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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Dezember 2013

Gemeinderat beschließt Papiertonne

PAPIER, PAPPE UND KARTONAGE: Bürgermeister Klaus Stapf (r.) und Stefan Kaufmann, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft, präsentieren die Papiertonne, die ab 2015 stadtweit eingeführt wird.

PAPIER, PAPPE UND KARTONAGE: Bürgermeister Klaus Stapf (r.) und Stefan Kaufmann, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft, präsentieren die Papiertonne, die ab 2015 stadtweit eingeführt wird.

 

Ab 2015 getrennte Entsorgung in Karlsruhe

Papier, Pappe und Kartonage (PPK) werden ab 2015 stadtweit in getrennten Tonnen von den übrigen Wertstoffen erfasst. Dies beschloss der Gemeinderat mehrheitlich in seiner jüngsten Sitzung. Die Vereinssammlungen werden in das Papierkonzept der Stadt eingebunden.

Abfallgebühren für die Tonne fallen nicht an. Im Gegenteil: Da mit sortenreinen Abfällen mehr Erlöse zu erwirtschaften sind, schlägt sich die Einführung der Papiertonne positiv auf die Kalkulation der Gebühren nieder. Papier- und Wertstofftonne werden im Wechsel alle vier Wochen geleert. Bürger können weiterhin das Altpapier bei Vereinssammlungen abgeben. Für sie ist die Papiertonne nicht zwingend. Ebenso nicht für die, die Altpapier an Wertstoffstationen entsorgen.

Als Grund für die neue Tonne nannte Bürgermeister Stapf das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das ab 1. Januar 2015 vorsieht, Papierabfälle getrennt zu erfassen. Auch Auskünfte aus dem Umweltministerium des Landes hätten ergeben, dass die Wertstofftonne nicht mit einer Monotonne gleichzusetzen sei. "Die Stadt will eine kommunale Papiertonne gebührenfrei mit Befreiungsmöglchkeiten einführen", betonte der Umweltdezernent. Wichtig sei ihm auch die Einbeziehung der Vereine. Stapf: "Wir müssen sie als Teil des Ganzen sehen."

"Wir lehnen die Vorlage in dieser Form ab", erklärte CDU-Fraktionsvorsitzende Luczak-Schwarz und nannte Probleme mit der rechtlichen Grundlage und der vierwöchigen Leerung. Das Altpapier solle zwar in kommunaler Hand bleiben, "aber die Ausgestaltung sehen wir anders." Um "das Ob und Wie", ging es Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE). Schwierig sei das Aufstellen einer zusätzlichen Tonne. Er befürwortete den Einsatz von Mehrkammerfahrzeugen, mit denen Papier- und Wertstofftonne zusammen abgeholt werden. Durch die Einführung der Tonne würden laut Stadtverwaltung über 2,7 Millionen Euro eingespart werden.

"Wir sprechen hier von einer Grundsatzentscheidung", betonte Jürgen Marin (SPD). Ökologisch und ökonomisch gebe es nur den Weg der Stadt. Ob die Bürger mit einer neuen Zwangstonne belastet werden müssen, überlegte Tom Høyem (FDP). Gefragt habe man sie nicht, betonte er. Dr. Eberhard Fischer (KAL) bezeichnete den Vorschlag der Stadt als konstruktiv. "Durch die Papiertonne bleibt wenig für die Vereine übrig", befürchtete Fischer. Friedemann Kalmbach (GfK) hoffte, auf eine "faire Lösung und keine Verluste für die Vereine".

"Eine weitere Tonne ist für die Bürger nicht zumutbar", so Jürgen Wenzel (FW). Niko Fostiropoulos (Die Linke) sprach sich für die Papiertonne und die "ordentliche und trockene Abgabe des Papiers" aus. Der Zusatzantrag der FDP, die die Papiersammlung in der bisherigen Form beibehalten und die Papiertonne an private Anbieter ausschreiben wollte, lehnte die Mehrheit ab. -döp-

 
 

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