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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Dezember 2013

Grundsatzbeschluss des Gemeinderats: Neuer Anstoß für Fußballstadion im Wildpark

FÜR DEN WILDPARK als Standort eines modernen Fußballstadions hat sich am Dienstag der Gemeinderat entschieden. Foto Fränkle

FÜR DEN WILDPARK als Standort eines modernen Fußballstadions hat sich am Dienstag der Gemeinderat entschieden. Foto Fränkle

 

Entscheidung ob Neubau oder Generalsanierung im Spätsommer 2014/ Keine Mehrheit für Bürgerentscheid

Mit 36 zu 11 Stimmen legte der der Gemeinderat am Dienstag den Wildpark als Standort für ein Stadion fest, in dem neben Profifußball auch andere Veranstaltungen durchgeführt werden können. Der Gemeinderat soll im Spätsommer 2014 darüber entscheiden, ob ein Neubau errichtet oder das alte Stadion generalsaniert wird.

"Wir wollen nicht blauäugig in eine Investition rennen" machte OB Dr. Mentrup vor Eintritt in die Debatte deutlich, dass zunächst "ein klarer Auftrag" gebraucht werde, "um das Projekt weiterzubringen". Erst nach der Standortentscheidung könnten prüfbare Kosten und Fakten erarbeitet werden, um im Spätsommer 2014 letztlich entscheiden zu können, was und wie gebaut wird.

Für einen Neubau gehe man von einem Gesamtvolumen von 120 Million Euro aus. Wobei neben reinen Stadionkosten von 66 Millionen insgesamt 54 Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen angesetzt seien, die zumindest teilweise bei anderen Lösungen auch fällig wären. Die von der GRÜNE-Fraktion ins Spiel gebrachte Sanierung für höchstens 40 Millionen Euro wolle man ebenso untersuchen. Bis Ende Februar könne die Verwaltung einen Vorschlag für die Durchführung eines Bürgerentscheids vorlegen, wie ihn die Grünen gefordert hatten.

"Dank zielorientierter Zusammenarbeit dachte ich, nach zehn Jahren sei die Kuh von Eis", sah Detlef Hofmann (CDU) den Ergänzungsantrag als "Notbremse" der Grünen, um "sich der Verantwortung zu entziehen". Nur ein Neubau mit entsprechendem Umfeld schaffe die notwendige wirtschaftliche Basis für den KSC und sei für Stadt und KSC machbar.

"Ein Neubau ist okay, wenn die Finanzierung überwiegend von anderer Seite übernommen wird. Die Stadt hat dringendere Sorgen" wies  GRÜNE-Fraktionssprechein Bettina Lisbach auf Investitionsvorhaben wie den Sozialen Wohnungsbau und das Städtische Klinikum hin. Ob Karlsruhe sich ein neues Stadion leisten könne, sollten die Bürger entscheiden. Als Alternative reiche eine Generalsanierung aus.

"Die Plätze in den Kurven sind untauglich, die heutzutage unverzichtbaren VIP-Räume unzureichend", empfahl Dr. Heinrich Maul (SPD) keine "Flickschusterei mit ohnehin nicht ausreichenden 40 Millionen Euro" zu betreiben, sondern neu zu bauen. Es sei ein "schlechtes Spiel" Projekte gegeneinander abzuwägen, warf Maul den Grünen vor,  Bürgerentscheide immer nur zu fordern, ""wenn es nicht so ausfällt, wie von ihnen gewünscht". Der Ruf nach einem Bürgerentscheid "ist aus der Bürgerschaft noch nicht laut geworden", sah Thomas H. Hock (FDP) darin ebenso "das Ausweichen vor einer Entscheidung des gewählten Gremium Gemeinderat" und plädierte für einen Neubau.

"Mit dem Wildpark ist kein Staat zu machen, teilweise muss man sich schämen", erkannte Dr. Eberhard Fischer (KAL) keinen Sinn in einer Generalsanierung. Da der Bau eines Stadions keine kommunale Pflichtaufgabe sei, müsse aber vom KSC als Hauptnutzer eine kostengerechte Miete verlangt werden, die etwa bei einer Erstliga-Zugehörigkeit den kompletten Darlehenszins und die Unterhaltungskosten des Stadions berücksichtige. Ansonsten sei auch eine abgespeckte Version oder ein Umbau in Bauabschnitten denkbar.

"Auch KSC-Fans wollen eine bezahlbare Wohnung" sprach sich Niko Fostiropoulos (Die Linke) gegen ein Prestigeobjekt aus, "egal ob es 40 oder 120 Millionen Euro kostet". Dagegen plädierten Friedemann Kalmbach (GfK) und Jürgen Wenzel (FW) für eine nachhaltige Investiton mit einem Neubau. Zum Abschluss der Debatte wurde mit 36 Ja- und 11 Nein-Stimmen beschlossen, die Planungen für einen Neubau im Wildpark und die Verhandlungen mit dem KSC fortzuführen. Angenommen wurde (bei vier Gegenstimmen) der Antrag der Grünen als Alternative eine Generalsanierung zu prüfen. Dagegen kam die für einen Bürgerentscheid notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zustande: 22 Ratsmitglieder stimmten dagegen, 20 dafür und fünf enthielten sich. -fis-

 
 

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