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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Juli 2014

Wassersport: Schutz für Keiljungfer

VEREINBART: Freiwillige  Regeln zugunsten der Natur. Foto: Müller-Gmelin

VEREINBART: Freiwillige Regeln zugunsten der Natur. Foto: Müller-Gmelin

 

Freiwillige Regeln für naturverträgliches Kanufahren

Es musste ein dickes Brett gebohrt werden. Herausgekommen ist nach rund zwei Jahren Diskussion zwischen dem federführenden Regierungspräsidium und der Stadt sowie kommerziellen Kanu-Verleihern und Vereinen aus Rappenwört eine freiwillige Selbstverpflichtung zum naturverträglichen Kanufahren auf dem Altrhein Rappenwört oder auch auf Alb und Pfinz.

Es ist eine gute Lösung, die den Weg aufzeigt zwischen der Nutzung der Gewässer zum Kanufahren sowie der Sensibilität und Schutzwürdigkeit der Natur, befanden Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, OB Dr. Frank Mentrup, Staatssekretärin Dr. Gisela Splett und Landtagsabgeordneter Johannes Stober am Montag in Rappenwört. Dahin hatte der Kanukreis Karlsruhe, ein Zusammenschluss Karlsruher Kanusportvereine, zur offiziellen Aushändigung der Vereinbarung eingeladen. Freiwillig verzichten Verleiher und Vereine zu Gunsten der Natur auf im Rahmen des Gemeingebrauchs der Gewässer gegebenen Nutzungsmöglichkeiten. Nutznießer sind Neunauge und Grüne Keiljungfer, Zwergtaucher oder auch die Brut des Eisvogels.

Insbesondere das kommerzielle Kanufahren hatte für Zoff gesorgt. Allgemein gilt, dass laute Musik tabu ist, nur  an definierten Stellen ins Wasser ein- und ausgestiegen werden darf und qualifizierte Tourguides sich um Gruppen kümmern. Je nach Gewässer gelten noch spezifische Regeln. So darf auf der Pfinz nur unterhalb der Bogenbrücke gefahren und nur bei einem Pegelstand ab 50 Zentimeter (Steinerne Brücke). Der Pegelstand wird dokumentiert,  bislang lagen keine Pegelunterschreitungen vor.  Gruppenfahrten sind ab Mitte Juni bis Ende September erlaubt.

Die Regeln ersetzten ordnungspolitisches Eingreifen, so Kressl. Nur wenn Kritik offen geäußert werde, könne das in den letzten Monaten entstandene gegenseitige Verständnis nun zur festen Vertrauensbasis werden, ergänzte Mentrup. Und vielleicht können sich dann auch die noch einklinken, die  - wie BUND und Anglerverein Durlach - dem Weg noch skeptisch gegenüber stehen. -rie-

 
 

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