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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Mai 2014

Gemeinderat: Sensibler Standort

 

Edeka plant in Hohenwettersbach einen Einkaufsmarkt

Edeka plant am Ortsrand von Hohenwettersbach einen Einkaufsmarkt. Das Vorhaben am Spitalhof greift allerdings in die im Regionalpan festgelegte Grünzäsur ein und widerspricht formal den Zielen der Raumordnung.

Der Gemeinderat hat deshalb mehrheitlich - gegen die Stimmen der Karlsruher Liste (KAL) - dem Abschluss eines raumordnerischen Vertrags zum Flächenausgleich zugestimmt, der  den Eingriff an anderer Stelle kompensieren soll. Das Schriftstück sieht vor, das für Siedlungszwecke reservierte Areal, nördlich der Straße „Wieselweg“ am Nordostrand des Stadtteils gelegen, dem benachbarten Grünzug zuzuschlagen.

Der Vertrag ist Voraussetzung für die Änderung des Flächennutzungsplans. Dieser muss ebenfalls angepasst und der Discounter-Standort darin dann als Sonderbaufläche ausgewiesen werden.

Den Eingriff in „Grünzäsur und Hanglage“ lehnte KAL-Stadtrat Lüppo Cramer vehement ab. Und auch sein Kollege Dr. Eberhard Fischer zog einen kleinen Versorger in der Ortsmitte den Planungen vor. Nahversorgung im eigentlichen Sinne „werden wir an diesem Standort ganz oben nie erreichen“. Da komme kein Senior mit seinem Rollator je hin, stattdessen müsse man ins Auto steigen.

Fischer riet zu Geduld. Und diese Haltung wiederum erzürnte Elke Ernemann. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, verwies die SPD-Stadträtin und Ortsvorsteherin von Hohenwettersbach auf den dringenden Handlungsbedarf. Auch Bergwald sei in Sachen Einkaufsmöglichkeiten unterversorgt. „Ich kämpfe, so lange ich hier stehe“, bezog sie Stellung.

„Ist es ein Kuhhandel oder ein fairer Kompromiss?“ fragte CDU-Stadtrat Tilmann Pfannkuch und lieferte die Antwort seiner Fraktion gleich mit - das Verfahren sei vernünftig und unterstützenswert. Die planerischen Herausforderungen wie Topografie und andere sensible Punkte kämen dann im Bebauungsplanverfahren zu Sprache. Das Thema Nahversorgung brenne den Menschen unter den Nägeln, sprach Grüne-Stadtrat Alexander Geiger von einer „schwierigen Abwägung“. Weil es aber nur diesen entwicklungsfähigen Standort gebe, stimmte er letztlich aber zu.

Schwer tat sich auch Thomas Hock (FDP), wollte die Chance aber ebenfalls nicht verstreichen lassen, „sonst wird das nie was“. Alternativen gibt es nicht, warnte FW-Stadtrat Jürgen Wenzel davor, dem Projekt jetzt schon einen Riegel vorzuschieben. -maf-

 
 

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