etwas Attraktives entstehen." Die Entscheidung trifft der Gemeinderat. -res-

 
 

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