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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. November 2013

Schrieb Gutscheblättle

BLATTMACHER: Mundartdichter Friedrich Glutsch. Foto: Stadtarchiv

BLATTMACHER: Mundartdichter Friedrich Glutsch. Foto: Stadtarchiv

 

Mundartdichter Friedrich Gutsch vor 175 Jahren geboren

Friedrich Gutsch wurde am 30. November 1838 in Karlsruhe geboren. Er lernte beim Vater den Beruf des Buchdruckers und eignete sich im Verlag eines Onkels in Lörrach Kenntnisse im Verlagswesen an. Mit seinem Bruder Wilhelm, der 1881 starb, übernahm er den Betrieb des Vaters.

Seit Juni 1870 gab Friedrich Gutsch die "Karlsruher Nachrichten - Specialorgan für Lokalangelegenheiten", später volkstümlich auch "Gutscheblättle" genannt, heraus.

Von Anfang an zielte er auf eine rein lokale Verbreitung des Blatts, denn, wie er in der ersten Nummer schreibt: "Wie eine Familie ihre Interessen und Streitpunkte ... am besten im engeren Kreise bespricht und ausficht, so dürfte es auch der Einwohnerschaft Karlsruhes wünschenswerth erscheinen, ihre Tagesfragen der großen Oeffentlichkeit entzogen und möglichst im engeren Familienrath erörtert zu sehen." In diesem Rahmen setzte sich Gutsch - zugleich Redakteur der Zeitung - durchaus auch kritisch mit der Stadtverwaltung auseinander.

Daneben führte Gutsch die Plakatwerbung im öffentlichen Raum ein, indem er die Anzeigen aus den "Karlsruher Nachrichten" zusätzlich auf  Plakaten an den Straßenecken aushing. Sein "Karlsruher Plakat-Institut" druckte auch Wahlwerbeplakate für verschiedene Parteien.

Vieles, was Friedrich Gutsch an Karlsruher Ereignissen für erwähnenswert hielt, druckte er in den "Karlsruher Nachrichten" in Form von Gedichten, auch Mundartgedichten. Diese waren so beliebt, dass er sie später in zwei Büchern unter dem Titel "Aus Karlsruhe’s Volksleben" nochmals veröffentlichte. Eine schwere Krankheit zwang Gutsch 1894, die "Karlsruher Nachrichten" einzustellen, am 24. September 1897 starb er an ihren Folgen. Bald nach seinem Tod wurde die Gutschstraße in der Südweststadt nach ihm benannt.  -vs-

 
 

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