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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Mai 2014

Geschichte: 100 Jahre Schlosshotel

Das Karlsruher  Schlosshotel in den 1950er Jahren.  Es gehört noch heute zu den Spitzenhotels vor Ort.  Foto: Stadtarchiv

Das Karlsruher Schlosshotel in den 1950er Jahren. Es gehört noch heute zu den Spitzenhotels vor Ort. Foto: Stadtarchiv

 

Im Rahmen des Neubaus des Karlsruher Hauptbahnhofs, der 1913 eingeweiht wurde, erhielt der Karlsruher Architekt Wilhelm Vittali den Auftrag, den Bahnhofsvorplatz zu gestalten. Dabei entstand auch das Schlosshotel, das den Platz im Osten begrenzt.

Vittali, der schon mehrere luxuriöse Hotels erbaut hatte, war bei diesem Projekt nicht nur Architekt, sondern auch Bauherr als Mitglied einer Investorengruppe, zu der unter anderen die Brauereigesellschaft Schrempp und die Schreinerei Markstahler & Barth gehörten. Am 27. Mai 1914 konnte das "erstklassige" Hotel mit modernst ausgestatteten Zimmern für 120 Gäste eröffnet werden.

Begeistert meldete die Presse damals: "Prachtvoll ist die Eintrittshalle mit der reichvergoldeten Decke und der dunklen Eichentäfelung; ebenso schön der Lesesaal mit Mahagoni-Ausstattung und grüner Wandbespannung, der Weinsaal fein rot in grau und grün gestimmt, der halbrundevornehme Speisesaal, das hübsche Café und der anstoßende Bier- und Restaurationssaal."

Das luxuriöse Hotel, das als "vornehmstes Haus am Platze" beworben wurde, konnte auch nach Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg an die Vorkriegserfolge anknüpfen. Hier stiegen viele der prominenten Gäste der Bambiverleihungen ab, darunter Gina Lollobrigida, Sophia Loren oder Rock Hudson. Ab Mitte der 1960er-Jahre wurde es ruhiger um das Hotel und die Jahre nach einer umfangreichen Renovierung 1980 waren von Besitzerwechseln geprägt. Erst 1996 kehrte nach einem erneuten Um- und Ausbau wieder Kontinuität unter der Leitung von Karl Brüggemann ein. Zahlreiche bekannte Namen unter den Gästen der folgenden Zeit - genannt seien nur Roman Herzog, Musiker von Jethro Tull, Mario Adorf oder Pina Bausch -  belegen, dass damals der Anschluss an die erfolgreichen Jahre wieder gefunden wurde.

2012 wurde das Schlosshotel, das heute 93 Zimmer und drei Suiten anbietet, an die französische LFPI-Gruppe verkauft, die es seitdem auch betreibt. -vs-

 
 

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