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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. November 2013

Umbau alter Tierhäuser wäre zu aufwändig

 

Gemeindeart diskutiert Barrierefreiheit im Karlsruher Zoo / Individuelle Lösungen

Nicht nur neue Gebäude, auch die in den 50er und 60er Jahren entstandenen Tierhäuser im Zoologischen Stadtgarten sollten für Menschen mit Handicap ohne Hindernisse erreichbar sein.

Diese und weitere Maßnahmen will die GRÜNE-Gemeinderatsfraktion in einem mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen abgestimmten Konzept sehen. Man sei "in ständigem Austausch", erklärte dazu die Verwaltung, individuelle Lösungen würden zeitnah umgesetzt. Die bauliche Umgestaltung einiger Tierhäuser sei allerdings "unverhältnismäßig aufwändig" und solle daher nur im Rahmen von Gebäudesanierungen erfolgen.

Als "Schlappe für die Barrierefreiheit" empfand Stadtrat Michael Borner von den Grünen die Antwort und regte im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen eine grundsätzliche Diskussion über "Wirtschaftlichkeit versus Barrierefreiheit" an. CDU-Stadträtin Bettina Meier-Augenstein hingegen nahm die Verwaltung in Schutz, "sie tut, was sie kann".

Auch SPD-Stadträtin Gisela Fischer teilte Borners Kritik nicht. Sie sei längst nicht mehr berechtigt, der Beirat würde in allen Fragen hinzugezogen. Statt teurer Sanierung alten Bestands beantrage die die SPD im nächsten Doppelhaushalt Mittel für neue Tierhäuser, kündigte Fischer an. Ob Orientierungssystem mit taktiler Beschilderung und kontrastreicher Schrift, Toiletten oder ausleihbarer Rollstuhl als Service - es sei bereits viel getan worden, war FDP-Stadtrat Karheinz Jooß beeindruckt.

"Genug ist nicht genug", zitierte KAL-Stadträtin Margot Döring einen Liedtitel von Konstantin Wecker, meinte aber ein Konzept sei des Guten dann doch zu viel. Eine Anlage wie der Karlsruher Zoo werde nie zu 100 Prozent barrierefrei, war Bürgermeister Michael Obert realistisch, verkündete aber eine gute Nachricht: Auch der Ausgang Süd werde bald ohne Hürden zugänglich sein. -maf-

 
 

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