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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. August 2014

Geschichte: Für gesunde Verhältnisse

NEUES BUCH: Corinna Rastetter mit Historiker Schuhladen-Krämer (l.) und Stadtarchivchef Bräunche. Foto: Fränkle

NEUES BUCH: Corinna Rastetter mit Historiker Schuhladen-Krämer (l.) und Stadtarchivchef Bräunche. Foto: Fränkle

 

Beim Stadtarchiv Doktorarbeit über Hygiene erschienen

Zur Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert hat sich in der medizinischen Wissenschaft ein Wandel eingestellt und die Erkenntnis durchgesetzt, dass Krankheiten in der Regel nicht durch schlechte Luft oder Ausdünstungen aus der Erde verbreitet werden.

Zunächst in großen Städten wie etwa Berlin hat man daher erkannt, dass Krankenhäuser nicht mehr Bewahranstalten weit außerhalb der Stadt sein müssen, sondern möglichst dazu da sein sollten, den Patienten Heilung oder zumindest Linderung bieten sollten.

Diese Entwicklung, gesunde Verhältnisse zu schaffen, zeichnet die Historikerin Corinna Rastetter in ihrer Dissertation für Karlsruhe nach, die jetzt als Band 15 der Stadtarchiv-Schriftenreihe „Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte“ im Info-Verlag erschienen ist.

Die ersten Krankenhausneubauten aus jener Zeit - das „alte“ St. Vincentiuskrankenhaus am Karlstor und die Diakonissenanstalt in der Sophienstraße, waren noch nicht nach Erkenntnissen der Bakteriologie ausgerichtet und erhielten daher erst später etwa aseptische Operationsmöglichkeiten oder Desinfektionsgeräte. Die Neubauten des „neuen“ (und heute „alten“) St. Vincentiuskrankenhauses in der Südweststadt und des Städtischen Krankenhauses an der Moltkestraße entsprachen bereits den neuen Erkenntnissen. Das lässt sich unter anderem daran ablesen, dass diese beiden Häuser sogar heute noch in gewisser Weise genutzt werden, wie Jürgen Schuhladen-Krämer bemerkt. Der Stadthistoriker hat die Publikation redaktionell betreut. Das gilt auch für das Ludwig-Wilhelm-Krankenheim des Badischen Frauenvereins vom Roten Kreuz. An dieser Stelle steht heute die Psychiatrie des Klinikums.

Corinna Rastetter schildert in ihrer 2012 an der Uni Mannheim eingereichten Doktorarbeit die Planungen und Neuerungen in der Gesundheitsversorgung ihrer gerade zur Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern gewordenen Heimatstadt Karlsruhe und liefert damit einen Baustein zur Erforschung der Karlsruher Stadtgeschichte.

Das mit zahlreichen Bildern, Tabellen und Plänen angereicherte Werk umfasst knapp 300 Seiten und ist zum Preis von 27,80 Euro im Buchhandel zu bekommen. -erg-

 
 

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