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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. November 2013

Zeit sinnvoll nutzen

 

Gemeinderat: Soziale Arbeit für Asylbewerber?

Etwa sechs Wochen halten sich Flüchtlinge aus aller Welt in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes (LEA) und ihren Außenstellen auf. Danach werden sie auf Stadt- und Landkreise verteilt. Ist es sinnvoll, den Menschen während dieser kurzen Zeit kommunale Arbeitsgelegenheiten anzubieten?

Sicher, meint die CDU-Fraktion. Die Situation der Asylanten lasse sich durch Beschäftigung verbessern, ihr Tag habe Struktur und sie leisteten einen Beitrag für das Gemeinwesen.

"Nicht zufrieden" war deshalb CDU-Stadtrat Dr. Albert Käuflein mit den Ausführungen der Verwaltung, die das Angebot für rechtlich möglich, angesichts der hohen Fluktuation allerdings für schwer realisierbar hielt. Das sei eine "denkbare Option", aber "nicht der große Wurf" war GRÜNE-Stadtrat Dr. Christofer Leschinger ob "praktischer Hindernisse" eher "skeptisch". Besser seien Sprach- oder Handwerkskurse.

Kleine Arbeiten wie die Pflege von Anlagen hätten "positive Wirkung", erklärte SPD-Stadträtin Yvette Melchien, der Spielraum an möglichen Arbeitsgelegenheiten sei jedoch "wahnsinnig eng begrenzt". Hilfreicher seien beschleunigte Asylverfahren, um "Klarheit zu schaffen". "Man muss einen Anfang machen" wollte Heinz Golombeck (FDP) "alle Möglichkeiten ausschöpfen", um den Menschen "den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen".

Sechs Wochen "können lang werden, wenn man nichts tun kann", hatte KAL-Stadträtin Margot Döring Verständnis, warnte aber davor, sich in Angelegenheiten des Landes einzumischen. Es gehe um das Recht auf Arbeit und Akzeptanz, mit Ein-Euro-Jobs zu kommen ergibt für Sabine Zürn (Die Linke) ein "schräges Bild". GfK-Stadtrat Friedemann Kalmbach hielt die Beziehung zur Karlsruher Bevölkerung etwa "in Form von Patenschaft und Begleitung" für ebenso wichtig wie Arbeit und FW-Stadtrat Jürgen Wenzel bezeichnete den CDU-Antrag als "gute Diskussionsgrundlage".

Ob der Vorschlag "den Menschen und ihrer Situation gerecht wird", wagte OB Dr. Frank Mentrup zu bezweifeln. Für ihn stand der Aufwand, passende Angebote zu finden, nicht im richtigen Verhältnis zum Ergebnis. Die Diskussion geht weiter - im Migrationsbeirat. -maf-

 
 

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