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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Mai 2014

EU-Kommission: Karlsruhe Spitze im Bereich IT

Fächerstadt belegt nach München, London und Paris Platz vier

Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission hat die Stärke der europäischen Regionen in Sachen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) untersucht. Karlsruhe belegt in dieser im April veröffentlichten Studie einen herausragenden vierten Platz.

Über 1 000 Regionen in Europa hat die Gemeinsame Forschungsstelle, zu der auch das Institut für Transurane gehört, analysiert. Und Karlsruhe konnte sich direkt hinter den erstplatzierten München, London und Paris positionieren. Stuttgart kommt auf Platz 21, Heidelberg auf Platz 22. Analysiert hat der "Atlas der IKT-Aktivität in Europa" drei Elemente: Wirtschaftstätigkeit, Forschung und Entwicklung sowie Innovation im IKT-Sektor. Und dies insbesondere im Hinblick auf ihre Intensität, ihre Internationalisierung und ihre Vernetzung, wie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mitteilt.

"Karlsruhe ist per se ein starker IKT-Standort", sieht Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup den hiesigen IT-Standort durch den Spitzenplatz der EU-Studie bestärkt. "Das innovative Umfeld macht den Nährboden für das nach München, London und Paris 'kleinste, aber feine' Spitzenzentrum aus", freut sich das Stadtoberhaupt. Anteil daran habe eine vielfältige IT-Unternehmenslandschaft, hätten Partner aus Forschung und Wissenschaft wie die Fraunhofer Institute, das Forschungszentrum Informatik und der Hochschulsektor mit dem Zugpferd KIT sowie schließlich das CyberForum, das mit über 1 000 Mitgliedern größte regional aktive und führende IT-Netzwerk Europas. Rund 30 000 Beschäftigte und mehr als 4 200 Unternehmen im IKT-Sektor in der TechnologieRegion verdeutlichten den Stellenwert, den Informations- und Kommunikationstechnik in Karlsruhe und der Region habe.

Und Wilfried Juling, Bereichsleiter Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft am KIT, bilanziert: "Die aktuelle Studie zeigt, dass die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Standortpolitik hier funktioniert." Laut KIT ist seine Informatik-Fakultät die traditionsreichste Deutschlands, außerdem sei das KIT Standort der zentralen Rechneranlagen Baden-Württembergs: des bwUniCluster und des Smart Data Innovation Lab, an dem mit internationalen Industriepartnern an Informationstechnologien für große Datenmengen geforscht werde.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) weist in ihrer Meldung vom 19. Mai darauf hin, dass Karlsruhe in der Detailwertung für Forschung und Entwicklung im IKT-Atlas sogar - hinter München - auf dem zweiten Platz liege, bei der Innovationskraft jedoch nicht unter den Top-30 sei. Der Grund? Die geringe Verfügbarkeit von Risikokapital in der Region. Bei den Unternehmensaktivitäten komme Karlsruhe auf den fünften Platz, schreibt dpa und zitiert Martin Hubschneider, Vorstandschef der CAS Software: Es sei durchaus ein Vorteil, dass es in Karlsruhe kein dominantes IT-Unternehmen gebe.

Ganz entscheidend für die Spitzenposition in der EU-Studie, so Hubschneider in der dpa-Meldung weiter, sei die Vernetzung im CyberForum, das wiederum Mitglied des Software-Clusters im Südwesten Deutschlands ist. Für OB Dr. Mentrup steht fest: "Zusammen mit dem ausgesprochen guten Leben in Karlsruhe und der Region bieten wir die richtige Mischung, um kluge Köpfe und damit Investitionen nach Karlsruhe zu holen und zu halten."

Software-Cluster und Kastel am KIT

Seit 2010 gibt es den Software-Cluster "Emergente Software für das digitale Unternehmen". Diesem vom Bundesforschungsministerium ausgezeichneten Zusammenschluss gehören Forschungseinrichtungen und Firmen in Karlsruhe, Darmstadt, Kaiserslautern, Saarbrücken und Walldorf an. Ihr Ziel ist es, die technologische und methodische Erforschung sowie Entwicklung von Softwarelösungen für das digitale Unternehmen der Zukunft zu entwickeln. Das Forschungsministerium hat außerdem 2011 am KIT das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (Kastel) initiiert. Es ist eines von deutschlandweit drei Forschungszentren für Cybersicherheit. Hier kooperieren elf Lehrstühle aus drei KIT-Fachbereichen. -res-

 
 

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